BOHOL – Zwei junge Produzenten aus Dauis auf Bohol nutzen Kokosnussschalen, um daraus Holzkohlebriketts herzustellen. Mark Baldo (26) und sein Cousin Arvin Daniel (29) präsentierten ihre in Barangay Bingag produzierten Briketts Anfang August beim Coco Agri Asenso 2026 in Tagbilaran City. – klajoo.com – Nach Angaben der Veranstalter bestehen die Briketts aus verkohlten Kokosnussschalen, Maniokmehl als Bindemittel und Wasser. Das Material wird zerkleinert, vermischt und zu gleichmäßigen Brennstoffstücken gepresst.
Die Produzenten werben damit, dass die Briketts länger brennen und sauberer zu handhaben sind als lose Holzkohle.
Vom Abfall zum zusätzlichen Produkt
Die Idee ist auf den Philippinen nicht neu, passt aber gut zur Wertschöpfung rund um die Kokosnuss. Schalen, die sonst nur einen geringen Wert haben oder als Abfall anfallen, werden zu einem verkaufbaren Brennstoff. Das Department of Science and Technology fördert ähnliche Brikettiertechniken schon länger. Dabei können neben Kokosnussschalen auch Kokosfasern, Sägemehl, Bambus oder andere land- und forstwirtschaftliche Reststoffe eingesetzt werden.
Ein Beispiel gibt es seit diesem Jahr in Motiong auf Samar. Dort stellen Landwirte unter der Marke „C-Briqz“ ebenfalls Briketts aus Kokosnussschalen und Bambus her. Das zeigt, dass die Produktion auf Bohol weniger eine völlig neue Technologie als vielmehr ein weiteres lokales Geschäftsmodell für die Nutzung von Agrarresten ist.
Die “Dirty Kitchen” gehört zum philippinischen Alltag
Für philippinische Haushalte haben solche Brennstoffe einen sehr praktischen Bezug. Viele Häuser besitzen neben der eigentlichen Küche eine sogenannte “dirty kitchen”. Gemeint ist keine schmutzige Küche, sondern eine zusätzliche, meist offene oder halb offene Kochstelle außerhalb beziehungsweise an der Rückseite des Hauses. Dort wird häufig gebraten, gegrillt oder mit stark rauchenden und riechenden Brennstoffen gekocht, damit Hitze, Rauch, Fett und Gerüche nicht in den Wohnbereich gelangen.
Holzkohle wird an solchen Kochstellen vielerorts weiterhin verwendet. Gleichmäßig geformte Briketts aus Kokosnussschalen können deshalb nicht nur für touristische Grillrestaurants oder Verkaufsstände interessant sein, sondern grundsätzlich auch für den alltäglichen Gebrauch in solchen Außenküchen. Ob Baldo und Daniel ihr Produkt gezielt für diesen Haushaltsmarkt vermarkten wollen, geht aus den bislang vorliegenden Berichten allerdings nicht hervor.
“Sauberer” bedeutet nicht emissionsfrei
Bei der Einordnung ist eine sprachliche Einschränkung wichtig. Das DOST beschreibt seine Brikettiertechnik als langsam brennend, leicht entzündlich und nahezu rauchfrei; auch die Bohol-Präsentation hebt einen saubereren Brennvorgang hervor. Holzkohle bleibt jedoch ein fester Brennstoff. Die Weltgesundheitsorganisation zählt Holzkohle weiterhin zu den Brennstoffen, deren Verbrennung – insbesondere in offenen Feuern oder schlecht belüfteten Öfen – gesundheitsgefährdende Luftschadstoffe freisetzen kann.
Eine außerhalb des Hauses liegende „dirty kitchen“ kann Rauch und Hitze aus dem Wohnbereich fernhalten, macht die Verbrennung selbst aber nicht emissionsfrei. Der Vorteil der Kokosbriketts liegt daher vor allem in der Nutzung eines vorhandenen Reststoffs, einer gleichmäßigen Brennstoffform und einer möglichen zusätzlichen Einnahmequelle – nicht darin, dass Holzkohle damit zu einem gesundheitlich unbedenklichen Brennstoff würde.
Coco Agri Asenso soll neue Absatzwege schaffen
Die zweitägige Veranstaltung Coco Agri Asenso 2026 am 5. und 6. August in Tagbilaran wurde vom Agricultural Training Institute in Central Visayas organisiert. Sie brachte Kokosbauern, Verarbeiter, Behörden und mögliche Käufer zusammen. Neben Produktpräsentationen ging es um Finanzierung, Marktchancen und den Coconut Farmers and Industry Development Plan.
Für kleine Produzenten wie Baldo und Daniel ist genau diese Verbindung entscheidend. Technisch lassen sich Kokosnussschalen vergleichsweise einfach in Briketts verwandeln; wirtschaftlich interessant wird das Verfahren aber erst, wenn ausreichend Rohmaterial verfügbar ist, die Produktion gleichmäßig funktioniert und sich ein stabiler lokaler Absatzmarkt findet.
Quellen: Philippine Daily Inquirer, 10. August 2026 („Bohol farmers turn coconut shells into charcoal briquettes“); Philippine Information Agency / Coco Agri Asenso 2026; Bohol Tribune, 9. August 2026; Department of Science and Technology, Informationen zur Charcoal Briquetting Technology; Philippine Information Agency, 14. Mai 2026 („Motiong farmers launch eco-charcoal brand from coconut waste“); University of the Philippines, Studie zur „dirty kitchen“ in philippinischen Haushalten; Weltgesundheitsorganisation, Household Air Pollution. RM







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