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Mindanao

Bangsamoro: Mehr als 1.300 Familien fliehen vor Gefechten – in Sulu setzen Armee und MNLF gleichzeitig auf Dialog

MINDANAO – Nur wenige Tage nach der ersten regulären Parlamentswahl in der Bangsamoro Autonomous Region in Muslim Mindanao (BARMM) zeigen zwei Entwicklungen, wie unterschiedlich die Sicherheitslage im weiteren Bangsamoro-Konfliktraum weiterhin ist. – klajoo.com – In Tugunan mussten mehr als 1.300 Familien vor Gefechten fliehen. Auf Sulu versuchen Armee und Moro National Liberation Front (MNLF) dagegen, lokale Spannungen durch regelmäßigen Dialog zu entschärfen.

In Tugunan im Special Geographic Area der BARMM wurden nach einem Lagebericht mindestens 1.346 Familien aus drei Barangays vertrieben. Besonders betroffen war Barangay Manaulanan. Die Kämpfe begannen am Morgen des 19. September, als Armee- und Polizeieinheiten gegen bewaffnete Männer vorgingen, die von Sicherheitskräften der Bangsamoro Islamic Freedom Fighters (BIFF) beziehungsweise mit Dawlah Islamiya verbundenen Gruppen zugerechnet werden.

Bei den Gefechten wurden vier bewaffnete Männer getötet. Nach den zunächst vorliegenden Angaben wurden keine zivilen Todesopfer gemeldet. Für die vertriebenen Familien wurden Lebensmittel, Trinkwasser, Notunterkünfte, Hygieneartikel und Kleidung als dringend benötigte Hilfe genannt.

Parallel dazu fand auf Sulu ein völlig anderer Sicherheitsansatz statt. Die 1102. Infanteriebrigade und Vertreter der Moro National Liberation Front trafen sich am 17. September in Luuk, um lokale Sicherheitsfragen, mögliche Spannungen und Wege zur friedlichen Konfliktlösung zu besprechen. Beide Seiten vereinbarten, Kommunikationskanäle offen zu halten und Probleme möglichst früh auf Gemeindeebene zu klären.

Die beiden Entwicklungen betreffen unterschiedliche Gruppen und dürfen nicht gleichgesetzt werden. Die MNLF ist seit dem Friedensabkommen von 1996 Teil eines institutionalisierten Friedensprozesses. Die in Tugunan bekämpften bewaffneten Gruppen gehören dagegen nicht zu diesem selben politischen und organisatorischen Zusammenhang. Ein Dialog mit der MNLF ist deshalb keine unmittelbare Lösung für das BIFF-Problem.

Trotzdem zeigt der Kontrast, dass im Süden der Philippinen gleichzeitig zwei sehr unterschiedliche Wege sichtbar sind: Wo belastbare politische Strukturen und Kommunikationskanäle bestehen, können lokale Konflikte zunehmend durch Gespräche und Zusammenarbeit bearbeitet werden. Wo bewaffnete Splittergruppen außerhalb solcher Prozesse operieren, führen Sicherheitsoperationen weiterhin zu Kämpfen und zur Vertreibung von Zivilisten.

Gerade nach der historischen BARMM-Wahl ist diese Differenz wichtig. Die Wahl ist ein großer Schritt von bewaffnetem Konflikt zu parlamentarischer Politik, beendet aber nicht automatisch alle Gewaltlinien in Mindanao. Der langfristige Erfolg des Friedensprozesses wird deshalb auch daran zu messen sein, ob sich immer mehr Konflikte vom Schlachtfeld an den Verhandlungstisch verlagern lassen. – RM

Quellen:

  • Inquirer-Bericht, zusammengefasst bei News Minimalist – 1,300 Families Displaced by Clash in BARMM’s Tugunan Town
  • Philstar – 4 Dawlah Islamiya-linked outlaws killed in BARMM clash
  • SunStar – 1102Bde, MNLF step up peace dialogue in Sulu
  • Presidential Communications Office – PBBM to Pinoys: Help protect, strengthen country’s peace gains

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