MINDANAO – Bei einer Schießerei an der Banga National High School in der Provinz South Cotabato sind am Freitag drei Schüler ums Leben gekommen, darunter der 16-jährige mutmaßliche Schütze. – klajoo.com – Mindestens sechs weitere Schüler wurden nach Angaben philippinischer Behörden verletzt. Internationale Berichte nannten später teilweise acht Verletzte. Wegen der voneinander abweichenden Angaben ist die endgültige Zahl der Verletzten noch nicht eindeutig geklärt.
Nach den bisherigen Ermittlungen betrat der Jugendliche am frühen Nachmittag einen Klassenraum und schoss auf andere Schüler. Zwei 14-jährige Schüler starben. Anschließend richtete der Schütze die Waffe gegen sich selbst. Die Polizei untersucht weiterhin den genauen Ablauf, das Motiv und die Frage, wie der Jugendliche Zugang zu der Schusswaffe erhielt.
Nach Angaben aus den Ermittlungen stammte die verwendete 9-Millimeter-Pistole aus dem Besitz des Vaters. Associated Press berichtete unter Berufung auf Ermittler, die Waffe sei gesichert aufbewahrt gewesen und der Jugendliche habe sich gewaltsam Zugang verschafft. Behörden untersuchen außerdem die Online-Aktivitäten des Schülers. Dabei geht es unter anderem um Inhalte einer sogenannten True-Crime-Community und mögliche Beiträge, in denen frühere Schulschützen thematisiert wurden. Solange die Ermittlungen laufen, lässt sich daraus jedoch kein gesichertes Motiv ableiten.
Präsident Ferdinand Marcos Jr. ordnete nach dem Vorfall eine umfassende Untersuchung an und verlangte von Bildungsministerium, Innenministerium und Polizei einen Bericht über die bereits eingeführten Maßnahmen zur Sicherheit an Schulen. Die Regierung reagiert damit nicht auf einen isolierten Einzelfall. Seit Juni gab es mehrere tödliche Schusswaffenvorfälle an oder im Umfeld philippinischer Bildungseinrichtungen, wodurch Fragen zur Sicherheit auf dem Schulgelände, zur sicheren Aufbewahrung von Waffen und zur Krisenprävention stärker in den Vordergrund rücken.
Der Fall zeigt zugleich, dass Sicherheitsmaßnahmen auf dem Schulgelände allein nicht ausreichen. Nach Angaben aus den Ermittlungen gehörte die Waffe dem Vater, war gesichert aufbewahrt und der Jugendliche verschaffte sich gewaltsam Zugang. Damit beginnt Prävention bereits im häuslichen Umfeld. Sichere Waffenaufbewahrung, der Umgang mit Warnsignalen und erreichbare Beratungsangebote gehören deshalb ebenso zur Debatte wie Schutzmaßnahmen an Schulen.
Für die Ermittler kommt hinzu, dass nach dem Angriff schnell Videos und unbestätigte Informationen in sozialen Netzwerken verbreitet wurden. Behörden riefen dazu auf, keine grafischen Aufnahmen und ungesicherten Angaben weiterzuverbreiten. Das soll sowohl die Ermittlungen schützen als auch zusätzliche Belastungen für Betroffene und Angehörige vermeiden.
Welche konkreten Änderungen aus der von Marcos angeordneten Überprüfung folgen, ist noch offen. Erst wenn Bildungsministerium, Polizei und andere Behörden daraus neue verbindliche Sicherheitsvorgaben oder Programme ableiten, lässt sich beurteilen, ob der aktuelle Fall zu strukturellen Veränderungen im philippinischen Schulsystem führt. – RM
Quellen:
- Philippine News Agency – 3 dead, 6 hurt in S. Cotabato campus shooting
- Associated Press – Shooting at high school in the Philippines leaves 2 students and gunman dead, several injured
- ABS-CBN News – Marcos orders review of school safety measures after Banga school shooting; lawmakers push reforms







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