MANILA – Langsame und zeitweise unterbrochene Internetverbindungen auf den Philippinen haben am Freitag erneut gezeigt, wie stark das Land von wenigen internationalen Unterseekabeln abhängt. – klajoo.com – Nach Angaben mehrerer Netzbetreiber und des Department of Information and Communications Technology (DICT) waren Verbindungen zwischen den Philippinen und Singapur sowie zwischen den Philippinen und Hongkong beeinträchtigt. Das DICT untersucht die Ursache; eine genaue Schadstelle und ein bestimmtes Kabelsystem wurden von der Behörde zunächst nicht öffentlich bestätigt.
Die Störung fällt zeitlich auffällig mit einem anderen Vorgang zusammen. Wenige Tage zuvor hatte die Philippine Coast Guard (PCG) das chinesische Forschungsschiff JIA HAI KE 7 rund 38 Seemeilen nordwestlich von Itbayat in Batanes beobachtet. Nach Darstellung der PCG hielt das Schiff dort wiederholt Position und zeigte Bewegungsmuster, die eher zu wissenschaftlicher Meeresforschung als zu einer normalen Durchfahrt passten. Die PCG wies außerdem darauf hin, dass sich in diesem Teil der Luzonstraße wichtige Unterseekabel-Korridore befinden.
Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, ob beide Ereignisse zusammenhängen. Derzeit gibt es dafür jedoch keinen belastbaren Beleg. Die PCG selbst hat erklärt, sie gleiche die Positionen des Forschungsschiffs mit Kabelkoordinaten ab und koordiniere sich dafür mit anderen Behörden und privaten Telekommunikationsunternehmen. Das ist eine Prüfung eines möglichen Zusammenhangs, keine Feststellung, dass das chinesische Schiff ein Kabel beschädigt oder manipuliert hat.
Auch technisch ist Vorsicht nötig. Das asiatische Kabelnetz besteht aus mehreren Systemen und Ringstrukturen. Das C2C-Netz verbindet die Philippinen unter anderem mit Hongkong, Taiwan und Singapur. Seine philippinische Landestation liegt in Nasugbu in Batangas. Nördliche Verbindungen Richtung Taiwan und Hongkong verlaufen durch beziehungsweise nahe der Luzonstraße, während die südliche Verbindung Richtung Singapur einen anderen Korridor nutzt. Dass zugleich Verbindungen Richtung Hongkong und Singapur beeinträchtigt waren, reicht daher nicht aus, um die Störung geografisch auf das Gebiet bei Batanes einzugrenzen.
Hinzu kommt, dass Unterseekabel regelmäßig durch Erdbeben, Unterwasser-Erdrutsche, Schiffsanker, Fischerei oder technische Defekte beschädigt werden. DICT-Vertreter erklärten ausdrücklich, dass die Ursache noch ermittelt werde. Solange weder die genaue Bruchstelle noch das betroffene Kabelsystem und die Schadensursache feststehen, wäre jede Verbindung zum JIA HAI KE 7 Spekulation.
Der Vorgang macht dennoch ein strukturelles Problem sichtbar: Die Philippinen verfügen zwar über mehrere internationale Kabelsysteme und können Datenverkehr umleiten, doch der Ausfall wichtiger Strecken erhöht Latenzen und belastet andere Routen. Für ein Land mit großer BPO-Branche, stark wachsender Cloud-Nutzung und vielen Menschen, die online für ausländische Arbeitgeber arbeiten, ist die Widerstandsfähigkeit dieser Infrastruktur damit längst auch eine wirtschaftliche und sicherheitspolitische Frage. Entscheidend wird nun sein, ob das DICT den konkreten Fehlerort und die Ursache öffentlich benennt – und ob der parallele PCG-Abgleich bei Batanes tatsächlich irgendeine Überschneidung zeigt. Bis dahin gilt: zeitliche Nähe und ein Unterseekabel-Korridor sind auffällig, aber kein Beweis für einen Zusammenhang. – RM
Quellen:
- GMA News – Slow/intermittent internet linked to submarine cable outage
- Philippine News Agency – PCG exposes AIS-spoofing Chinese vessel near PH cable corridor
- Philippine Information Agency / PCG – Chinese research vessel off Batanes
- Submarine Networks – C2C Cable System Overview







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