Startseite » Digitale Gewerbegenehmigungen erhöhen offenbar kommunale Steuereinnahmen
Allgemein

Digitale Gewerbegenehmigungen erhöhen offenbar kommunale Steuereinnahmen

MANILA – Städte mit vollständig automatisierten Gewerbegenehmigungen verzeichnen nach einer neuen Untersuchung ein stärkeres Wachstum ihrer örtlichen Unternehmenssteuern. – klajoo.com – Das Philippine Institute for Development Studies verglich Daten von 138 philippinischen Städten.

Städte mit vollständig automatisierten Business Permits and Licensing Systems erreichten demnach ein um 18,16 Prozentpunkte höheres Wachstum der örtlichen Unternehmenssteuern als Städte ohne vollständige Automatisierung.

Die Zahl bedeutet nicht, dass die Einnahmen jeder digitalisierten Stadt automatisch um 18,16 Prozent steigen.

Sie beschreibt den statistisch ermittelten Unterschied im Wachstum zwischen den untersuchten Gruppen.

Ein vollständig automatisiertes System ermöglicht Unternehmen, Anträge online einzureichen, Gebühren über Banken oder elektronische Geldbörsen zu bezahlen und amtliche Quittungen und Genehmigungen digital zu erhalten.

Teilweise können Dokumente auch per Kurier zugestellt werden, ohne dass Antragsteller persönlich im Rathaus erscheinen müssen.

Die Studie stellte außerdem einen Zusammenhang mit einer höheren Zahl aktiver und registrierter Unternehmen fest.

Einfachere Verfahren können dazu führen, dass mehr kleine Unternehmen eine offizielle Genehmigung beantragen und bestehende Betriebe ihre Registrierung fristgerecht erneuern.

Für die Städte bedeutet dies eine breitere Steuerbasis und weniger Möglichkeiten, Anträge außerhalb des offiziellen Systems zu bearbeiten.

Digitale Verfahren können auch Korruptionsrisiken verringern.

Wenn Gebühren automatisch berechnet, Zahlungen elektronisch erfasst und Bearbeitungsstände nachvollziehbar dokumentiert werden, sinkt der direkte Kontakt zwischen Antragstellern und einzelnen Sachbearbeitern.

Dadurch werden Bestechung, willkürliche Zusatzforderungen und das Verschwinden von Unterlagen schwieriger.

Vollständig beseitigt werden solche Risiken jedoch nicht.

Auch digitale Systeme können manipuliert werden. Außerdem können notwendige Ortsbesichtigungen, Brandschutzprüfungen und andere Genehmigungsschritte weiterhin persönlichen Kontakt erfordern.

Die Studie zeigt zugleich, dass Digitalisierung auf den Philippinen noch längst nicht überall funktioniert.

2024 verfügten nur rund 40 Prozent der Städte über ein vollständig automatisiertes Genehmigungssystem.

Dabei besitzen viele formelle Unternehmen grundsätzlich die technische Ausstattung.

Bereits 2021 verwendeten 90,83 Prozent der Betriebe Computer oder Kommunikationstechnik, und 80,96 Prozent verfügten über Internetzugang.

Trotzdem nutzten nur 38,39 Prozent das Internet für Zahlungen an staatliche Behörden.

Ursachen können komplizierte Portale, fehlende einheitliche Verfahren, technische Ausfälle, geringe Bekanntheit und das Misstrauen gegenüber elektronischen Zahlungen sein.

Auch die Kommunen selbst stehen vor Problemen.

Kleinere Städte verfügen häufig nicht über ausreichend IT-Fachkräfte, sichere Server, zuverlässige Internetverbindungen und Geld für Wartung und Weiterentwicklung.

Ein System kann offiziell als digital gelten, obwohl einzelne Schritte weiterhin ausgedruckt, manuell geprüft oder zwischen nicht verbundenen Programmen übertragen werden.

Dadurch entstehen neue Verzögerungen und zusätzliche Fehlerquellen.

Die Forscher empfehlen deshalb, kommunale Systeme stärker mit der eLGU-Plattform des Department of Information and Communications Technology und anderen nationalen Datenbanken zu verbinden.

Unternehmen sollten grundlegende Daten nicht für jede Behörde erneut eingeben müssen.

Gleichzeitig müssen Datenschutz und Cybersicherheit gewährleistet werden. Gewerbedaten enthalten Namen, Adressen, Steuerinformationen, Umsätze und weitere wirtschaftlich sensible Angaben.

Die Studie kann einen Zusammenhang zwischen vollständiger Automatisierung und höheren Einnahmen zeigen. Sie beweist aber nicht zweifelsfrei, dass ausschließlich die Digitalisierung den Anstieg verursacht hat.

Wirtschaftlich starke Städte verfügen häufig sowohl über höhere Steuereinnahmen als auch über mehr Geld für moderne Verwaltungssysteme.

Die Untersuchung versucht solche Unterschiede statistisch zu berücksichtigen. Dennoch können weitere Faktoren wie Bevölkerungswachstum, neue Einkaufszentren, wirtschaftliche Struktur und besonders leistungsfähige Stadtverwaltungen eine Rolle spielen.

Für eine politische Bewertung ist deshalb nicht nur entscheidend, ob eine Stadt ein Onlineportal besitzt.

Wichtig ist, ob Unternehmen den gesamten Vorgang tatsächlich ohne unnötige persönliche Termine abschließen können und wie lange die Bearbeitung dauert. – Quelle: Philippine Institute for Development Studies / RM

Add Comment

Click here to post a comment