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Cebu kämpft gleichzeitig mit Müll- und Hochwasserproblemen – teure Notlösungen ersetzen noch kein funktionierendes System

CEBU – Cebu City investiert gleichzeitig in Müllentsorgung und Hochwasserschutz – und kämpft dennoch mit wachsenden Abfallbergen und verstopften Wasserwegen. – klajoo.com – Die beiden Probleme hängen miteinander zusammen, dürfen aber nicht verwechselt werden: Müll kann Abflüsse und Bäche blockieren und dadurch lokale Überschwemmungen verschärfen. Er ist jedoch nicht die alleinige Ursache des Hochwassers in einer schnell wachsenden Großstadt mit begrenzter Entwässerungskapazität und starken Monsunregen.

Die aktuelle Lage zeigt vielmehr, wie mehrere Schwächen ineinandergreifen. Seit dem tödlichen Müllrutsch auf der Binaliw-Deponie im Januar verfügt Cebu City über keine stabile langfristige Entsorgungslösung. Ersatzsysteme sind teuer, teilweise regulatorisch problematisch und führen immer wieder zu nicht abgeholtem Müll. Gleichzeitig sollen neue Entwässerungs- und Hochwasserschutzprojekte Millionenbeträge kosten.

36 Tote und der Verlust der wichtigsten Deponie

Ausgangspunkt der aktuellen Müllkrise war der Müllrutsch auf der Deponie in Barangay Binaliw am 8. Januar 2026. Dabei starben 36 Menschen. Der Betrieb der Anlage wurde anschließend erheblich eingeschränkt.

Cebu City musste kurzfristig Ersatzlösungen schaffen und nutzte unter anderem eine Fläche am South Road Properties (SRP) als Zwischenlager.

Doch auch dort entstanden neue Probleme. Das Environmental Management Bureau Region 7 stellte fest, dass die temporäre Anlage ohne die erforderliche Environmental Compliance Certificate und ohne ausreichende Schutzmaßnahmen betrieben wurde. Am 7. Juni erging eine Cease-and-Desist Order.

Müll wird mehr als 60 Kilometer weit gefahren

Seitdem muss ein erheblicher Teil des Abfalls zu einer Deponie in Aloguinsan transportiert werden – mehr als 60 Kilometer von Cebu City entfernt.

Nach Angaben der Stadt und lokaler Medien kostet dieses Modell mehrere Tausend Peso je Tonne. Hochgerechnet könnte sich das jährliche Müllbudget von ursprünglich etwa 500 Millionen Peso auf nahezu eine Milliarde Peso verdoppeln.

Das ist keine nachhaltige Entsorgungsstruktur, sondern eine kostspielige Übergangslösung.

Hinzu kommt ein logistisches Problem: Müll muss zunächst in den Barangays gesammelt, nachts an Übergabestellen übernommen und anschließend mit schweren Lastwagen quer über die Insel transportiert werden. Verzögerungen führen unmittelbar dazu, dass Abfälle länger in dicht besiedelten Gebieten liegen bleiben.

Der Stadtrat verlangt inzwischen einen Plan bis 2036

Die zunehmenden Beschwerden über nicht abgeholten Müll haben inzwischen den Stadtrat erreicht. Councilor Harold Kendrick Go fordert von Bürgermeister Nestor Archival einen kurzfristigen Aktionsplan für die zweite Jahreshälfte 2026 und zusätzlich einen langfristigen Entsorgungsplan für die Jahre 2026 bis 2036.

Go kritisierte auch, dass der Stadtrat über Änderungen des Entsorgungssystems teilweise erst aus Medienberichten oder von Barangay-Verantwortlichen erfahre.

Das ist mehr als ein Kommunikationsproblem. Müllentsorgung benötigt Flächen, langfristige Verträge, Transportkapazitäten, Recyclinganlagen und erhebliche Haushaltsmittel. Ohne verlässlichen Plan reagiert die Stadt von einer Notlösung auf die nächste.

Ein neues Zwischenlager wird bereits wieder gesucht

Obwohl das SRP-System gerade beendet wurde, prüft das Department of Public Services bereits Block 27 in Barangay Mabolo als möglichen neuen temporären Umschlagplatz.

Auch dort müssten zunächst Umweltgenehmigungen eingeholt und technische Voraussetzungen geschaffen werden. Stadträte kritisierten, dass ähnliche Infrastruktur – etwa eine schnellere Entladerampe – bereits Monate zuvor diskutiert worden sei, ohne dass sie gebaut wurde.

Damit droht sich das Muster zu wiederholen: Ein Provisorium soll das vorherige Provisorium ersetzen, während die dauerhafte Entsorgung ungeklärt bleibt.

