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Philippinen beginnen Suche nach natürlichem Wasserstoff in Pangasinan

LUZON – In der Provinz Pangasinan hat eine groß angelegte geophysikalische Untersuchung begonnen, mit der unterirdische Formationen auf mögliche Vorkommen von natürlichem Wasserstoff geprüft werden sollen. Das Untersuchungsgebiet liegt im Raum Bugallon und gehört zum Service Contract 84 des Energieministeriums.

Das Unternehmen Koloma führt dort eine zweidimensionale seismische Vermessung über insgesamt rund 132,6 Kilometer Messlinien durch. Die Arbeiten sollen sichtbar machen, wie die Gesteinsschichten im Untergrund aufgebaut sind und ob geologische Strukturen vorhanden sind, in denen sich Wasserstoff bilden oder ansammeln könnte.

Natürlicher Wasserstoff wird auch als geologischer, weißer oder goldener Wasserstoff bezeichnet. Anders als industriell erzeugter Wasserstoff muss er nicht zunächst unter hohem Energieeinsatz hergestellt werden. Er entsteht durch natürliche Prozesse im Erdinneren oder in oberflächennahen Gesteinsschichten.

Eine mögliche Entstehungsweise ist die Reaktion von Wasser mit eisenhaltigem Gestein. Dabei wird der Sauerstoff gebunden und Wasserstoff freigesetzt. Weitere mögliche Quellen sind die natürliche Spaltung von Wasser durch radioaktive Strahlung im Gestein sowie chemische und geologische Prozesse in tieferen Erdschichten.

Der Begriff „weißer Wasserstoff“ unterscheidet diese Vorkommen von anderen Herstellungswegen. Grauer Wasserstoff wird überwiegend aus Erdgas gewonnen und verursacht dabei erhebliche Kohlendioxidemissionen. Blauer Wasserstoff entsteht ebenfalls aus fossilen Rohstoffen, wobei ein Teil des Kohlendioxids abgeschieden und gespeichert werden soll. Grüner Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt.

Bei der jetzt begonnenen seismischen Untersuchung werden kontrollierte Schallwellen in den Untergrund gesendet. Sensoren messen, wie diese Wellen an unterschiedlichen Gesteinsschichten reflektiert werden. Aus den Daten können Fachleute ein zweidimensionales Bild der geologischen Strukturen erstellen.

Die Messungen weisen Wasserstoff jedoch nicht unmittelbar nach. Sie helfen zunächst nur dabei, mögliche Entstehungszonen, Störungen, Speichergesteine oder geologische Fallen zu erkennen. Ob tatsächlich ein nutzbares Vorkommen vorhanden ist, lässt sich erst durch weitere Proben, Bohrungen und Fördertests klären.

Bereits im Mai wurden am natürlichen Gasaustritt Los Fuegos Eternos Proben genommen. Das Energieministerium bezeichnete die ersten Ergebnisse als vielversprechend genug, um weitere Untersuchungen zu rechtfertigen. Von März bis Anfang Juni war außerdem eine großräumige Messung von Schwerkraft- und Magnetfeldunterschieden aus der Luft durchgeführt worden. Dabei wurden fast 28.000 Kilometer Messlinien erfasst.

Selbst wenn Wasserstoff gefunden wird, ist noch offen, ob er in ausreichender Menge, Reinheit und mit dauerhaftem Druck austritt. Ebenso müssen Förderkosten, mögliche Verunreinigungen, Umweltauswirkungen und der Transport zu den Verbrauchern untersucht werden.

Wasserstoff verursacht bei seiner direkten Nutzung grundsätzlich Wasser statt Kohlendioxid. Seine gesamte Klimabilanz hängt jedoch davon ab, wie er gefördert, aufbereitet und transportiert wird. Wasserstoff ist ein sehr kleines Molekül und kann leichter als viele andere Gase aus Leitungen und Anlagen entweichen.

Das Projekt befindet sich deshalb noch in einer frühen Explorationsphase. Ein wirtschaftlich nutzbares Wasserstofffeld wurde bislang nicht nachgewiesen. Nach Angaben des Energieministeriums trägt der private Vertragspartner die technischen, finanziellen und betrieblichen Risiken der Exploration. Für die Such- und Entwicklungsarbeiten sollen keine direkten staatlichen Mittel eingesetzt werden.

Sollten sich die Hinweise bestätigen, könnten die Philippinen Zugang zu einer neuen heimischen Energiequelle erhalten. Bis zu einer möglichen Förderung wären jedoch noch jahrelange Untersuchungen, Genehmigungen und Investitionen erforderlich. – Quelle: Department of Energy / Koloma / U.S. Geological Survey / RM

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