ILOILO CITY – Die Polizei in Western Visayas hat innerhalb von drei Monaten 24,333 Kilogramm Shabu beschlagnahmt. Der von der Polizei angesetzte Gesamtwert beträgt 165,47 Millionen Peso, umgerechnet rund 2,29 Millionen Euro. – klajoo.com – Auffällig ist vor allem die regionale Verteilung: Mehr als zwei Drittel der beschlagnahmten Shabu-Menge entfielen auf die Polizeieinheiten der Provinz Iloilo und von Iloilo City.
Nach der detaillierten Auswertung des Police Regional Office 6 (PRO-6) wurden vom 22. Mai bis 22. August insgesamt 415 Anti-Drogen-Einsätze durchgeführt. Dabei wurden 175 als „High Value Individuals“ eingestufte Personen, 314 sogenannte „Street Level Individuals“ sowie 19 weitere nicht klassifizierte Verdächtige festgenommen. Insgesamt sind das 508 Festnahmen.
Iloilo Province allein steht für mehr als 40 Prozent der Menge
Den größten Anteil meldete das Iloilo Police Provincial Office. Seine Einheiten beschlagnahmten 10,3 Kilogramm Shabu – 42,5 Prozent der gesamten regionalen Menge. Hinzu kamen 355 Gramm sogenanntes Kush sowie 22 Gramm Marihuana.
Das Iloilo City Police Office meldete weitere sechs Kilogramm Shabu. Provinz und Stadt Iloilo kommen damit zusammen auf 16,4 Kilogramm beziehungsweise rund 67 Prozent der gesamten von PRO-6 ausgewiesenen Shabu-Menge. Die regionale Polizeidrogeneinheit RPDEU-6 beschlagnahmte zusätzlich 6,285 Kilogramm. Deutlich kleinere Mengen wurden aus Antique, Capiz, Aklan und Guimaras gemeldet.
Diese Verteilung macht Iloilo zum auffälligsten Teil der aktuellen Statistik. Sie beantwortet jedoch noch nicht die entscheidende Frage: Werden dort tatsächlich größere Mengen gehandelt als in anderen Teilen von Western Visayas, verlaufen wichtige Lieferwege durch Iloilo – oder ist die hohe Beschlagnahmemenge vor allem das Ergebnis intensiverer und erfolgreicherer Ermittlungen?
Fast ein Drittel der gesamten Shabu-Menge des Jahres 2025 in nur drei Monaten
Zum Vergleich: Für das gesamte Jahr 2025 meldete PRO-6 75,3 Kilogramm beschlagnahmtes Shabu. Die aktuellen 24,3 Kilogramm innerhalb von drei Monaten entsprechen rechnerisch bereits rund 32 Prozent dieser Jahresmenge. Ein ähnlicher, ungefähr dreimonatiger Berichtszeitraum unter der vorherigen Regionalführung im Jahr 2025 hatte 19,7 Kilogramm Shabu und Marihuana aus 391 Einsätzen ergeben.
Die Zahlen legen damit nahe, dass die derzeitigen Beschlagnahmungen mengenmäßig hoch sind. Sie beweisen aber weder, dass der Drogenhandel in Western Visayas entsprechend zugenommen hat, noch dass mehr Shabu tatsächlich bei Konsumenten ankommt. Beschlagnahmungsstatistiken messen zunächst die Menge, die Sicherheitsbehörden finden – und werden deshalb gleichzeitig vom Umfang des illegalen Marktes und von der Intensität sowie Qualität der Polizeiarbeit beeinflusst.
Polizei verweist auf Intelligence und Fallaufbau – eine neue Taktik ist bisher nicht belegt
PRO-6 führt die Ergebnisse auf verstärkte nachrichtendienstliche Arbeit, Überwachung, sorgfältigeren Fallaufbau, Kooperation mit anderen Behörden und Hinweise aus der Bevölkerung zurück. Solche Methoden gehören allerdings seit Jahren zum üblichen Instrumentarium der philippinischen Anti-Drogen-Arbeit. Aus den bislang veröffentlichten Angaben lässt sich deshalb nicht belegen, dass seit Mai eine grundlegend neue Ermittlungsstrategie eingeführt wurde.
Neu ist vor allem die Intensität des aktuellen Drei-Monats-Zeitraums unter Regionaldirektor Randulf Tuaño, der nach seiner Amtsübernahme im Mai eine Verschärfung der Anti-Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung angekündigt hatte. Ob diese Strategie dauerhaft mehr größere Lieferketten trifft oder vor allem zu mehr Einzeloperationen führt, lässt sich erst mit längeren Zeitreihen beurteilen.
Auch sinkende Kriminalitätszahlen sind kein Beweis für Ursache und Wirkung
Tuaño verbindet die Anti-Drogen-Kampagne zugleich mit dem Rückgang der acht sogenannten Fokusdelikte in Western Visayas. Diese sanken im vergleichbaren Zeitraum nach Polizeiangaben von 499 auf 385 Fälle. Ein zeitlicher Zusammenhang ist damit vorhanden; daraus folgt aber nicht automatisch, dass die Drogenoperationen die Ursache des Rückgangs sind. Für Mord, Raub, Vergewaltigung oder andere Fokusdelikte wirken zahlreiche weitere Faktoren.
Für die weitere Beobachtung sind deshalb drei Fragen wichtiger als der veröffentlichte Gesamtwert der beschlagnahmten Drogen: Bleibt Iloilo auch über längere Zeit der Schwerpunkt großer Funde? Lassen sich wiederkehrende Lieferwege oder organisierte Netzwerke nachweisen? Und steigt der Anteil von Verfahren, bei denen nicht nur Straßenhändler, sondern Beschaffung, Finanzierung und Verteilung größerer Mengen aufgeklärt werden?
Erst solche Daten würden zeigen, ob die aktuellen 24,3 Kilogramm vor allem eine außergewöhnlich erfolgreiche Phase der Strafverfolgung darstellen oder auf eine strukturell größere Rolle von Iloilo im regionalen Shabu-Handel hinweisen. – RM
Quellen:
- Philippine News Agency – Police seize P165.5-M in illegal drugs in W. Visayas
- Daily Guardian – PRO-6 seizes PHP 165M shabu in three months
- Iloilo Metropolitan Times – P77-M shabu seized in 30-day drug ops across WV
- Philippine News Agency – P500M worth of illegal drugs seized in W. Visayas in 2025
- Philippine News Agency – Over P132.7M worth of illegal drugs seized in 3 months in W. Visayas
- Bangko Sentral ng Pilipinas – Daily Reference Exchange Rate Bulletin
- klajoo – Fokusdelikte in Western Visayas sinken weiter – die Polizeistatistik zeigt einen Trend, aber nicht die gesamte Kriminalität







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