Bei Starkregen landet ein Teil des Problems im Entwässerungssystem

Die Folgen reichen über Geruch und Hygiene hinaus. Am 22. Juli führte starker Monsunregen in Barangay Guadalupe zu kniehohem Hochwasser. Nach Angaben der örtlichen Barangay-Führung hatte sich Müll an einem Schutzgitter im Guadalajara Creek angesammelt und den Wasserabfluss behindert.

Das ist ein konkreter Fall, in dem Abfall tatsächlich zur Überschwemmung beigetragen hat.

Er beweist aber nicht, dass Cebu seine Hochwasserprobleme allein durch bessere Müllabfuhr lösen könnte. Regenmenge, Gefälle, Bebauung, Querschnitt der Wasserwege, Küstenlage und Leistungsfähigkeit der Drainagen bleiben ebenso entscheidend.

Müll wirkt vielmehr wie ein zusätzlicher Engpass: Ein ohnehin begrenztes Entwässerungssystem verliert weitere Kapazität, wenn Gitter, Kanäle und Bäche verstopfen.

Gleichzeitig fließen neue Millionen in Hochwasserschutz

Cebu City hat aktuell 145 Millionen Peso aus einem staatlichen Fonds für eine neue Materials Recovery Facility in Barangay Mambaling erhalten. Die Anlage soll Sortierung, Recycling und Kompostierung verbessern und damit die zu entsorgende Restmüllmenge reduzieren.

Parallel erwartet die Stadt mehr als 200 Millionen Peso vom Department of Public Works and Highways für ein Hochwasserschutzprojekt im Bereich Tagunol. Geplant ist unter anderem ein größerer Entwässerungskanal für Gebiete um Basak Pardo.

Beide Investitionen können sinnvoll sein. Sie lösen jedoch unterschiedliche Teile des Problems.

Ein neuer Kanal hilft wenig, wenn Müll seine Einläufe blockiert. Eine Recyclinganlage verhindert wiederum kein Hochwasser, wenn Kanäle zu klein dimensioniert sind oder Wasserwege verbaut wurden.

Die billigste Lösung wurde durch ein tödliches Unglück infrage gestellt

Vor dem Binaliw-Unglück war die lokale Müllentsorgung deutlich günstiger. Nach Angaben aus dem Stadtrat kostete die Ablagerung dort etwa 1.100 Peso je Tonne. Die externe Entsorgung liegt inzwischen bei einem Mehrfachen.

Das macht verständlich, warum Teile der Stadtregierung eine erneute Nutzung von Binaliw erwägen. Nach 36 Todesfällen kann die Kostenfrage aber nicht das einzige Kriterium sein.

Vor einer vollständigen Wiederaufnahme müsste belastbar nachgewiesen werden, dass Hangstabilität, Untergrund, Entwässerung und Betriebsverfahren sicher sind. Gerade daran hatten Stadträte Zweifel geäußert.

Cebu braucht keinen weiteren Einzelplan, sondern eine zusammenhängende Infrastrukturstrategie

Die aktuelle Debatte zeigt, dass Müllentsorgung und Hochwasserschutz nicht länger als getrennte kommunale Aufgaben behandelt werden können.

Cebu City muss täglich mehrere hundert Tonnen Abfall sicher entsorgen, Wasserwege freihalten und gleichzeitig ein Entwässerungssystem für starke Regenereignisse betreiben. Wenn eines dieser Systeme ausfällt, belastet es die anderen.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob eine neue Müllanlage oder ein neuer Drainagekanal angekündigt wird. Entscheidend ist, ob Cebu eine dauerhaft finanzierbare Entsorgung aufbaut, Abfälle tatsächlich aus Wasserwegen fernhält und Hochwasserschutzprojekte auf die reale hydraulische Belastung der Stadt auslegt.

Bislang spricht die Folge aus Deponieschließung, illegalem Zwischenlager, teurem Ferntransport und erneut gesuchtem Provisorium eher dafür, dass diese langfristige Lösung noch fehlt. – RM

Quellen:

  • SunStar Cebu: Councilor demands clear waste roadmap as Cebu City struggles with garbage crisis
  • SunStar Cebu: Cebu City ends SRP waste transfer, garbage collection shifts to barangays
  • SunStar Cebu: Cebu City explores block 27 as temporary garbage site to solve piling waste crisis
  • SunStar Cebu: Garbage clogs Guadalajara Creek, triggers Guadalupe flooding
  • SunStar Cebu: Garganera hits City over waste woes
  • SunStar Cebu: Cebu City gets P340M for 3 projects

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