LUZON – Auf der wiederbelebten Großwerft in Subic ist erstmals ein unter der Leitung von HD Hyundai Heavy Industries Philippines gebautes Schiff zu Wasser gelassen worden. – klajoo.com – Die „Orion Jade“ verließ am 28. Juli im Rahmen einer sogenannten Flooding-out-Zeremonie das Baudock. Dabei wird das Trockendock kontrolliert geflutet, sodass das Schiff erstmals aufschwimmt und zur weiteren Ausrüstung verlegt werden kann.
Bei dem Neubau handelt es sich um einen Tanker für Rohöl und raffinierte Mineralölprodukte mit einer Tragfähigkeit von 115.000 Tonnen.
Das Schiff ist 250 Meter lang, 42,4 Meter breit und 21,5 Meter hoch.
Die Tragfähigkeit von 115.000 Tonnen beschreibt das maximale Gesamtgewicht von Ladung, Treibstoff, Vorräten, Besatzung und weiteren Betriebsmitteln, das das Schiff aufnehmen kann. Sie ist nicht mit dem Eigengewicht des Tankers zu verwechseln.
Die „Orion Jade“ ist das erste von vier Schiffen, die ein asiatisches Schifffahrtsunternehmen im Dezember 2024 bestellt hatte.
Der Name des Auftraggebers und der Wert des Auftrags wurden in der bisherigen Mitteilung nicht genannt.
Mit dem Stapellauf beginnt noch nicht der kommerzielle Einsatz.
Nach dem Aufschwimmen müssen unter anderem Ausrüstung, technische Systeme, Unterkünfte, Navigations- und Sicherheitstechnik fertiggestellt und geprüft werden. Anschließend folgen Hafen- und Probefahrten sowie die Abnahme durch Klassifikationsgesellschaft und Auftraggeber.
Die Bedeutung des Neubaus geht weit über das einzelne Schiff hinaus.
Der Standort auf der Redondo-Halbinsel gehörte früher zu den größten Schiffbauanlagen der Philippinen. Die damalige Betreiberin Hanjin Heavy Industries and Construction Philippines stellte 2019 nach finanziellen Schwierigkeiten den Betrieb ein.
Mit dem Zusammenbruch der Werft verloren tausende Beschäftigte ihre Arbeit. Gleichzeitig brach ein großer Teil der philippinischen Kapazität für den Bau internationaler Handelsschiffe weg.
Von 2014 bis 2018 bauten philippinische Werften nach Regierungsangaben jährlich Schiffe mit einer gesamten Bruttoraumzahl von 1,2 bis zwei Millionen. Das entsprach ungefähr 20 großen Öltankern oder 30 großen Containerschiffen pro Jahr.
Die Bruttoraumzahl ist ein Maß für das gesamte umbaute Raumvolumen eines Schiffes. Sie darf nicht mit Gewicht oder Ladekapazität gleichgesetzt werden.
Nach der Schließung der Hanjin-Werft ging die Produktion stark zurück.
Das Gelände wurde später von der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Cerberus Capital Management übernommen und unter dem Namen Agila Subic weiterentwickelt.
Heute wird das rund 310 Hektar große Werftgelände von mehreren Unternehmen genutzt.
HD Hyundai Heavy Industries Philippines verwendet davon etwa 100 Hektar für den Bau und die Reparatur von Schiffen sowie für mögliche Arbeiten an Offshore-Windanlagen.
Im September 2025 eröffnete das südkoreanische Unternehmen seinen Produktionsbereich offiziell. Präsident Ferdinand Marcos Jr. leitete damals den ersten Stahlschnitt für das Schiff, das nun als „Orion Jade“ zu Wasser gelassen wurde.
Zwischen dem symbolischen Produktionsbeginn und dem Aufschwimmen des Tankers lagen damit weniger als elf Monate.
Für die philippinische Regierung ist dies der erste praktische Nachweis, dass die frühere Großwerft wieder vollständige kommerzielle Neubauprojekte bearbeiten kann.
HD Hyundai will nach bisherigen Planungen bis zu zehn Schiffe pro Jahr am Standort fertigen.
Die tatsächliche Produktionsleistung wird davon abhängen, wie viele Aufträge eingehen, wie schnell Arbeitskräfte ausgebildet werden und wie weit lokale Zulieferer in die Fertigung eingebunden werden können.
