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Luzon

Eine Familie übergibt mutmaßliche Schwerter des Katipunan-Führers Pablo Astilla an Infanta

LUZON – Mehr als ein Jahrhundert nach der philippinischen Revolution sind in Infanta in der Provinz Quezon zwei historische Schwerter öffentlich geworden, die nach Angaben der Nachfahren dem Revolutionär Pablo Astilla gehört haben sollen. – klajoo.com – Die Familie Miras, die zu seinen Nachkommen zählt, übergab die Stücke der Gemeindeverwaltung. Eine unabhängige historische oder wissenschaftliche Bestätigung der Zuordnung zu Astilla liegt bislang nicht vor.

Die beiden Waffen besitzen wellenförmige Klingen und werden in der aktuellen philippinischen Berichterstattung als Schwerter vom Kris-Typ beschrieben. Infantas Bürgermeister L.A. Ruanto nahm sie entgegen, nachdem die Gemeinde Einwohner dazu aufgerufen hatte, alte Dokumente, Gegenstände und Familienüberlieferungen mit Bezug zur lokalen Geschichte zugänglich zu machen. Anlass ist die Wiederbelebung der Erinnerung an das Ende der spanischen Herrschaft in Infanta.

Pablo Astilla gehörte zu den lokalen Führern der Revolution. Nach Angaben der Gemeinde Infanta führte der Widerstand gegen die spanische Kolonialmacht dazu, dass die spanischen Kräfte den Ort am 20. Juli 1898 aufgaben. Astilla wurde anschließend unter der revolutionären Regierung und der Ersten Philippinischen Republik zum politisch-militärischen Gouverneur des damaligen Distrikts beziehungsweise der damaligen Provinz Infanta. Dieser historische Verwaltungsraum darf nicht mit der heutigen Provinz Quezon gleichgesetzt werden.

Die Katipunan und der Kampf gegen Spanien

Die Geschichte hinter den Schwertern reicht jedoch weiter zurück – zur Katipunan, der geheimen revolutionären Organisation, die den bewaffneten Kampf gegen die spanische Kolonialherrschaft vorbereitete.

Die vollständige Bezeichnung lautete Kataastaasan, Kagalanggalangang Katipunan ng mga Anak ng Bayan, sinngemäß der „höchste und ehrwürdigste Bund der Söhne des Volkes“. Gegründet wurde die Organisation am 7. Juli 1892 in Tondo in Manila. Zu den Gründern gehörten Andrés Bonifacio, Ladislao Diwa, Teodoro Plata, Deodato Arellano, Valentin Diaz und Jose Dizon. Die Gründung erfolgte unmittelbar in einer Phase, in der die spanischen Behörden gegen die Reformbewegung vorgingen und José Rizal nach Dapitan verbannt wurde.

Während Rizal und andere Reformkräfte zunächst politische und gesellschaftliche Veränderungen innerhalb des kolonialen Systems anstrebten, setzte die Katipunan auf die Unabhängigkeit der Philippinen durch eine Revolution. Sie organisierte sich konspirativ, gründete lokale Strukturen in verschiedenen Teilen des Archipels und entwickelte eigene Regeln und politische Leitlinien. Als moralischer und politischer Leitfaden für Mitglieder diente unter anderem die von Emilio Jacinto verfasste Kartilya ng Katipunan.

1896 wurde die geheime Organisation entdeckt. Unter Bonifacios Führung begann der offene Aufstand gegen Spanien. Die Revolution breitete sich von Manila und den angrenzenden Provinzen auf weitere Gebiete aus. Bonifacio wurde 1897 im Zuge innerrevolutionärer Machtkämpfe getötet; gleichzeitig gingen zahlreiche revolutionäre Verbände in die Strukturen der neu entstehenden revolutionären Regierung über. Der Begriff Katipunero blieb dennoch für viele Kämpfer und lokale Führer der Unabhängigkeitsbewegung gebräuchlich.

Revolution auch außerhalb Manilas und Cavites

In diesen regionalen Zusammenhang gehört Pablo Astilla. Die Revolution war keineswegs nur eine Geschichte Manilas und Cavites. Lokale Verbände kämpften in zahlreichen Gebieten gegen die spanische Herrschaft und später gegen die amerikanische Besetzung. Infanta lag damals in einem abgelegenen Verwaltungsraum an der Ostseite Luzons. Dass dort Familien bis heute Gegenstände und Überlieferungen aus dieser Zeit bewahren, macht die aktuelle Übergabe für die lokale Geschichtsforschung besonders interessant.

Die Gemeinde will die Schwerter nicht isoliert betrachten. Bürgermeister Ruanto rief auch andere Familien auf, Dokumente, Artefakte und überlieferte Geschichten zur Verfügung zu stellen. Genannt wurden mehrere Familien, deren Vorfahren mit der Geschichte Infantas verbunden sind. Damit könnte aus einzelnen privaten Erinnerungsstücken nach und nach ein breiteres Bild der lokalen Revolutionsgeschichte entstehen.

Die Herkunft der Schwerter ist noch nicht zweifelsfrei belegt

Ob die beiden nun übergebenen Schwerter tatsächlich Pablo Astilla gehörten, muss allerdings getrennt von ihrer familiären Überlieferung beurteilt werden. Für eine belastbare Zuordnung wären unter anderem Provenienz, Alter, Material, Herstellung und eine möglichst geschlossene Besitzgeschichte zu prüfen. Bis dahin sind sie historische Stücke aus Familienbesitz, die Astilla zugeschrieben werden – nicht zweifelsfrei identifizierte persönliche Waffen des Revolutionärs.

Quellen: Philippine Star, 9. August 2026; National Historical Commission of the Philippines (NHCP), Historical Sites and Structures Registry; Municipality of Infanta. RM

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