MINDANAO – Kleinbauern und Genossenschaften in Bukidnon sollen durch gemeinsame Verarbeitungszentren und direkte Kontakte zu gewerblichen Abnehmern einen größeren Anteil an der Wertschöpfung von Kaffee erhalten. – klajoo.com – Das Projekt unterstützt acht landwirtschaftliche Organisationen mit Solartrocknern, Schälmaschinen und gemeinschaftlich nutzbaren Verarbeitungsanlagen.
Nach Angaben des Department of Trade and Industry, kurz DTI, konnten beteiligte Produzenten bereits die Qualität ihrer Bohnen verbessern, höhere Preise ab Hof erzielen und neue Käufer gewinnen. Konkrete Zahlen zu Erträgen und Preissteigerungen wurden jedoch nicht veröffentlicht. Programm richtet sich unter anderem an Bauernverbände und Genossenschaften in Lantapan, Pangantucan und weiteren Teilen Bukidnons.
Zu den acht beteiligten Organisationen gehören:
- Paglambu LandCARE Kaatuan Cluster,
- Palamboon Farmers Association,
- Bayanihan Millennium Multi-Purpose Cooperative,
- Kauyagan Savers Multi-Purpose Cooperative,
- Farmers Association,
- New Eden Multi-Purpose Cooperative,
- La Roxas Coffee Growers Association und
- Kapunungan sa mga Mag-uuma sa Kabukiran.
Das Projekt wird vom DTI gemeinsam mit dem International Fund for Agricultural Development, kurz IFAD, umgesetzt. Weitere Partner sind unter anderem die Provinzregierung von Bukidnon, lokale Verwaltungen, Central Mindanao University, Nestlé Philippines, die Mindanao Development Authority und die Peace and Equity Foundation.
Über Qualität und Preis
Für Kaffeebauern endet die entscheidende Arbeit nicht mit der Ernte. Die Kaffeekirschen müssen sachgerecht getrocknet, geschält, sortiert und gelagert werden.
Unzureichende Trocknung kann zu Schimmel, ungleichmäßiger Qualität und Geschmacksfehlern führen. Fehlen geeignete Maschinen, verkaufen Kleig frühzeitig und nur gering verarbeitet an Zwischenhändler. Ein größerer Teil der späteren Wertsteigerung findet dann außerhalb der bäuerlichen Gemeinschaft statt.
Gemeinsame Solartrockner ermöglichen eine kontrollieigere Verarbeitung. Schälmaschinen entfernen die getrockneten Fruchtschichten und bereiten die grünen Kaffeebohnen für Sortierung, Verkauf oder weitere Veredelung vor.
Die gemeist besonders für kleinere Betriebe wichtig, die solche Anlagen nicht allein finanzieren und auslasten könnten.
Direkte Käuferkontakte sollen Zwischenstufen verringern
Neben der Technik sollen die Organisationen direkte Verbindungen zu kommerziellen Abnehmern erhalten. Dadurch können größere und einheitlichere Liefermengen angeboten sowie Qualitätsanforderungen bereits vor der Ernte abgestimmt werden.
Direktvermarktung bedeutet nicht automatisch, dass Zwischenhändler vollständig verschwinden. Siationen jedoch eine bessere Verhandlungsposition geben und transparenter machen, welche Qualitätsstufe welchen Preis erzielt.
IFAD hatte bereits 2025 darauf hingewiesen, dass Bukidnon gute klimatische und geografische Bedingungen für Kaffee besitzt, kleine Produzenten in abgelegenen Gebieten aber häufig unter fehlender Infrastruktur und unzureichenden Verarbeitungsmöglichkeiten leiden.
Genossenschaften müssen Eigenanteil leisten
Die beteiligten Organisationen erhalten die Anlagene Gegenleistung. Sie müssen einen eigenen finanziellen oder materiellen Anteil einbringen.
Nach Darstellung der Projektleitung soll dies die Verantwortung der Organisationen für Betrieb, Wartung und langfristige Nutzung der Anlagen stärken. Entscheidend wird sein, ob die Genossenschaften nach Ende der Förderung ausreichend Einnahmen für Reparaturen, Ersatzteile, Personal und Qualitätskontrollen e
Das RAPID-Growth-Projekt
RAPID Growth steht für Rural Agro-Enterprise Partnership and Inclusive Development Growth Project. Das Programm soll bäuerliche Erzeuger, kleine Unternehmen, staatliche Stellen und private Abnehmer entlang landwirtschaftlicher Wertschöpfungske arbeitet RAPID Growth in 21 Provinzen und sieben Zielregionen der Philippinen. Neben Kaffee werden weitere landwirtschaftliche Produkte und Verarbeitungsketten unterstützt.
Das Ziel besteht nicht allein darin, mehr Rohprodukte zu erzeugen. Landwirtschaftliche Gemeinschaften sollen zusätzliche Schritte wie Verarbeitung, Qualitätskontrolle, Verpackung und Vermarktung übernehmen und dadurch höhere Einkommen erzielen.
Philippinen weiterhin stark von Kaffeeimporten abhängig
Die Philippinen bauen Arabica, Robusta, Liberica und Excelsa an. Die inländische Produktion deckt den schnell wachsenden Verbrauch jedoch seit Jahren nur zu einem begrenzten Teil.
Die nationale Kaffee-Roadmap für 2021 bis 2025 bezifferte den damaligen Selbstversorgungsgrad auf rund 15 Prozent. Diese Zahl beschreibt nicht zwingend den aktuellen Stand von 2026, verdeutlicht aber die Größenordnung der strukturellen Importabhängigkeit. Die Roadmap sah Mindanao als mit Abstand wichtigste Produktionsregion des Landes.
Einzelne Projekte in Bukidnon können die Importlücke nicht kurzfristig schließen. Sie können jedoch dazu beitragen, dass lokal erzeugter Kaffee höhere Qualitätsstandards erreicht und Bauern mehr verdienen, statt lediglich unverarbeitete oder schlecht getrocknete Bohnen zu niedrigen Preisen abzugeben.
Erfolg muss messbar werden
Die staatliche Mitteilung nennt höhere Erträge, bessere Qualität und gestiegene Erzeugerpreise, veröffentlicht dazu aber keine konkreten Ausgangs- und Vergleichswerte.
Für eine belastbare Erfolgskontrolle wären insbesondere folgende Angaben wichtig:
- Produktionsmenge vor und nach der Förderung,
- durchschnittlicher Ertrag je Baum oder Hektar,
- Anteil verkaufsfähiger Bohnen höherer Qualitätsstufen,
- Preise ab Hof vor und nach der Verarbeitung,
- Zahl und Laufzeit der Lieferverträge sowie
- Betriebs- und Wartungskosten der gemeinsamen Anlagen.
Der entscheidende Fortschritt liegt bislang in der Verbindung von Produktion, Verarbeitung und Vermarktung. Bleiben die Anlagen dauerhaft funktionsfähig und entstehen stabile Käuferbeziehungen, können die Bauernorganisationen einen größeren Teil des Kaffeepreises in Bukidnon halten.
Quellen: Department of Trade and Industry; International Fund for Agricultural Development; Philippine Information Agency; Philippine Coffee Industry Roadmap. RM







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