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Staatliche Schuldentilgung steigt im ersten Halbjahr um fast 60 Prozent

MANILA – Die philippinische Regierung hat im ersten Halbjahr 2026 rund 1,227 Billionen Peso für Zinsen und die Tilgung bestehender Staatsschulden ausgegeben. – klajoo.com – Gegenüber den rund 768,1 Milliarden Peso im gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht das einem Anstieg um knapp 60 Prozent.

Allein im Juni belief sich der Schuldentilgung auf 77,22 Milliarden Peso. Das waren 18,5 Prozent mehr als die 65,14 Milliarden Peso im Juni 2025.

Der starke Anstieg bedeutet allerdings nicht, dass die Philippinen ihre Verschuldung entsprechend reduziert haben. Parallel zur Rückzahlung alter Verbindlichkeiten nahm der Staat umfangreiche neue Schulden auf. Im ersten Halbjahr lagen die Brutto-Kreditaufnahmen sogar deutlich über den Tilgungen.

Vor allem hohe Tilgungen treiben den Anstieg

Nach den Daten des Bureau of the Treasury entfielen von Januar bis Juni 743,0 Milliarden Peso auf die Tilgung von Schulden. Im ersten Halbjahr 2025 waren es lediglich rund 353,3 Milliarden Peso gewesen. Die Tilgungszahlungen haben sich damit mehr als verdoppelt.

Davon gingen rund 630,9 Milliarden Peso an inländische Gläubiger und 112,1 Milliarden Peso an ausländische Kreditgeber.

Die Zinszahlungen stiegen wesentlich moderater, aber ebenfalls deutlich: von rund 414,8 Milliarden Peso im ersten Halbjahr 2025 auf 483,7 Milliarden Peso in diesem Jahr. Rund 360,7 Milliarden Peso davon entfielen auf inländische Schulden, 123,0 Milliarden Peso auf ausländische Verbindlichkeiten.

Besonders große Tilgungsbeträge fielen im Februar mit rund 381,7 Milliarden Peso und im April mit rund 251,4 Milliarden Peso an. Der starke Jahresanstieg hängt deshalb wesentlich mit dem Zeitpunkt zusammen, zu dem größere bestehende Schulden fällig wurden.

Der Vergleich mit früheren Jahren zeigt zudem, dass die hohen Zahlungen nicht völlig außergewöhnlich sind. Im ersten Halbjahr 2024 hatte der Schuldendienst zusammengerechnet rund 1,283 Billionen Peso betragen und damit sogar etwas mehr als in den ersten sechs Monaten 2026. Der starke prozentuale Anstieg gegenüber 2025 ist daher auch auf den ungewöhnlich niedrigen Vergleichswert des vergangenen Jahres zurückzuführen.

Gleichzeitig wurden neue Schulden aufgenommen

Hohe Tilgungszahlungen sind nicht mit einem entsprechenden Abbau der Staatsverschuldung gleichzusetzen. Der Staat kann fällige Anleihen und Kredite zurückzahlen und gleichzeitig neue Schulden aufnehmen.

Genau das geschah 2026 in erheblichem Umfang.

Nach der Finanzierungsstatistik des Bureau of the Treasury nahm die Regierung von Januar bis Juni brutto rund 1,821 Billionen Peso neu auf. Davon entfielen rund 1,277 Billionen Peso auf inländische Kredite und Wertpapiere sowie knapp 544,8 Milliarden Peso auf externe Finanzierung.

Nach Abzug der Tilgungen verblieb eine Nettofinanzierung von rund 1,078 Billionen Peso.

Mit anderen Worten: Obwohl innerhalb von sechs Monaten 743 Milliarden Peso an alten Schulden zurückgezahlt wurden, nahm der Staat gleichzeitig wesentlich mehr neue Mittel auf.

Das ist bei Staaten nicht ungewöhnlich. Ein Teil neuer Anleihen ersetzt auslaufende Schulden, ein anderer Teil dient dazu, ein Haushaltsdefizit zu finanzieren. Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie viel ein Staat tilgt, sondern wie hoch gleichzeitig seine Neuaufnahme ausfällt.

