BANGKOK/MANILA – Die U.S. Trade and Development Agency (USTDA) finanziert eine Machbarkeitsstudie für ein neues trans-pazifisches Unterseekabel, das Thailand mit den Vereinigten Staaten verbinden soll. – klajoo.com – Das geplante Thailand-U.S. Submarine Cable System (THUS) könnte dabei auch die Philippinen einbinden und soll das Südchinesische Meer sowie andere als sicherheitskritisch betrachtete Routen umgehen.
Die Studie wird für die staatliche thailändische National Telecom Public Company Limited erstellt. Das Unternehmen hat die US-Firma APTelecom mit der Untersuchung beauftragt. Geprüft werden technische Route, Wirtschaftlichkeit, Finanzierung, Vermarktung und regulatorische Anforderungen.
Bis zu 11.500 Meilen und fünf mögliche südostasiatische Zwischenstaaten
Laut USTDA könnte das Kabel bis zu 11.500 Meilen lang werden. Als mögliche zusätzliche Länder nennt die US-Behörde Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur und Vietnam. Noch steht nicht fest, welche dieser Länder tatsächlich angeschlossen werden und wo konkrete Landestationen entstehen würden.
Die Formulierung ist deshalb wichtig: Eine philippinische Beteiligung ist Bestandteil der Machbarkeitsidee, aber noch kein beschlossenes Bauprojekt in Manila oder an einem anderen philippinischen Standort.
Unterseekabel werden zunehmend zu strategischer Infrastruktur
Der größte Teil des internationalen Datenverkehrs läuft über Unterseekabel. Ausfälle, Sabotage, Erdbeben oder politische Konflikte können deshalb nicht nur Internetverbindungen beeinträchtigen, sondern auch Cloud-Dienste, Banken, Rechenzentren und Unternehmenskommunikation treffen.
Dass THUS ausdrücklich das Südchinesische Meer umgehen soll, macht den sicherheitspolitischen Charakter des Projekts deutlich. Die Route soll nicht nur zusätzliche Kapazität schaffen, sondern bestehende Verbindungen diversifizieren und geopolitisch als riskant eingestufte Seegebiete vermeiden.
Für die Philippinen wäre eine zusätzliche trans-pazifische Verbindung grundsätzlich interessant, weil das Land stark von internationaler digitaler Infrastruktur abhängig ist und zugleich seine Rechenzentrums-, Cloud- und IT-Dienstleistungsbranche ausbauen will.
US-Förderung ist zugleich Industriepolitik
USTDA beschreibt das Projekt ausdrücklich auch als Möglichkeit, amerikanische Technik, Software und Installationsleistungen zu platzieren. Die Studie soll technische Spezifikationen an US-Standards ausrichten und damit amerikanischen Unternehmen spätere Aufträge erleichtern.
Das THUS-Projekt verbindet damit drei Ebenen: digitale Resilienz, geopolitische Routenplanung und Industriepolitik. Ob die Philippinen tatsächlich Teil des endgültigen Kabelsystems werden, wird sich erst nach der Machbarkeitsstudie, konkreter Routenwahl, Finanzierung und nationalen Genehmigungen zeigen. – RM
Quellen:
- U.S. Trade and Development Agency – USTDA Supports Trusted Thailand-U.S. Subsea Cable Link – 14.09.2026







Add Comment