MANILA – Neue Solarprojekte können Strom auf den Philippinen nach einer aktuellen regionalen Analyse deutlich günstiger erzeugen als neue Gaskraftwerke. – klajoo.com – Zero Carbon Analytics kommt auf Basis von Daten von BloombergNEF und der International Energy Agency für 2025 auf durchschnittliche Stromgestehungskosten von 54 USD je Megawattstunde für Solarenergie und 99 USD je Megawattstunde für Gas. Umgerechnet sind das grob rund 45 beziehungsweise 83 EUR je Megawattstunde.
Der Abstand ist nach der Analyse auf den Philippinen größer als in den ebenfalls untersuchten Ländern Indonesien, Malaysia, Thailand und Vietnam. Zero Carbon Analytics bezeichnet Solarstrom deshalb als rund 59 Prozent günstiger als Gasstrom. Für 2030 erwartet die Organisation einen noch größeren Abstand.
Die Aussage ist relevant, weil die Philippinen gleichzeitig neue Gaskapazitäten und den Import von Flüssigerdgas ausbauen. Gas soll vor allem Versorgungssicherheit bieten, wenn heimische Gasfelder zurückgehen und schwankende erneuerbare Energien nicht ausreichend verfügbar sind. Gerade hohe und volatile LNG-Preise erhöhen jedoch das Kostenrisiko neuer Gaskraftwerke.
Der Vergleich darf trotzdem nicht mit der Stromrechnung eines Haushalts verwechselt werden. Die verwendeten Stromgestehungskosten – Levelized Cost of Electricity oder LCOE – erfassen die durchschnittlichen Kosten für Finanzierung, Bau, Betrieb und Wartung eines Kraftwerks über seine Lebensdauer. Nicht vollständig enthalten sind dagegen die zusätzlichen Kosten, die für ein Stromsystem mit stark schwankender Solarproduktion entstehen können, etwa Speicher, Netzausbau, Reserveleistung und Systemstabilität. Zero Carbon Analytics weist selbst darauf hin, dass Netzintegration und Speicherkosten in der regionalen Rechnung ausgeschlossen sind.
Umgekehrt hat auch Gas zusätzliche Risiken, die bei langfristigen Planungen schwer vorhersehbar sind: Brennstoffpreise, Wechselkurse, LNG-Importinfrastruktur und mögliche Lieferunterbrechungen. Auf den Philippinen kamen 2025 nach den von Zero Carbon Analytics verwendeten Ember-Daten rund 17,3 Prozent der Stromerzeugung aus Gas. Damit bleibt Gas ein wichtiger Bestandteil des Systems, ist aber zunehmend importabhängig.
Die eigentliche politische und wirtschaftliche Frage lautet deshalb nicht ‘Solar oder Gas’ als Entweder-oder. Entscheidend ist, welche Kombination aus Solar, Wind, Geothermie, Wasserkraft, Speichern, Netzausbau und flexibler Reserveleistung die geringsten Gesamtkosten bei ausreichender Versorgungssicherheit verursacht. Die neue Analyse liefert dafür ein starkes Kostensignal zugunsten neuer Solarprojekte, beweist aber nicht, dass ein rein solares Stromsystem automatisch die billigste Lösung wäre. – RM
Quellen:
- Zero Carbon Analytics – ASEAN gas and solar cost comparison
- Philippine Information Agency – PH leads Southeast Asia in renewable-energy measures







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