BACO – Die geplante Ausbaggerung der Flüsse Alag und Longos in Oriental Mindoro sorgt erneut für Streit. Ein Priester und Umweltaktivist aus der Diözese Calapan fordert, die Arbeiten zunächst auszusetzen und mögliche Folgen für andere Gemeinden, Küstenbereiche und die Fischerei genauer zu prüfen. – klajoo.com – Befürworter sehen in der Flussvertiefung dagegen eine dringend benötigte Maßnahme gegen wiederkehrende Überschwemmungen in Baco.
Der Konflikt ist nicht neu. Bereits 2025 setzte die Provinzregierung Dredging-Projekte in Oriental Mindoro vorübergehend aus, um technische und ökologische Fragen erneut zu bewerten. Bewohner und Kommunalpolitiker aus Baco verlangten anschließend ausdrücklich, die Projekte an Alag und Longos fortzuführen. Sie verwiesen auf schwere, regelmäßig wiederkehrende Überschwemmungen und darauf, dass versandete Flussläufe den Abfluss behinderten.
Die Projekte sind genehmigt – damit ist die Wirkungsfrage aber nicht erledigt
Für beide Flüsse wurden Umweltverfahren durchgeführt. Das Environmental Management Bureau der MIMAROPA-Region führt für die Projekte der Bird’s Nest Resources Corporation Umweltverträglichkeitsgenehmigungen aus dem November 2024. Die Provinzregierung reorganisierte 2026 zudem ein mehrseitig besetztes Monitoring-Team für die großflächigen Dredging-Aktivitäten an Alag und Longos.
Eine solche Environmental Compliance Certificate (ECC) bedeutet jedoch nicht, dass ein Projekt keinerlei Umweltfolgen hat. Sie legt vielmehr Bedingungen fest, unter denen ein Vorhaben durchgeführt und überwacht werden darf. Entscheidend ist deshalb, ob die genehmigten Maßnahmen, Auflagen und Kontrollen in der Praxis eingehalten werden und ob neue Erkenntnisse eine Anpassung erforderlich machen.
Hochwasserschutz und Küstenschutz können gleichzeitig betroffen sein
Ausbaggern kann den Abflussquerschnitt eines stark versandeten Flusses vergrößern und dadurch lokal Wasserstände bei Hochwasser senken. Gleichzeitig transportieren Flüsse Sedimente bis an ihre Mündungen und Küsten. Werden große Mengen Material entnommen oder Strömungsverhältnisse verändert, können sich Folgen flussabwärts oder an der Küste ergeben. Genau deshalb reicht die Frage „Dredging ja oder nein“ für eine seriöse Bewertung nicht aus.
Notwendig sind belastbare Antworten darauf, welche Hochwassermodelle zugrunde liegen, wie sich die Maßnahme bei Starkregen verhält, welche Veränderungen an Mündung und Küstenlinie erwartet werden, wie Fischgründe und Mangroven überwacht werden und was mit dem entnommenen Material geschieht. Ebenso wichtig ist, wer wirtschaftlich von der Nutzung oder Verwertung des Baggerguts profitiert und welche Gegenleistungen dafür vorgesehen sind.
Baco hat ein reales Hochwasserproblem – Kritik ist deshalb kein Argument für Untätigkeit
Die Forderung nach einer erneuten Prüfung darf nicht mit der Behauptung verwechselt werden, Baco brauche keinen Hochwasserschutz. Die Provinz selbst dokumentiert den starken lokalen politischen und gesellschaftlichen Druck, die Flüsse wieder leistungsfähiger zu machen. Umgekehrt darf der Hinweis auf Überschwemmungen nicht dazu führen, ökologische und wirtschaftliche Nebenwirkungen als nebensächlich abzutun.
Gerade deshalb ist Alag-Longos ein typischer Fall, bei dem die Qualität des Projekts wichtiger ist als ein einfaches Pro oder Contra. Wenn Dredging nachweislich Hochwasserrisiken senkt, muss gleichzeitig geklärt sein, wie Schäden an anderen Stellen verhindert und die Entnahme kontrolliert wird. Erst diese Gesamtbilanz zeigt, ob aus einer kurzfristig plausiblen Maßnahme tatsächlich nachhaltiger Hochwasserschutz wird. – RM
Quellen:
- INQUIRER.net – Calapan priest says dredging in Baco may harm other communities – 15.09.2026
- Environmental Management Bureau – MIMAROPA – Approved ECC projects, Alag and Longos River Restoration
- Province of Oriental Mindoro – Baco residents appeal for resumption of dredging – 09.09.2025
- Province of Oriental Mindoro – Executive Orders 2026, EO No. 06: Monitoring Team Alag/Longos







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