MANILA – Das Bureau of Immigration hat am Ninoy Aquino International Airport einen 52-jährigen südkoreanischen Staatsbürger festgenommen, der von Interpol wegen des mutmaßlichen Betriebs eines großen illegalen Online-Glücksspielnetzwerks gesucht wird. – klajoo.com – Der Mann soll versucht haben, unter einer falschen Identität zu reisen. Nach Angaben der Einwanderungsbehörde wurde er von der Fugitive Search Unit erkannt und festgenommen.
Die südkoreanischen Behörden werfen ihm vor, an einem internationalen Online-Glücksspielnetzwerk beteiligt gewesen zu sein. Solche Systeme betreiben häufig Webseiten und technische Infrastruktur in mehreren Staaten, während Zahlungen, Kundenbetreuung und Serverstandorte über verschiedene Länder verteilt werden.
Eine Interpol-Fahndung ist kein internationaler Haftbefehl, der überall automatisch vollstreckt wird. Interpol übermittelt Fahndungsinformationen zwischen den Mitgliedstaaten. Festnahme, Auslieferung oder Abschiebung richten sich nach dem jeweiligen nationalen Recht.
Auf den Philippinen arbeiten das Bureau of Immigration, die Philippine National Police, das philippinische Interpol-Büro und ausländische Strafverfolgungsbehörden bei solchen Fällen zusammen.
Eine wichtige Rolle spielen Vorab-Passagierdaten. Fluggesellschaften übermitteln Informationen zu Reisenden vor dem Abflug oder vor der Ankunft. Dadurch können Behörden Namen, Geburtsdaten, Reisepässe und Reiserouten bereits vor der Landung mit Fahndungslisten abgleichen.
Hinzu kommen biometrische Kontrollen. Kameras, Fingerabdruckdaten und frühere Einreisebilder können helfen, Personen zu erkennen, die einen anderen Namen oder einen neuen Reisepass verwenden.
Die Philippinen haben diese Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren schrittweise ausgebaut. Bereits 2016 wurde das BI-System an internationalen Flughäfen stärker mit Interpol-Datenbanken verbunden.
Bei der Interpol-Operation Red Lotus III im Jahr 2018 wurden an Flughäfen in mehreren südostasiatischen Staaten Millionen Datensätze geprüft. Dabei identifizierten die Behörden Dutzende international gesuchte Personen.
Ein besonders sichtbarer Erfolg folgte während der Südostasienspiele 2019. Interpol unterstützte philippinische Behörden bei Sicherheitskontrollen an den Flughäfen Manila und Cebu. Mehr als 25 international gesuchte Personen wurden entdeckt oder festgenommen.
Darunter befanden sich sieben südkoreanische Flüchtige, die wegen Delikten wie Betrug, Körperverletzung und Hightech-Kriminalität gesucht wurden. Sie wurden festgesetzt und anschließend nach Südkorea zurückgebracht.
Auch das seit 2025 verstärkt eingesetzte Advanced Passenger Information System führte bereits zu mehreren Treffern. Im Dezember 2025 wurde ein international gesuchter Mann bei der Ankunft in Manila abgefangen, nachdem das System frühzeitig eine Übereinstimmung gemeldet hatte.
Am Neujahrstag 2026 verhinderten die Behörden die Einreise eines mongolischen und eines türkischen Staatsbürgers, die international gesucht wurden.
Die aktuelle Festnahme zeigt zugleich eine Grenze rein namensbasierter Kontrollen. Wer unter einer falschen Identität reist, kann nur erkannt werden, wenn biometrische Merkmale, frühere Reisedaten, Hinweise aus dem Ausland oder weitere Ermittlungsinformationen zusammengeführt werden.
Der Koreaner soll bis zur weiteren Entscheidung in Gewahrsam bleiben. Je nach Rechtslage kann er abgeschoben, an Südkorea überstellt oder zunächst wegen philippinischer Einwanderungsverstöße verfolgt werden.
Die Vorwürfe sind noch nicht rechtskräftig festgestellt. Über die strafrechtliche Verantwortung entscheiden die zuständigen Gerichte. – Quelle: Bureau of Immigration; Interpol / RM







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