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Verspätete Durchführungsregeln sollen frühkindliche Betreuung stärken

MANILA – Mehr als ein Jahr nach der Verabschiedung des neuen Gesetzes zur frühkindlichen Entwicklung haben das Bildungsministerium, das Innen- und Kommunalministerium sowie das Sekretariat des Early Childhood Care and Development Council die Durchführungsbestimmungen unterzeichnet. – klajoo.com – Die Regeln sollen Republic Act No. 12199 praktisch umsetzbar machen und Zuständigkeiten, Qualitätsstandards und Aufgaben der Kommunen genauer ordnen.

Das Gesetz war am 8. Mai 2025 unterzeichnet worden. Es verlangte die Ausarbeitung der Durchführungsregeln innerhalb von 90 Tagen. Nach Angaben der Second Congressional Commission on Education, kurz EDCOM 2, verzögerte sich ihre Veröffentlichung ungefähr ein Jahr. Dadurch blieben zentrale Reformen zur Ausstattung von Betreuungszentren, zur Organisation kommunaler Ämter und zur Beschäftigung der Betreuungskräfte länger als vorgesehen ohne vollständigen Umsetzungsrahmen.

Mindestens ein Zentrum in jedem Barangay

Republic Act No. 12199 verpflichtet die Kommunen, mindestens ein Child Development Center in jedem Barangay bereitzustellen. Bestehende Kindertagesstätten können dafür umgewandelt und nach einheitlichen Standards weiterentwickelt werden. Daneben sind häusliche und andere alternative Betreuungsformen vorgesehen, wenn ein klassisches Zentrum nicht alle Kinder erreicht.

Die Kommunen sollen eigene Stellen für frühkindliche Betreuung und Entwicklung schaffen, lokale Entwicklungspläne erarbeiten und Daten zu Gesundheit, Ernährung und Teilnahme zusammenführen. Die Betreuung soll nicht nur auf frühes Lernen beschränkt sein. Das Gesetz verbindet Bildung mit Ernährung, Gesundheitskontrollen, Schutz, Elternarbeit und der Vorbereitung auf den Übergang in den Kindergarten.

Feste Stellen und Mindestanforderungen für Betreuungskräfte

Ein wesentlicher Teil der Reform ist die Professionalisierung der Beschäftigten. Für jedes Zentrum sind mindestens eine ausgebildete Child Development Teacher und eine Child Development Worker vorgesehen. Provinzen, Städte und Gemeinden sollen dafür reguläre Stellen im kommunalen Stellenplan schaffen, statt die Arbeit überwiegend mit niedrig bezahlten oder unsicheren Beschäftigungsverhältnissen abzudecken.

Das Gesetz legt Untergrenzen für die Gehaltsstufen fest. Eine Child Development Teacher soll mindestens Salary Grade 11 erhalten. Für Child Development Workers mit Associate Degree ist mindestens Salary Grade 10 vorgesehen, für andere entsprechend qualifizierte Betreuungskräfte mindestens Salary Grade 8. Bestehende Beschäftigte sollen Weiterbildungen und eine kostenlose Kompetenzprüfung durch die Technical Education and Skills Development Authority erhalten können.

741 Millionen Peso an 247 Barangays freigegeben

Für den Bau und die Einrichtung zusätzlicher Child Development Centers wurden nach Regierungsangaben eine Milliarde Peso aus dem Local Government Support Fund bereitgestellt. Davon waren bis Anfang August 741 Millionen Peso an 247 begünstigte Barangays freigegeben. Ende Juli waren 14 Zentren fertiggestellt, 113 befanden sich im Bau und 106 im Beschaffungsverfahren.

Die Zahlen zeigen, dass ein großer Teil der Projekte noch nicht genutzt werden kann. Freigegebene Mittel und begonnene Beschaffungen sind deshalb nicht mit tatsächlich verfügbaren Betreuungsplätzen gleichzusetzen. Für die Bewertung des Programms sind später die Zahl eröffneter Zentren, ihre personelle Besetzung, die tägliche Nutzung und der Zugang armer Familien entscheidend.

Große Versorgungslücken bei armen Familien

EDCOM 2 verweist darauf, dass weiterhin Tausende Barangays kein Child Development Center haben. Bei drei- bis vierjährigen Kindern ist die Teilnahme an Programmen zur frühkindlichen Entwicklung in den ärmsten Haushalten besonders niedrig. Gerade diese Kinder haben häufig zugleich ein höheres Risiko für Mangelernährung, Entwicklungsverzögerungen und einen schwierigen Start in die Schule.

Zusätzliche Dringlichkeit entsteht durch die Ernährungslage. Nach von EDCOM 2 zitierten Daten des Food and Nutrition Research Institute stieg der Anteil wachstumsverzögerter Kinder unter fünf Jahren auf 25,3 Prozent. Wachstumsverzögerung, international als Stunting bezeichnet, ist nicht nur eine Frage der Körpergröße. Sie kann auf länger andauernde Unterernährung und gesundheitliche Belastungen hinweisen und die körperliche sowie geistige Entwicklung beeinträchtigen.

Entscheidend ist die Umsetzung in den Kommunen

Die neuen Regeln schaffen eine Grundlage, lösen aber noch nicht die Unterschiede zwischen finanzstarken Städten und armen Gemeinden. Viele Pflichten liegen bei den Local Government Units, also den Kommunalverwaltungen. Sie müssen Räume, Personal, lokale Budgets, Fortbildungen und Datenmanagement bereitstellen. Das Gesetz sieht zwar Unterstützung des Zentralstaates vor, ein flächendeckendes System wird jedoch nur entstehen, wenn die Finanzierung dauerhaft gesichert wird.

Der Erfolg lässt sich deshalb nicht allein an unterzeichneten Regeln oder gebauten Gebäuden messen. Wichtig ist, ob Kinder regelmäßig teilnehmen, ob Zentren ausreichend Personal haben, ob Ernährung und Gesundheitsversorgung tatsächlich verbunden werden und ob Beschäftigte die vorgesehenen regulären Stellen und Gehälter erhalten. Die verspäteten Durchführungsbestimmungen holen einen überfälligen Schritt nach; die eigentliche Arbeit beginnt jetzt in den Provinzen, Städten, Gemeinden und Barangays.

Quellen: Republic Act No. 12199, Early Childhood Care and Development System Act, 8. Mai 2025; EDCOM 2, „New implementing rules for ECCD System Act signed“, 5. August 2026; Department of Education, Department of the Interior and Local Government und Philippine Information Agency, Angaben zur Unterzeichnung der Durchführungsregeln sowie zum Bauprogramm für Child Development Centers, 6. August 2026; DOST-Food and Nutrition Research Institute, von EDCOM 2 zitierte Ernährungsdaten. RM

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