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Mehr Beschäftigte und zugleich mehr Arbeitslose: Was hinter der Quote von 4,9 Prozent steckt

MANILA – Die Arbeitslosenquote auf den Philippinen ist im Juni 2026 auf 4,9 Prozent gestiegen. Im Mai hatte sie 4,8 Prozent betragen, im Juni des Vorjahres nur 3,7 Prozent. Hinter der scheinbar kleinen Veränderung steht ein deutlicher Anstieg der Zahl der Menschen, die Arbeit suchen.

Nach der vorläufigen Arbeitskräfteerhebung der Philippine Statistics Authority, kurz PSA, waren im Juni rund 2,59 Millionen Menschen arbeitslos. Das waren etwa 90.000 mehr als im Mai und rund 640.000 mehr als im Juni 2025.

Gleichzeitig stieg die Zahl der Erwerbstätigen. Rund 50,66 Millionen Menschen hatten im Juni Arbeit – etwa 1,03 Millionen mehr als im Mai und rund 190.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Wie gleichzeitig mehr Menschen arbeiten und arbeitslos sein können

Arbeitslosenzahl und Beschäftigtenzahl bewegen sich nicht zwingend in entgegengesetzte Richtungen. Entscheidend ist, wie viele Menschen überhaupt dem Arbeitsmarkt zugerechnet werden.

Zur Erwerbsbevölkerung gehören Personen ab 15 Jahren, die entweder arbeiten oder ohne Arbeit sind, aktiv eine Beschäftigung suchen beziehungsweise kurzfristig für eine Arbeit zur Verfügung stehen. Menschen, die weder arbeiten noch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, werden nicht als arbeitslos gezählt.

Im Juni wuchs die Erwerbsbevölkerung auf 53,25 Millionen Menschen. Im Mai waren es 52,13 Millionen gewesen. Innerhalb eines Monats kamen damit rund 1,12 Millionen Menschen zusätzlich in den Arbeitsmarkt. Von ihnen fanden rechnerisch etwa 1,03 Millionen eine Beschäftigung; rund 90.000 erhöhten die Zahl der Arbeitslosen.

Die Erwerbsquote stieg dadurch von 63,8 Prozent im Mai auf 65,1 Prozent im Juni. Gegenüber Juni 2025 blieb sie jedoch leicht niedriger: Damals waren 65,7 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren Teil der Erwerbsbevölkerung.

Seit Januar hat sich die Lage verbessert – der Vorjahresvergleich bleibt schwach

Zu Beginn des Jahres hatte die Arbeitslosenquote noch deutlich höher gelegen. Im Januar 2026 meldete die PSA 5,8 Prozent, im Februar 5,1 Prozent und im März 5,0 Prozent. Im April sank sie auf 4,7 Prozent, bevor sie im Mai auf 4,8 und im Juni auf 4,9 Prozent stieg.

Der Halbjahresverlauf zeigt damit eine deutliche Verbesserung gegenüber Januar, aber zuletzt wieder zwei leichte Anstiege. Noch ungünstiger fällt der Vergleich mit dem Vorjahr aus: Im Juni 2025 waren 1,95 Millionen Menschen arbeitslos, im Juni 2026 bereits 2,59 Millionen.

Monatswerte sollten trotzdem nicht überinterpretiert werden. Saisonale Beschäftigung, Schul- und Studienabschlüsse, Erntezeiten sowie die unterschiedliche Zahl von Menschen, die gerade aktiv Arbeit suchen, können die Werte beeinflussen. Außerdem beruhen die Zahlen auf einer Haushaltsstichprobe und sind zunächst vorläufig.

Die meisten Arbeitsplätze liegen im Dienstleistungssektor

Der Dienstleistungssektor beschäftigte im Juni 62,7 Prozent aller Erwerbstätigen. Auf Landwirtschaft entfielen 20,0 Prozent und auf die Industrie 17,3 Prozent.

Die größten einzelnen Beschäftigungsbereiche waren Handel und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 19,6 Prozent, Landwirtschaft und Forstwirtschaft mit 17,7 Prozent sowie das Baugewerbe mit 9,7 Prozent aller Erwerbstätigen.

Gastronomie und Verwaltung gewannen viele Stellen hinzu

Gegenüber Juni 2025 meldete die PSA die größten Beschäftigungszuwächse in folgenden Bereichen:

  • Beherbergung und Gastronomie: plus 481.000 Beschäftigte.
  • Administrative und unterstützende Dienstleistungen: plus 456.000.
  • Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und verpflichtende Sozialversicherung: plus 440.000.
  • Bildung: plus 354.000.
  • Kunst, Unterhaltung und Erholung: plus 168.000.

Die Zahlen zeigen eine kräftige Erholung beziehungsweise Ausweitung in mehreren Dienstleistungsbereichen. Sie sagen allerdings noch nichts über Lohnhöhe, Vertragsdauer, Arbeitszeit oder soziale Absicherung der neu hinzugekommenen Beschäftigung aus.

Handel und Fischerei verloren gegenüber dem Vorjahr besonders viele Beschäftigte

Die größten Rückgänge gegenüber Juni 2025 verzeichneten:

  • Groß- und Einzelhandel sowie Reparatur von Kraftfahrzeugen: minus 903.000 Beschäftigte.
  • Fischerei und Aquakultur: minus 467.000.
  • Finanz- und Versicherungsdienstleistungen: minus 195.000.
  • Baugewerbe: minus 139.000.
  • Gesundheits- und Sozialwesen: minus 94.000.

