Startseite » Batteriespeicher sollen das Stromnetz der Visayas stabilisieren
Cebu

Batteriespeicher sollen das Stromnetz der Visayas stabilisieren

CEBU – Das philippinische Department of Energy setzt verstärkt auf große Batteriespeicher, um die angespannte Stromversorgung in den Visayas zu stabilisieren. – klajoo.com – Nach mehreren gelben und roten Netzalarmen sollen zusätzliche Batteriespeichersysteme kurzfristige Leistungsdefizite ausgleichen und die Integration von Solar- und Windenergie erleichtern.

Für das Stromnetz der Visayas ist nach Angaben des Energieministeriums die strategische Bereitstellung von Batteriespeichern mit einer Gesamtleistung von rund 170 Megawatt vorgesehen. Ein Teil dieser Kapazität befindet sich bereits im Bau oder wurde inzwischen in Betrieb genommen.

Zu den neuen Anlagen gehört das MGEN Toledo Battery Energy Storage System in Cebu. Der Speicher wurde im Mai 2026 ans Netz angeschlossen und kann eine Leistung von 30 Megawatt bereitstellen. Er soll Schwankungen im regionalen Stromnetz ausgleichen und bei einem plötzlichen Ausfall von Kraftwerken kurzfristig Energie einspeisen.

Batteriespeicher sind keine Kraftwerke im klassischen Sinn. Sie erzeugen selbst keinen Strom, sondern nehmen elektrische Energie auf, wenn mehr Leistung verfügbar ist als unmittelbar benötigt wird. Bei hoher Nachfrage oder einem unerwarteten Ausfall können sie die gespeicherte Energie innerhalb weniger Sekunden wieder in das Netz abgeben.

Dabei müssen Leistung und Speicherkapazität unterschieden werden. Die Leistung in Megawatt gibt an, wie viel Strom ein Speicher gleichzeitig abgeben kann. Die Kapazität in Megawattstunden beschreibt dagegen, wie lange diese Leistung zur Verfügung steht.

Ein Speicher mit 30 Megawatt Leistung und 60 Megawattstunden Kapazität könnte theoretisch zwei Stunden lang 30 Megawatt abgeben. Ohne Angabe der Megawattstunden lässt sich daher nicht beurteilen, wie lange ein konkretes Batteriesystem ein Versorgungsdefizit überbrücken kann.

Für die Visayas sind solche Anlagen besonders wichtig. Das regionale Netz ist kleiner als das Stromsystem Luzons und reagiert deshalb empfindlicher, wenn größere Kraftwerksblöcke ungeplant ausfallen oder wegen Wartungsarbeiten nicht verfügbar sind.

Im Mai und Juni kam es wiederholt zu einer angespannten Versorgungslage. Zeitweise lagen die verfügbaren Reserven so niedrig, dass der Netzbetreiber gelbe oder rote Warnstufen ausrufen musste.

Ein gelber Alarm bedeutet, dass zwar noch genügend Strom für den aktuellen Bedarf vorhanden ist, aber keine ausreichende Reserve mehr zur Verfügung steht. Bei einem weiteren Kraftwerksausfall kann die Versorgung gefährdet sein.

Ein roter Alarm wird ausgerufen, wenn die verfügbare Leistung den Bedarf und die vorgeschriebene Reserve nicht mehr deckt. In dieser Situation können rotierende Stromabschaltungen notwendig werden.

Zu den Ursachen der jüngsten Probleme gehörten ungeplante Kraftwerksausfälle, verzögerte Reparaturen und eine hohe Nachfrage. Das Department of Energy prüfte deshalb neben Batteriespeichern auch schwimmende Kraftwerke, zusätzliche Generatoren und eine schnellere Rückkehr stillgelegter Kraftwerksblöcke.

Seit 2026 wurden im philippinischen Stromsystem insgesamt 36 neue Projekte mit zusammen 1.505 Megawatt in Betrieb genommen. Dazu gehören neun Batteriespeicherprojekte. Die zusätzlichen Anlagen konnten die strukturellen Engpässe in den Visayas jedoch noch nicht vollständig beseitigen.

Batteriespeicher können besonders schnell auf Frequenzschwankungen reagieren. Wenn plötzlich ein Kraftwerk ausfällt, sinkt die Netzfrequenz. Ein Speicher kann dann nahezu sofort Leistung bereitstellen und dem Netzbetreiber Zeit verschaffen, weitere Kraftwerke hochzufahren oder den Verbrauch zu reduzieren.

Sie eignen sich außerdem dazu, schwankende erneuerbare Energie besser zu nutzen. Solaranlagen erzeugen mittags häufig besonders viel Strom, während der höchste Verbrauch am frühen Abend auftreten kann. Ein Speicher kann einen Teil der mittäglichen Produktion aufnehmen und später wieder abgeben.

Damit werden Batterien für die Energiewende zunehmend wichtiger. Das Energieministerium hat seine Regeln für Energiespeicher deshalb überarbeitet. Neue größere Projekte mit schwankender erneuerbarer Energie sollen künftig grundsätzlich mit geeigneten Speicherkapazitäten kombiniert werden.

Die Anlagen lösen jedoch nicht alle Probleme des Stromsystems. Sie können nur zuvor gespeicherte Energie abgeben und sind nach einigen Stunden entladen. Bei einem länger andauernden Kraftwerksausfall werden weiterhin verlässliche Erzeugungskapazitäten, Brennstoffreserven und ausreichend leistungsfähige Übertragungsleitungen benötigt.

Auch die Verbindung zwischen Luzon, Visayas und Mindanao bleibt wichtig. Über Unterseekabel können die regionalen Netze Strom austauschen. Wenn jedoch in mehreren Regionen gleichzeitig wenig Reserve vorhanden ist oder Übertragungsleitungen ausgelastet sind, lässt sich ein lokaler Engpass nicht vollständig durch Stromimporte beheben.

Hinzu kommen die Kosten. Große Lithium-Ionen-Speicher erfordern erhebliche Investitionen und müssen nach einer begrenzten Zahl von Ladezyklen teilweise erneuert werden. Für ihre wirtschaftliche Bewertung sind deshalb Baukosten, Lebensdauer, Kapazität, Netzdienstleistungen und mögliche Erlöse entscheidend.

Das Department of Energy sieht Batteriespeicher dennoch als zentralen Bestandteil einer zuverlässigeren Stromversorgung. Sie sollen nicht nur kurzfristige Engpässe in den Visayas überbrücken, sondern auch ermöglichen, künftig einen größeren Anteil von Solar- und Windenergie sicher in das Netz einzubinden. – Quelle: Department of Energy; Philippine News Agency / RM

Add Comment

Click here to post a comment