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Manila

Fast die Hälfte der Schweinefleischimporte kommt aus Brasilien

MANILA – Brasilien hat seine Stellung als wichtigster ausländischer Schweinefleischlieferant der Philippinen deutlich ausgebaut. Von Januar bis Juni 2026 importierten die Philippinen insgesamt 455.381 Tonnen Schweinefleisch. – klajoo.com – Davon kamen 224.243 Tonnen aus Brasilien – rund 49 Prozent.

Die gesamten Schweinefleischimporte lagen damit elf Prozent über den 409.693 Tonnen des ersten Halbjahres 2025. Schweinefleisch machte zugleich mehr als die Hälfte aller Fleischimporte des Landes aus.

Brasilien dominiert nicht nur bei Schweinefleisch. Bei allen Fleischarten zusammen war das Land im ersten Halbjahr mit 429.691 Tonnen mit großem Abstand der wichtigste Lieferant der Philippinen. Die USA folgten mit 105.380 Tonnen.

Heimische Produktion erholt sich teilweise

Die hohen Importmengen bedeuten allerdings nicht, dass die philippinische Schweineproduktion gleichzeitig weiter eingebrochen wäre. Nach Angaben der Philippine Statistics Authority wurden im zweiten Quartal 2026 rund 412.280 Tonnen Schwein produziert. Das waren 5,6 Prozent mehr als im gleichen Quartal 2025.

Beim Tierbestand ist die Erholung dagegen noch nicht vollständig sichtbar. Zum 30. Juni wurden 8,93 Millionen Schweine gezählt, ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Rund 79 Prozent des Bestands stehen in kleinen Betrieben.

Die Zahlen zeigen damit ein gemischtes Bild: Die aktuelle Produktion hat sich gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal verbessert, gleichzeitig bleibt der Tierbestand unter dem Vorjahresniveau und die Einfuhr steigt weiter.

Langfristige Folgen der Afrikanischen Schweinepest

Die philippinische Schweinewirtschaft leidet seit Jahren unter den Folgen der Afrikanischen Schweinepest. Wiederkehrende Ausbrüche, Verluste bei Zuchttieren und das Risiko neuer Infektionen erschweren insbesondere kleinen Haltern den Wiederaufbau ihrer Bestände.
Importe dienen deshalb weiterhin als wichtiger Puffer für die Versorgung und die Preisstabilität. Brasilien kann dabei große Mengen zu wettbewerbsfähigen Preisen liefern und hat sich inzwischen zum wichtigsten Anbieter entwickelt.

Die zunehmende Konzentration auf einen Lieferstaat schafft allerdings eine neue Abhängigkeit. Sollte Brasilien wegen Tierseuchen, Handelsbeschränkungen oder eigener Preissteigerungen weniger liefern können, hätte dies unmittelbare Auswirkungen auf einen Markt, der inzwischen fast jedes zweite importierte Kilogramm Schweinefleisch aus diesem Land bezieht.

Für die Beurteilung der Versorgungslage reicht es deshalb nicht, nur auf steigende heimische Produktion oder nur auf wachsende Importe zu schauen. Entscheidend ist, ob der philippinische Schweinebestand nachhaltig wieder aufgebaut werden kann und wie stark das Land langfristig auf ausländische Lieferungen angewiesen bleibt. – RM

Quellen:

  • The Philippine Star – Meat imports up 33% in H1
  • Philippine Statistics Authority – Livestock and Poultry Quarterly Bulletin, April to June 2026
  • Philippine Statistics Authority – Livestock and Poultry Production, April to June 2026
  • Pig333 – Philippine pork imports saw 11% increase in first half of 2026

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