Besonders auffällig ist der Rückgang im Handel. Der Bereich bleibt zwar der größte einzelne Arbeitgeber, beschäftigte aber deutlich weniger Menschen als ein Jahr zuvor. Dahinter können schwächerer Kleinhandel, Betriebsaufgaben, Automatisierung oder Verschiebungen in andere Beschäftigungsformen stehen. Die Arbeitskräfteerhebung allein liefert keine vollständige Ursachenanalyse.

Auch der Rückgang in Fischerei und Aquakultur ist für die Philippinen sozial und regional bedeutsam. Viele Beschäftigte arbeiten dort informell oder saisonal. Wetterbedingungen, Fangmengen, Schonzeiten, Treibstoffkosten und regionale Einschränkungen können die Zahl der tatsächlich Tätigen stark verändern.

Unterbeschäftigung betrifft mehr als sechs Millionen Menschen

Die Arbeitslosenquote bildet nur Personen ohne Arbeit ab. Für die Lebenswirklichkeit vieler Familien ist die Unterbeschäftigung mindestens ebenso wichtig.

Im Juni wollten 6,11 Millionen Erwerbstätige mehr Stunden arbeiten, eine zusätzliche Tätigkeit aufnehmen oder zu einer Arbeit mit längerer Arbeitszeit wechseln. Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 12,1 Prozent. Im Mai waren es 12,2 Prozent, im Juni 2025 jedoch nur 11,4 Prozent.

Etwas mehr als die Hälfte der Unterbeschäftigten arbeitete weniger als 40 Stunden pro Woche. Fast die Hälfte arbeitete bereits mindestens 40 Stunden und suchte dennoch zusätzliche oder bessere Arbeit. Das deutet darauf hin, dass nicht nur fehlende Arbeitsstunden, sondern auch unzureichendes Einkommen oder unsichere Beschäftigung eine Rolle spielen.

Jugendliche finden deutlich schwerer Arbeit

Bei jungen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren lag die Beschäftigungsquote im Juni bei 86,5 Prozent. Daraus ergibt sich eine Jugendarbeitslosenquote von 13,5 Prozent unter den jungen Menschen, die dem Arbeitsmarkt angehörten.

Im Juni 2025 hatte die Beschäftigungsquote der jungen Erwerbsbevölkerung noch 90,6 Prozent betragen. Der Anteil ohne Arbeit ist damit innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen. Zugleich erhöhte sich die Erwerbsbeteiligung der Jugendlichen, was unter anderem mit Schul- und Studienabschlüssen sowie dem Eintritt neuer Arbeitssuchender zusammenhängen kann.

Von den 6,28 Millionen beschäftigten Jugendlichen galten rund 743.000 als unterbeschäftigt. Auch ein vorhandener Arbeitsplatz bietet jungen Menschen daher nicht automatisch ausreichende Arbeitszeit oder ein genügendes Einkommen.

Was die Statistik nicht misst

Die PSA zählt nicht die bei Arbeitsämtern registrierten Arbeitslosen und auch nicht nur Menschen, die staatliche Leistungen beziehen. Grundlage ist eine Haushaltsbefragung nach statistischen Definitionen.

Eine Person kann deshalb als beschäftigt gelten, obwohl sie in der Referenzwoche nur sehr wenige Stunden gearbeitet hat. Rund 90.000 Erwerbstätige gaben im Juni an, in der betreffenden Woche genau eine Stunde gearbeitet zu haben. Sie zählen in der Arbeitslosenquote dennoch als beschäftigt.

Umgekehrt gilt nicht jede Person ohne Arbeit als arbeitslos. Wer nicht aktiv sucht und nicht kurzfristig verfügbar ist, gehört statistisch nicht zur Erwerbsbevölkerung. Die Arbeitslosenquote allein kann deshalb weder Armut noch die gesamte Zahl der Menschen ohne regelmäßiges Einkommen abbilden.

Leichte Monatsänderung, deutliche strukturelle Warnsignale

Der Anstieg von 4,8 auf 4,9 Prozent ist für sich genommen klein. Bedeutender sind der Zuwachs um rund 640.000 Arbeitslose gegenüber Juni 2025, die mehr als sechs Millionen Unterbeschäftigten und die schwächere Lage junger Menschen.

Positiv ist, dass im Juni mehr Menschen eine Beschäftigung hatten als im Vormonat und als ein Jahr zuvor. Der Arbeitsmarkt nahm einen großen Teil der zusätzlich Arbeitssuchenden auf. Er schuf jedoch nicht genug Arbeitsplätze, um den gesamten Anstieg der Erwerbsbevölkerung zu absorbieren.

Für die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, ob die Beschäftigungszuwächse in Gastronomie, Verwaltung, Bildung und unterstützenden Dienstleistungen dauerhaft sind und ob Handel, Fischerei, Bau und Finanzdienstleistungen ihre Verluste begrenzen können. Ebenso wichtig ist nicht nur die Zahl der Arbeitsplätze, sondern deren Bezahlung, Arbeitszeit und soziale Absicherung.

Quellen: Philippine Statistics Authority, Highlights of the June 2026 Labor Force Survey, veröffentlicht am 6. August 2026; PSA-Arbeitskräfteerhebungen Januar bis Mai 2026 zum Halbjahresvergleich. RMMehr Beschäftigte und zugleich mehr Arbeitslose: Was hinter der Quote von 4,9 Prozent steckt

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