MANILA – Das Bureau of Immigration (BI) hat am Ninoy Aquino International Airport vier Filipinos gestoppt, die nach Angaben der Behörde über andere asiatische Staaten nach Russland weiterreisen wollten. – klajoo.com – Das BI behandelt die vier Männer als mögliche Opfer von Menschenhandel und illegaler Rekrutierung. Die Fälle ereigneten sich am 18. und 19. September am Terminal 1.
Drei der Männer hatten zunächst Thailand als Reiseziel angegeben. Bei der weiteren Befragung erklärten sie nach Angaben des BI, tatsächlich nach Russland reisen zu wollen. Einer von ihnen sagte, er sei über eine Anzeige auf Facebook für eine Tätigkeit im Sicherheitsbereich angeworben worden. Das entspricht einem inzwischen dokumentierten Rekrutierungsmuster: Ausländische Bewerber werden mit vermeintlich zivilen Tätigkeiten, hohen Löhnen oder Aufenthaltsvorteilen nach Russland gelockt. Nach der Ankunft haben Betroffene häufig kaum noch die Möglichkeit, sich der Rekrutierung zu entziehen; dokumentierte Fälle zeigen, dass ihnen Dokumente oder Telefone abgenommen, ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt und sie schließlich für militärische Aufgaben beziehungsweise unmittelbar an der Front im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt wurden. In diesem konkreten Fall seien dem Mann 70.000 Peso im Monat angeboten worden. Bei den beiden anderen Männern nennt die Behörde einen Kontakt in Bangkok beziehungsweise einen Sponsor, ohne einen konkreten späteren Arbeitsplatz zu bestätigen.
Am folgenden Tag stoppte die Einwanderungsbehörde einen weiteren Mann, der Vietnam als Ziel angegeben hatte. Bei der Kontrolle erklärte er laut BI, tatsächlich nach Russland reisen zu wollen und für Militärdienst angeworben worden zu sein. Ihm seien monatlich 150.000 Peso, die russische Staatsbürgerschaft nach einem Jahr sowie zusätzliche Zahlungen für besondere Einsätze versprochen worden. Die Beamten fanden zudem ein russisches Visum; die Reisekosten seien nach Aussage des Mannes von den Anwerbern übernommen worden.
Alle vier wurden an den Inter-Agency Council Against Trafficking (IACAT) zur weiteren Prüfung und Unterstützung übergeben. Die Angaben über Sicherheits- beziehungsweise Militärarbeit beruhen bislang auf den Aussagen der gestoppten Reisenden gegenüber der Einwanderungsbehörde. Damit ist noch nicht festgestellt, wer hinter den Angeboten steht, ob tatsächlich entsprechende Verträge bestanden oder wohin die Männer in Russland gebracht worden wären.
Der Fall ist für die laufende Russland-Rekrutierung dennoch relevant. Das Außenministerium prüft bereits Berichte, wonach Filipinos für russische Streitkräfte im Krieg gegen die Ukraine angeworben worden sein sollen. Nach Angaben des Department of Foreign Affairs (DFA) werden dabei Berichte über 14 Filipinos überprüft. Die nun am Flughafen gestoppten Reisen liefern einen weiteren konkreten Hinweis darauf, dass zumindest einzelnen Filipinos ausdrücklich hoch bezahlter Militärdienst in Russland angeboten wird.
Das BI rät Arbeitssuchenden, ungewöhnlich hohe Gehälter, eine schnelle Ausreise und Angebote ohne reguläre Dokumentation besonders kritisch zu prüfen. Auslandsstellen und Arbeitsangebote sollten vor der Reise über das Department of Migrant Workers und zugelassene Vermittler überprüft werden. – RM
Quellen:
- Bureau of Immigration: BI intercepts 4 Filipinos recruited for Russia security jobs
- Philippine News Agency: PH verifying reports of 14 Filipinos recruited for Ukraine war
- Amnesty International: Russia – recruitment of foreign nationals and human trafficking







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