LUZON – Der Wasserstand des Angat-Staudamms ist auf den niedrigsten bisher erfassten Wert gefallen. – klajoo.com – Am Dienstagmorgen lag der Pegel nach Angaben der Wetterbehörde PAGASA bei 150,91 Metern.
Damit fehlten mehr als 59 Meter bis zum normalen hohen Wasserstand von 210 Metern.
Auch die für diese Jahreszeit vorgesehene Regelkurve wurde um mehr als 29 Meter unterschritten. Der Mindestbetriebsstand des Stausees liegt bei 180 Metern.
Angat ist die wichtigste Rohwasserquelle für Metro Manila. Das System aus Angat, Ipo und La Mesa deckt rund 90 Prozent des Wasserbedarfs der Hauptstadtregion.
Daneben versorgt der Stausee Teile der Provinz Bulacan und landwirtschaftliche Bewässerungsgebiete.
PAGASA warnt deshalb vor einer möglichen Wasserkrise im Jahr 2027, falls sich der Stausee bis zum Ende des Jahres 2026 nicht deutlich erholt.
Der Wasserstand müsste nach Einschätzung der Behörde bis zum Jahresende wieder in Richtung 210 Meter steigen, um das Risiko größerer Versorgungsprobleme zu verringern.
Die derzeitigen Prognosen sind deutlich ungünstiger.
PAGASA erwartet bis Ende Oktober lediglich einen Wasserstand von etwa 172 Metern. Das läge weiterhin mehr als sieben Meter unterhalb des Mindestbetriebsstands.
Ursache ist die anhaltende Trockenheit im Einzugsgebiet. Trotz Regenfällen durch den Südwestmonsun und tropische Wettersysteme erhielt das Gebiet oberhalb des Stausees bislang nicht genügend Niederschlag.
Regen in Metro Manila oder anderen Teilen Bulacans bedeutet nicht automatisch, dass auch im eigentlichen Angat-Einzugsgebiet ausreichend Wasser fällt.
Dies zeigte sich bereits im Juni: Während Flüsse in dicht besiedelten Teilen Bulacans über die Ufer traten und Wohngebiete überschwemmten, sank der Pegel des Staudamms weiter.
Um den Speicher spürbar zu füllen, benötigt das Einzugsgebiet lang anhaltenden und räumlich passenden Niederschlag.
Nach Berechnungen von PAGASA könnten 100 Millimeter Regen über dem Angat-Wassereinzugsgebiet den Stausee um etwa fünf bis sieben Meter anheben.
Selbst ein solches Ereignis würde den Pegel vom aktuellen Stand aus aber noch nicht auf den Mindestbetriebsstand zurückbringen.
Besonders kritisch wird die Situation, wenn der Wasserstand unter 150 Meter fällt.
Dann muss das Wasser über einen tiefer gelegenen Bypass entnommen werden. Nach Angaben des Metropolitan Waterworks and Sewerage System könnte die Zuteilung für Metro Manila dabei um nahezu ein Drittel reduziert werden.
Für die Bevölkerung bedeutet eine niedrigere Zuteilung nicht zwingend sofort einen vollständigen Ausfall der Versorgung.
Die beiden großen Wasserversorger Manila Water und Maynilad können zunächst Reserven, alternative Quellen, Tiefbrunnen und gespeichertes Wasser einsetzen.
Manila Water hatte Anfang Juli erklärt, die Versorgung in seinem östlichen Versorgungsgebiet zunächst rund um die Uhr aufrechterhalten zu können. In höher gelegenen Gebieten könne der Wasserdruck jedoch sinken.
Sollte die Zuteilung aus Angat längerfristig deutlich reduziert werden, wären weitergehende Maßnahmen möglich.
Dazu gehören geringerer Wasserdruck, nächtliche Unterbrechungen, rotierende Versorgungszeiten und die Belieferung besonders betroffener Gebiete mit Tankwagen.
Welche Gebiete zuerst betroffen wären, hängt vom jeweiligen Versorgungsnetz ab.
Höher gelegene und weit von Pumpwerken entfernte Stadtteile reagieren gewöhnlich früher auf einen sinkenden Druck als niedrig gelegene Gebiete nahe großer Leitungen.
In Metro Manila könnten daher insbesondere höher gelegene Teile von Quezon City, Caloocan, Valenzuela und den östlichen Randgebieten empfindlich reagieren.
Auch Rizal und Teile Bulacans können betroffen sein.
San Jose del Monte in Bulacan liegt in einem wachsenden, teilweise höher gelegenen Stadtgebiet. Dort können niedriger Netzdruck, schnell steigender Verbrauch und begrenzte örtliche Reserven bestehende Versorgungsprobleme verschärfen.
Die aktuelle Lage ist jedoch noch keine bestätigte flächendeckende Wasserkrise in San Jose del Monte oder Metro Manila.
Die Warnung betrifft vor allem die Entwicklung bis 2027, falls sich der Stausee in der zweiten Jahreshälfte nicht ausreichend erholt.
Neben der Trinkwasserversorgung steht auch die Landwirtschaft unter Druck.
Wird das verfügbare Wasser knapper, müssen die Behörden zwischen der Versorgung der Hauptstadtregion, der Bewässerung in Bulacan und anderen Nutzungen abwägen.
In früheren Trockenperioden wurden Bewässerungszuteilungen reduziert, um die Versorgung der dicht besiedelten Hauptstadtregion zu schützen.
Für Landwirte können solche Kürzungen zu geringeren Ernten, veränderten Pflanzzeiten und höheren Produktionskosten führen.
Die Regierung prüft inzwischen mögliche Wolkenimpfungen über dem Einzugsgebiet. Dabei werden geeignete Wolken mit Partikeln behandelt, um die Bildung von Niederschlag zu fördern.
Eine Garantie für ausreichenden Regen bietet das Verfahren nicht. Es funktioniert nur, wenn geeignete Wolken und atmosphärische Bedingungen vorhanden sind.
Langfristig zeigt die Krise die starke Abhängigkeit Metro Manilas von einer einzelnen Hauptquelle.
Zusätzliche Projekte wie Kaliwa Dam, neue Wasseraufbereitungsanlagen, die Nutzung des Laguna Lake und eine Verringerung von Leitungsverlusten sollen diese Abhängigkeit reduzieren.
Viele dieser Maßnahmen benötigen jedoch Jahre bis zur vollständigen Umsetzung.
Kurzfristig bleiben Wassersparen, die Reparatur von Leckagen und eine gerechte Verteilung der knappen Reserven entscheidend. – Quelle: PAGASA, Metropolitan Waterworks and Sewerage System und Philippine Information Agency / RM







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