MANILA – Die Regierung verschärft ihre Vorbereitung auf den laufenden El Niño. – klajoo.com – Wissenschaftsminister Renato Solidum erklärte nach einer Besprechung mit Präsident Ferdinand Marcos Jr., dass bis Ende März 2027 sämtliche Provinzen der Philippinen von Dürre oder sehr trockenen Bedingungen betroffen sein könnten. Das bedeutet nicht automatisch, dass überall gleichzeitig akute Wasserknappheit herrscht. Die tatsächlichen Folgen hängen unter anderem von Reservoirfüllständen, lokaler Wasserversorgung, Bewässerung und dem Verbrauch ab.
Parallel hat die Wetterbehörde PAGASA am 5. Oktober den Südwestmonsun Habagat offiziell für beendet erklärt. Damit endet zugleich die Regenzeit in den westlichen Teilen Luzons und der Visayas. Die Übergangsphase kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt: PAGASA erwartet, dass der derzeit starke El Niño in den kommenden Monaten sehr stark werden und bis in die erste Hälfte des Jahres 2027 anhalten kann. Die Kombination aus auslaufender Regenzeit und zunehmendem El Niño erhöht das Risiko, dass sich vorhandene Wasserreserven in den kommenden Monaten schneller abbauen.
Das Landwirtschaftsministerium bereitet nach eigenen Angaben ein Paket von bis zu 45 Milliarden PHP vor, rund 640 Millionen EUR. Allerdings werden diese 45 Milliarden in verschiedenen öffentlichen Aussagen nicht völlig einheitlich abgegrenzt. Sicher ist, dass zunächst 6,2 Milliarden PHP für Treibstoffhilfen und weitere Unterstützung freigegeben wurden. Fischer sollen als erste Hilfe erhalten; bei mechanisierten Landwirten ist die Auszahlung für Ende Oktober oder spätestens Anfang November vorgesehen. Zusätzlich werden Solarbewässerung, Pumpen, Saatgut, Dünger, Bodenverbesserer und Cloud Seeding vorbereitet oder ausgeweitet.
Auch die Nahrungsmittelreserve wird vergrößert. Das Department of Agriculture verweist auf inzwischen 365 aktive Lagerstandorte der National Food Authority. Reis soll während der laufenden Ernte verstärkt angekauft werden. Gleichzeitig hält die Regierung Importe als Rückfalloption offen, falls die heimische Produktion stärker als erwartet sinkt. Nach aktuellen Angaben belaufen sich die bisherigen landwirtschaftlichen Schäden im Zusammenhang mit El Niño bereits auf mehrere Milliarden PHP.
Die neue Prognose verschiebt damit den Schwerpunkt der El-Niño-Berichterstattung. Bislang ging es häufig um einzelne Provinzen, Wasserzuteilungen oder Vorsorgemaßnahmen. Jetzt bereitet sich die Regierung ausdrücklich auf ein landesweites Worst-Case-Szenario vor. Für Verbraucher und Reisende bedeutet das noch keine allgemeine Versorgungskrise. In den kommenden Monaten werden aber regionale Wasserrestriktionen, Ernteausfälle, Stromerzeugung aus Wasserkraft und Lebensmittelpreise besonders aufmerksam zu beobachten sein. – RM
Quellen:
- PAGASA: Termination of the Southwest Monsoon, 5 October 2026
- Philstar: DOST says entire Philippines could face drought conditions in March 2027
- Department of Agriculture: DA braces for intensified El Niño
- GMA News: Fuel subsidies for farmers and fisherfolk to start soon amid El Niño threat
- Context.ph: DA readies P45B aid as El Niño damage mounts







Add Comment