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Iloilo-Schüler bei Robotik-Wettbewerb ausgezeichnet – wie gut sind die Philippinen für das Roboterzeitalter gerüstet?

Kajang, MALAYSIA – Zwei Schüler aus der Provinz Iloilo haben beim World Robot Contest 2026 Malaysia Championship einen Excellence Award erhalten. – klajoo.com – Edmerl Chris Tiongson und Kenaz Shem Quiñanola von der Cabatuan National Comprehensive High School traten Ende August in der Upper Secondary Category des Super AI Super Track Competition an. Für die Philippinen ist die Auszeichnung nicht nur eine positive Schulmeldung. Sie trifft ein Thema, das in den kommenden Jahren für Industrie, Landwirtschaft, Logistik und Dienstleistungen erheblich wichtiger werden dürfte: Robotik und Automatisierung.

Die beiden Grade-12-Schüler hatten sich zuvor über die TechQuest National Robotics Challenge for Academia in Makati City für den internationalen Wettbewerb qualifiziert. Bemerkenswert ist auch der Standort ihrer Schule. Gerade dort baut die Provinz Iloilo derzeit für 15 Millionen Peso einen MoRProGRes TechnoHub auf. Nach Angaben der Provinz soll es der erste schulbasierte TechnoHub dieser Art im Land werden. Vorgesehen sind praktische Ausbildung und Projekte unter anderem zu Robotik, künstlicher Intelligenz, Drohnentechnik, 3D-Druck und Informations- und Kommunikationstechnik. Weitere Hubs sollen langfristig in allen fünf Kongressbezirken der Provinz entstehen.

Damit ist Iloilo Teil einer breiteren Entwicklung. Die Philippinen verfügen inzwischen über mehrere Forschungs- und Ausbildungszentren für Robotik, Mechatronik und Smart Manufacturing. Das DOST-Metals Industry Research and Development Center betreibt mit AMERIAL ein Advanced Mechatronics, Robotics and Industrial Automation Laboratory. In Western Visayas unterstützt DOST die weitere Inbetriebnahme des Smart Manufacturing, Automation and Robotics Technology Center der Iloilo Science and Technology University. In Nueva Vizcaya wurde 2025 ein Zentrum für adaptive Robotik und intelligente Systeme in der Lebensmittelproduktion eröffnet.

Auch die staatliche Forschungsstrategie geht inzwischen deutlich über klassische Industrieroboter hinaus. DOST-ASTI entwickelt mit ROAMER einen autonomen Bodenroboter, der Bananenplantagen vermessen und Felddaten erfassen kann. Weitere Programme untersuchen autonome Flug-, Unterwasser- und Rover-Systeme für Landwirtschaft, Umweltüberwachung und Katastrophenschutz. Der aktuelle Industry-4.0-Fahrplan des DOST sieht unter anderem kollaborative Roboter, autonome Produktionssysteme, Cloud-Robotik, digitale Zwillinge und langfristig weitgehend automatisierte Fertigung vor.

Die Ausgangslage der Wirtschaft ist allerdings wesentlich weniger fortgeschritten, als solche Forschungsprojekte vermuten lassen. Eine DOST-MIRDC-Untersuchung von kleinen und mittleren Industrieunternehmen aus den Jahren 2019 bis 2022 kam zu dem Ergebnis, dass rund 90 Prozent lediglich über eine grundlegende Automatisierung auf Werkstattebene verfügten. Acht Prozent arbeiteten demnach praktisch ohne Automatisierung; nur etwa zwei Prozent verfügten über fortgeschrittene Produktionsprozesse mit automatisierten wiederkehrenden Abläufen und sehr geringer menschlicher Intervention. Die Untersuchung ist inzwischen einige Jahre alt und bildet nicht den exakten Stand von 2026 ab. Sie zeigt aber, von welchem niedrigen Ausgangsniveau ein großer Teil der philippinischen Industrie kommt.

