MINDANAO – Das Department of Environment and Natural Resources (DENR) hat in Barangay Bukid in Jose Abad Santos, Davao Occidental, eine große Kolonie von Flughunden dokumentiert. – klajoo.com – Bei der Bestandsaufnahme im Rahmen des Monitorings bedrohter Arten wurden rund 17.000 bis 17.500 Tiere geschätzt.
Nach Angaben von DENR-Davao handelt es sich um Inselflughunde (Pteropus hypomelanus) und Große Flughunde (Pteropus vampyrus). Beide gehören zu den großen frucht- und nektarfressenden Fledertieren, die in tropischen Regionen eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Samen und bei der Bestäubung spielen.
Gezählt wird beim abendlichen Ausflug
Die Umweltbehörde setzte die sogenannte Exit-Count-Methode ein. Dabei beobachten Mitarbeiter einen bekannten Schlafplatz bereits vor Sonnenuntergang und zählen die Tiere, wenn sie am Abend in größerer Zahl ausfliegen, um Nahrung zu suchen.
In Jose Abad Santos begann die Beobachtung etwa 30 Minuten vor Sonnenuntergang und wurde fortgesetzt, bis keine relevante Ausflugaktivität mehr festgestellt wurde. Eine solche Zählung liefert eine Schätzung und keine exakte Erfassung jedes einzelnen Tieres.
Große Kolonien können deshalb von Zählung zu Zählung schwanken. Tiere können Schlafplätze wechseln, Wetter und Jahreszeit beeinflussen das Verhalten, und bei Tausenden gleichzeitig ausfliegenden Flughunden bleibt eine statistische Unsicherheit unvermeidlich.
Warum Flughunde für den Wald wichtig sind
Flughunde ernähren sich von Früchten, Blüten und Nektar. Dabei transportieren sie Samen und Pollen über teils erhebliche Entfernungen. Gerade auf Inseln und in stark fragmentierten Waldlandschaften können sie Pflanzen zwischen voneinander getrennten Waldstücken verbreiten.
Ökologische Studien beschreiben Flughunde deshalb als wichtige Schlüsselarten für tropische und insulare Ökosysteme. Sinkt ihre Zahl stark, kann ihre Funktion als Samenverbreiter bereits beeinträchtigt werden, bevor eine Art unmittelbar vor dem Aussterben steht.
Für Davao Occidental bedeutet eine Kolonie von mehr als 17.000 Tieren daher nicht nur einen bemerkenswerten Wildtierbestand. Der Schlafplatz ist Teil eines größeren ökologischen Systems aus Nahrungsbäumen, umliegenden Wäldern und nächtlichen Flugrouten.
Weitere Vorkommen in der Davao Region
DENR-Davao nennt neben Jose Abad Santos weitere Vorkommen großer Flughunde auf Luban Island, im Mount Hamiguitan Range Wildlife Sanctuary und im Mount Apo Natural Park. Damit liegen mehrere bedeutende Lebensräume im Süden Mindanaos relativ nahe beieinander.
Besonders Mount Hamiguitan in Davao Oriental ist als UNESCO-Weltnaturerbe und Schutzgebiet von großer Bedeutung. Mount Apo umfasst ebenfalls weitläufige Waldgebiete, die zahlreichen endemischen und bedrohten Tierarten Lebensraum bieten.
Samal: Millionen Fruchtfledermäuse in einer Höhle
Ein völlig anderes, aber international bekanntes Beispiel liegt auf Samal Island in Davao del Norte. Das Monfort Bat Sanctuary beherbergt eine außergewöhnlich große Kolonie von Geoffroys Rousette-Fruchtfledermäusen (Rousettus amplexicaudatus). Die Höhlenkolonie wurde wegen ihrer Größe international bekannt und zeitweise auf mehrere Millionen Tiere geschätzt.
Diese Tiere gehören nicht zur Gattung Pteropus wie die in Davao Occidental gezählten Flughunde. Das Beispiel zeigt aber, wie bedeutend Mindanao insgesamt für große Bestände fruchtfressender Fledertiere ist.
