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Manila

Neue Regeln für Studienbeihilfen: Ärmere Familien sollen bei staatlicher Förderung wieder stärker zum Zug kommen

MANILA – Präsident Ferdinand Marcos Jr. hat Republic Act 12325 unterzeichnet und damit den Universal Access to Quality Tertiary Education Act erweitert. – klajoo.com – Das neue Gesetz soll staatliche Studienförderung gezielter an finanziell benachteiligte Studierende vergeben und zugleich mehrere Lücken im bisherigen System schließen. Besonders wichtig ist die Neuregelung der Tertiary Education Subsidy (TES): Qualifizierte Studierende aus armen und benachteiligten Haushalten, darunter Familien aus dem staatlichen 4Ps-Programm, sollen künftig deutlich stärker priorisiert beziehungsweise automatisch in die Förderung einbezogen werden, wenn sie die übrigen Voraussetzungen erfüllen.

Der Hintergrund ist bemerkenswert. Die Second Congressional Commission on Education, kurz EDCOM 2, weist darauf hin, dass der Anteil der TES-Empfänger aus den ärmsten Haushalten im bisherigen System stark gesunken war. 2018 entfielen nach ihren Daten noch 74,24 Prozent der Zuschüsse auf die einkommensschwächste Gruppe. 2022 waren es nur noch 30,74 Prozent. Ein Programm, das gerade Studierenden mit geringem Einkommen den Zugang zu Hochschulen erleichtern sollte, hatte damit im Laufe der Jahre einen erheblichen Teil seiner ursprünglichen Zielgenauigkeit verloren.

Republic Act 12325 versucht diese Entwicklung zu korrigieren. Bei der Vergabe der TES sollen zunächst besonders bedürftige Studierende berücksichtigt werden. Verbleibende Förderplätze werden anschließend stärker nach dem Pro-Kopf-Einkommen des Haushalts vergeben. Damit soll nicht allein der Besuch einer bestimmten Hochschule darüber entscheiden, wer Unterstützung erhält, sondern stärker die tatsächliche finanzielle Situation der Familie.

Das Gesetz erweitert zudem, wofür die Unterstützung eingesetzt werden kann. Vorgesehen sind unter anderem Zuschüsse zu vorgeschriebenen Praktika und sogenannten Related Learning Experiences, die besonders in Pflege- und anderen Gesundheitsberufen eine Rolle spielen. Auch Kosten im Zusammenhang mit beruflichen Zulassungsprüfungen können berücksichtigt werden. Für Studierende mit Behinderung sind zusätzliche Unterstützungsleistungen vorgesehen.

Ein weiterer Baustein betrifft private Hochschulen und technische Berufsbildungseinrichtungen. Für benachteiligte Studierende in staatlich priorisierten Ausbildungsgängen soll ein eigenes Unterstützungsinstrument geschaffen werden, wenn geeignete Plätze im öffentlichen System nicht ausreichen. Damit wird das Prinzip der kostenlosen oder staatlich geförderten tertiären Bildung nicht mehr ausschließlich über staatliche Einrichtungen gedacht.

Die Reform erlaubt außerdem mehr Flexibilität bei der Studiendauer. In begründeten Fällen kann die Unterstützung noch bis zu einem Jahr über die reguläre Programmdauer hinausreichen. Gleichzeitig sollen ein einheitlicher Lernenden-Code, Beschwerdemechanismen und regelmäßige Berichte die Verwaltung und Kontrolle des Systems verbessern. Die Höhe der Zuschüsse soll künftig regelmäßig überprüft werden, damit sie nicht dauerhaft hinter tatsächlichen Studien- und Lebenshaltungskosten zurückbleibt.

Für Familien ist entscheidend, dass die Gesetzesunterzeichnung nicht bedeutet, dass ab sofort jeder Studierende automatisch Geld erhält. Die Details müssen in den Durchführungsbestimmungen umgesetzt werden, und weiterhin gelten Zulassungs- und Fördervoraussetzungen. Die Richtung der Reform ist jedoch klar: Die verfügbaren Mittel sollen wieder stärker dort ankommen, wo ein Studium ohne zusätzliche Hilfe besonders schwer finanzierbar ist.

Für die Philippinen ist das mehr als eine Bildungsfrage. Viele Familien sehen ein Hochschul- oder Berufsbildungsstudium als wichtigsten Weg zu stabileren Einkommen. Wenn staatliche Förderung ausgerechnet ärmere Haushalte immer seltener erreicht, verstärkt das bestehende Ungleichheiten. Republic Act 12325 versucht, diesen Mechanismus zu korrigieren. Ob das gelingt, wird davon abhängen, wie konsequent die neuen Prioritäten bei der tatsächlichen Vergabe der Zuschüsse umgesetzt werden. – RM

Quellen:

  • Philippine News Agency: PBBM inks law expanding access to free tertiary education
  • EDCOM 2: Landmark amendments to the Universal Access to Quality Tertiary Education Act signed into Law
  • Philippine News Agency: Salceda: Expanded TES to give more poor students access to college

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