Die Unternehmen nannten dabei sehr praktische Hindernisse: hohe Investitionskosten, fehlendes Kapital für neue Maschinen, mangelnde Fachkräfte, unzureichende Ausbildung, begrenzte Märkte und Schwierigkeiten, Forschungsergebnisse in tatsächlich nutzbare Produktionssysteme zu überführen. Genau diese Probleme sind volkswirtschaftlich entscheidend. Ein Land kann hervorragende Schüler, einzelne Forschungszentren und technisch gute Prototypen hervorbringen und trotzdem bei der breiten Produktivitätswirkung zurückbleiben, wenn die Technik nicht in Tausenden Betrieben ankommt.

Auch das DOST selbst beschreibt diese Lücke offen. In der aktuellen Bewertung der philippinischen AI- und AI-Robotics-Roadmap werden fragmentierte Infrastruktur, schwache Wege von Forschung zur praktischen Anwendung und eine begrenzte Zahl von Experten und Projektträgern als Herausforderungen genannt. Mit dem 2026 gestarteten National Artificial Intelligence Center for Research and Innovation und mehreren regionalen Rechen-, Forschungs- und Innovationszentren versucht die Regierung, diese Strukturen stärker zusammenzuführen.

Im internationalen Vergleich ist der Abstand zu den führenden asiatischen Industriestaaten erheblich. Die International Federation of Robotics nennt für Asien 2024 im Durchschnitt 131 Industrieroboter je 10.000 Beschäftigte in der Fertigung. Südkorea kommt auf 1.220, Singapur auf 818 und Japan auf 446. Eine direkt vergleichbare aktuelle Zahl für die Philippinen ist in der öffentlich zugänglichen IFR-Zusammenfassung nicht ausgewiesen; eine konkrete philippinische Rangposition lässt sich daraus deshalb nicht seriös ableiten.

Der entscheidende Punkt ist ohnehin, dass das kommende „Roboterzeitalter“ nicht vor allem aus menschenähnlichen Maschinen bestehen wird. In der näheren Zukunft geht es auf den Philippinen viel eher um automatische Produktionsanlagen, kollaborative Roboter, autonome Fahrzeuge für Landwirtschaft und Lagerhaltung, Kamerasysteme mit künstlicher Intelligenz, Drohnen, automatische Sortierung, Inspektion und Wartung sowie Maschinen, die gefährliche oder stark repetitive Arbeiten übernehmen.

Für ein Land mit einer jungen Bevölkerung kann das zugleich Chance und Risiko sein. Robotik kann Produktivität steigern, Qualitätsprobleme reduzieren und Unternehmen ermöglichen, auch bei steigenden Löhnen international wettbewerbsfähig zu bleiben. Sie verändert aber die Nachfrage nach Arbeitskräften: Weniger wichtig werden bestimmte repetitive Tätigkeiten, wichtiger werden Mechatronik, Programmierung, Wartung, Datenanalyse und die Fähigkeit, Maschinen und Software miteinander zu verbinden.

Die Auszeichnung der beiden Schüler aus Cabatuan zeigt deshalb vor allem eines: An Talent fehlt es den Philippinen nicht. Entscheidend wird sein, ob aus solchen Einzelbeispielen eine breite Ausbildungskette entsteht – von Schulen über TESDA und Hochschulen bis in die Betriebe. Die neuen TechnoHubs und Robotikzentren sind dafür Bausteine. Ob sie volkswirtschaftlich Wirkung entfalten, wird sich daran messen lassen, wie schnell die Technologie außerhalb einzelner Vorzeigeprojekte tatsächlich in Produktion, Landwirtschaft, Logistik und öffentliche Dienste gelangt. – RM

Quellen:

  • Daily Guardian – Cabatuan students win robotics award in Malaysia
  • Iloilo Provincial Government – Iloilo establishes first-ever school-based technohub in PH
  • DOST-MIRDC – DOST Takes the Lead in Molding a Technology-Driven PH through Research and Development Programs
  • DOST-MIRDC – Centers and Facilities / AMERIAL
  • DOST Western Visayas – Advanced computing and smart industry facilities
  • DOST-PCIEERD – AI & AI Robotics Roadmap Assessment
  • DOST-PCIEERD – Industry 4.0 Roadmap
  • DOST-ASTI – Robot for Optimized and Autonomous Mission-Enhancement Responses (ROAMER)
  • DOST-ASTI – National Artificial Intelligence Center for Research and Innovation
  • International Federation of Robotics – Robot Density Surges in Europe, Asia and Americas

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