MANILA – Der philippinische Innenminister Jonvic Remulla hat erklärt, der Asylantrag des früheren Präsidentensprechers Harry Roque sei abgelehnt worden. – klajoo.com – Roque widerspricht dieser Darstellung ausdrücklich und erklärt, sein Verfahren liege weiterhin bei den zuständigen österreichischen Behörden. Eine belastbare öffentliche Bestätigung aus Österreich für eine endgültige Ablehnung liegt bislang nicht vor.
Damit ist die eigentliche Nachricht nicht eine gesicherte Asylentscheidung, sondern ein offener Widerspruch zwischen einem philippinischen Regierungsmitglied und dem Antragsteller über den Stand eines ausländischen Verfahrens.
Niederlande und Österreich dürfen nicht vermischt werden
Roque hatte seinen Schutzantrag ursprünglich in den Niederlanden gestellt. Weil er mit einem von Österreich ausgestellten Schengen-Visum in den europäischen Raum eingereist war, wurde die Zuständigkeit nach den europäischen Asylregeln nach Österreich verlagert. Eine Überschrift, der Antrag sei „in den Niederlanden abgelehnt“ worden, ist deshalb irreführend.
Noch am 10. September erklärte Justizminister Frederick Vida, Roques Antrag in Österreich werde weiterhin geprüft. Das Department of Justice betonte zugleich, die Philippinen würden ausländische Asylverfahren respektieren, aber weiterhin versuchen, Personen mit offenen Strafverfahren zur Rückkehr zu bewegen.
Remullas Aussage ersetzt keinen österreichischen Bescheid
Roque weist insbesondere die Vorstellung zurück, sein Antrag gelte automatisch als abgelehnt, weil seit der Antragstellung eine bestimmte Zeit vergangen sei. Nach seiner Darstellung ist der Fall zur Entscheidung eingereicht, ein offizieller Bescheid stehe aber noch aus.
Für die journalistische Einordnung ist deshalb Zurückhaltung nötig. Philippinische Behörden können Informationen aus diplomatischen oder polizeilichen Kontakten besitzen; die verbindliche Entscheidung über einen österreichischen Asylantrag trifft aber die zuständige österreichische Behörde. Solange deren Entscheidung nicht öffentlich oder anderweitig belastbar bestätigt ist, darf Remullas Aussage nur als Behauptung des Innenministers wiedergegeben werden.
Das Asylverfahren und das philippinische Strafverfahren sind getrennte Fragen
Roque wird auf den Philippinen in einem Strafverfahren gesucht und weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Im Asylverfahren geht es dagegen darum, ob ihm bei einer Rückkehr Schutzgründe nach österreichischem und europäischem Recht zustehen. Die Existenz eines Strafverfahrens entscheidet diese Frage nicht automatisch in die eine oder andere Richtung.
Für klajoo bleibt deshalb der nächste belastbare Trigger eine offizielle österreichische Entscheidung oder eine nachvollziehbare Bestätigung durch eine zuständige Behörde. Bis dahin lautet der korrekte Stand: Remulla spricht von Ablehnung, Roque von einem noch offenen Verfahren. – RM
Quellen:
- INQUIRER.net – Harry Roque’s asylum bid denied, says Remulla – 15.09.2026
- INQUIRER.net – Roque disputes Remulla, says asylum bid still pending – 15.09.2026
- Daily Tribune – DOJ: Asylum claims must not shield fugitives from criminal cases – 10.09.2026







Add Comment