Camiguin: Flughunde mitten im Ort
Auch auf Camiguin wurden Kolonien des Goldkronen-Flughunds (Acerodon jubatus) dokumentiert. In Catarman lebten nach Angaben der örtlichen Umweltbehörde bereits vor einigen Jahren mehrere hundert Tiere in großen Bäumen mitten im bewohnten Gebiet.
Die lokale Regierung plante dort Schutzmaßnahmen und eine Beobachtungsmöglichkeit für Besucher, ohne den Schlafplatz zu stören. Für Northern Mindanao wurden damals mehrere weitere Schlafplätze gemeldet, ein großer Teil davon in Bukidnon.
Iloilo: Flughunde in Miagao
In Miagao in der Provinz Iloilo sind ebenfalls große Ansammlungen von Fruchtfledermäusen bekannt. Dort wurden unter anderem Inselflughunde, Große Flughunde und Goldkronen-Flughunde beobachtet. Die Gemeinde hatte bereits Überlegungen angestellt, den Schlafplatz gleichzeitig als Schutzgebiet und vorsichtig entwickeltes Naturtourismusziel zu behandeln.
Mambukal auf Negros
Ein weiterer bekannter Standort liegt in Mambukal in Negros Occidental. Dort kommen mehrere Flughundarten vor, darunter der endemische Goldkronen-Flughund, der Große Flughund und der Inselflughund. Die Provinz Negros Occidental beteiligt sich seit Jahren an Schutzprogrammen gegen Jagd und Störung der Schlafplätze.
Subic Bay auf Luzon
Auch im Waldgebiet von Subic Bay auf Luzon wurden große Kolonien des Goldkronen-Flughunds und Großen Flughunds wissenschaftlich untersucht. Das Gebiet gehört zu den vergleichsweise gut dokumentierten Schlafplätzen großer Flughunde auf den Philippinen.
Forschungen aus Subic zeigen zugleich, warum der Schutz nicht nur einzelner Schlafbäume reicht. Flughunde benötigen während ihrer nächtlichen Nahrungssuche größere Landschaften mit geeigneten Wald- und Fruchtbeständen. Der Erhalt der Flug- und Nahrungsräume ist daher ebenso wichtig wie der eigentliche Schlafplatz.
Jagd und Lebensraumverlust bleiben zentrale Risiken
Flughunde werden auf den Philippinen durch das Wildlife Resources Conservation and Protection Act geschützt. Jagd, Fang und Besitz von Wildtieren sind ohne entsprechende Genehmigungen verboten beziehungsweise eingeschränkt.
Trotzdem bleiben Jagd und der Verlust von Wald- und Schlafplätzen wichtige Gefahren. Große Kolonien sind besonders empfindlich gegenüber wiederholten Störungen. Werden Tiere tagsüber zum Auffliegen gezwungen, kostet dies Energie und kann Jungtiere gefährden.
Auch Naturtourismus muss deshalb vorsichtig organisiert werden. Ein spektakulärer abendlicher Ausflug von Tausenden Tieren kann Besucher anziehen, darf aber nicht dazu führen, dass Schlafplätze durch Lärm, Beleuchtung oder zu geringe Abstände beeinträchtigt werden.
Die neue Zählung in Davao Occidental liefert damit vor allem einen wichtigen Ausgangswert. Erst regelmäßige Wiederholungen werden zeigen, ob die Kolonie stabil bleibt, wächst oder zurückgeht. Genau darin liegt der Wert solcher Bestandsaufnahmen: Sie machen Veränderungen sichtbar, bevor ein großer Rückgang möglicherweise erst sehr spät bemerkt wird.
Quellen: DENR-Davao Region, Monitoring of Threatened Species 2026; SunStar Davao, 7. August 2026; Philippine News Agency zu Flughundvorkommen in Miagao, Camiguin und Mambukal; wissenschaftliche Untersuchungen zu Flughunden in Subic Bay; Republic Act No. 9147. RM







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