2,5 Milliarden Dollar neue Anleihen allein im Juni

Ein gut sichtbares Beispiel dafür war die internationale Anleiheemission im Juni. Die Philippinen platzierten drei Tranchen von Dollar-Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden US-Dollar.

Davon entfielen 550 Millionen Dollar auf eine Anleihe mit 5,5 Jahren Laufzeit, 1,65 Milliarden Dollar auf zehn Jahre und 300 Millionen Dollar auf eine Aufstockung einer bis 2051 laufenden Anleihe.

Bereits im Januar hatte die Regierung internationale Anleihen über insgesamt 2,75 Milliarden Dollar begeben. Das Bureau of the Treasury bezeichnete die Juni-Emission als zweite internationale Kapitalmarkttransaktion des Jahres und erklärte damit das kommerzielle Auslandsfinanzierungsprogramm für 2026 für abgeschlossen. Die Erlöse sollen der allgemeinen Finanzierung des Staatshaushalts dienen.

Auch die inländische Kreditaufnahme blieb hoch. Allein im Juni nahm die Regierung brutto rund 343 Milliarden Peso am heimischen Kapitalmarkt auf. Zusammen mit ausländischer Finanzierung lag die Nettofinanzierung des Staates im Juni bei rund 564,8 Milliarden Peso.

Staatsverschuldung steigt trotz hoher Rückzahlungen

Entsprechend sank der Schuldenstand nicht. Ende Juni beliefen sich die ausstehenden Verbindlichkeiten der philippinischen Zentralregierung auf 19,07 Billionen Peso. Gegenüber Ende Mai waren das 518,98 Milliarden Peso beziehungsweise 2,8 Prozent mehr.

Das Bureau of the Treasury führt den Monatsanstieg ausdrücklich auf die Nettoaufnahme neuer inländischer und ausländischer Schulden zurück. Eine Aufwertung des Peso gegenüber dem US-Dollar bremste den Anstieg noch etwas, weil Fremdwährungsschulden dadurch in Peso gerechnet weniger wert waren.

Rund 67,3 Prozent der Staatsschulden entfielen Ende Juni auf inländische und 32,7 Prozent auf ausländische Verbindlichkeiten.

Damit laufen auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinende Entwicklungen gleichzeitig ab: Die Regierung zahlt hohe Beträge an Gläubiger zurück, nimmt aber zugleich neue Kredite auf und emittiert neue Staatsanleihen. Der gesamte Schuldenstand kann deshalb trotz eines stark steigenden Schuldendienstes weiter wachsen.

Schuldentilgung und Schuldenstand sind zwei verschiedene Größen

Für die Einordnung ist die Unterscheidung entscheidend. Der Schuldendienst zeigt, was innerhalb eines bestimmten Zeitraums für Zinsen und die Rückzahlung fälliger Schulden ausgegeben wird. Der Schuldenstand zeigt dagegen, wie viel der Staat zu einem bestimmten Stichtag insgesamt noch schuldet.

Eine hohe Tilgung kann den Schuldenstand reduzieren. Wird jedoch gleichzeitig mindestens ebenso viel neu aufgenommen, verschwindet dieser Effekt wieder. Hinzu kommen Wechselkurs- und Bewertungseffekte bei Fremdwährungsschulden.

Der deutliche Anstieg des philippinischen Schuldendienstes im ersten Halbjahr 2026 ist deshalb zunächst vor allem ein Hinweis auf einen hohen Umfang fälliger Verbindlichkeiten und höhere Zinskosten. Für die Beurteilung der tatsächlichen Schuldenentwicklung muss zusätzlich betrachtet werden, wie viel die Regierung neu aufnimmt – und hier zeigen die Daten, dass die Neuaufnahme weiterhin erheblich ist.

Quellen: Bureau of the Treasury – National Government Debt Service CY 2026; National Government Financing CY 2026; National Government Debt as of End-June 2026; Quarterly Physical Report of Operation, 2. Quartal 2026; Pressemitteilung zur Ausgabe der US-Dollar-Global-Bonds vom 17. Juni 2026. RM

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