Die Regierung erwartet, dass die Kapazität des Standorts von rund 1,3 Millionen auf 2,5 Millionen Tonnen Tragfähigkeit steigen kann.
Dadurch könnten nach Regierungsangaben künftig bis zu acht große Tanker gleichzeitig beziehungsweise innerhalb der jährlichen Produktionsplanung bearbeitet werden. Zuvor lag die Kapazität bei etwa vier bis fünf Schiffen dieser Größenordnung.
Bis 2030 sollen auf der Hyundai-Werft rund 4.300 philippinische Beschäftigte arbeiten.
Frühere Unternehmensangaben nannten zeitweise sogar ein mögliches Ziel von bis zu 7.000 Arbeitsplätzen für den umfassenderen Ausbau des Standorts.
Diese Zahlen sind Zielgrößen und noch keine aktuellen Beschäftigtenzahlen.
Von besonderer Bedeutung ist deshalb, wie viele Arbeiten tatsächlich auf den Philippinen ausgeführt werden.
Ein Schiff dieser Größe benötigt Stahlbau, Schweißarbeiten, Rohrleitungen, elektrische Systeme, Maschineninstallation, Lackierung, Innenausbau, Qualitätskontrolle und zahlreiche spezialisierte Dienstleistungen.
Wenn ein großer Teil dieser Arbeiten von philippinischen Beschäftigten und örtlichen Unternehmen übernommen wird, kann die Werft ein breiteres industrielles Umfeld schaffen.
Werden dagegen viele Bauteile und Fachleistungen vollständig importiert, bleibt der lokale wirtschaftliche Nutzen stärker auf Montage, Werftbetrieb und direkte Beschäftigung begrenzt.
Auch die Qualität der Arbeitsplätze ist entscheidend.
Die frühere Hanjin-Werft war wiederholt wegen Arbeitsunfällen, Arbeitsbedingungen und des starken Einsatzes von Subunternehmen kritisiert worden.
Der Neustart sollte deshalb nicht allein an der Zahl gebauter Schiffe oder neuer Stellen gemessen werden.
Wichtig sind langfristige Beschäftigungsverhältnisse, qualifizierte Ausbildung, angemessene Bezahlung und konsequenter Arbeitsschutz.
Großschiffbau gehört zu den technisch anspruchsvollsten Industriezweigen.
Er kann Schweißer, Ingenieure, Konstrukteure, Elektriker und weitere Fachkräfte ausbilden, deren Kenntnisse auch in anderen Bereichen der Industrie eingesetzt werden können.
Für die Philippinen bietet sich damit die Möglichkeit, nicht nur Seeleute für ausländische Schiffe bereitzustellen, sondern stärker an Bau, Wartung und technischer Entwicklung der Schiffe zu verdienen.
Der Standort besitzt außerdem strategische Bedeutung.
Subic verfügt über einen tiefen Naturhafen, eine frühere US-Marineinfrastruktur und eine gute Verbindung zu Industriegebieten auf Luzon.
Neben dem Bau ziviler Handelsschiffe könnten dort langfristig auch Reparaturen, Wartungsarbeiten und möglicherweise Projekte für Offshore-Energie oder staatliche Flotten durchgeführt werden.
Der jetzt zu Wasser gelassene Tanker ist jedoch ein kommerzielles Schiff. Er darf nicht mit den Kriegsschiffen verwechselt werden, die HD Hyundai in Südkorea für die Philippine Navy baut.
Für eine nachhaltige Rückkehr der Philippinen in den internationalen Großschiffbau reicht ein einzelner Neubau noch nicht aus.
Entscheidend wird sein, ob die drei weiteren bestellten Tanker planmäßig folgen, zusätzliche Aufträge gewonnen werden und sich der Standort auch nach Ablauf der ersten Auftragsserie wirtschaftlich behaupten kann.
Mit der „Orion Jade“ hat die Werft aber erstmals seit ihrer Wiederbelebung gezeigt, dass aus Investitionsankündigungen und einem symbolischen Stahlschnitt wieder ein vollständiger großer Schiffsrumpf entstanden ist. – Quelle: HD Hyundai Heavy Industries Philippines, Präsidialamt der Philippinen und Philippine Star / RM







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