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Exportstopp für frischen Ube trifft einen stark gewachsenen britischen Trendmarkt

MANILA/LONDON – Die Philippinen haben den Export von frischem Ube und von Pflanzmaterial auf unbestimmte Zeit ausgesetzt – ausgerechnet in einer Phase, in der die violette Yamswurzel in Großbritannien stark an Popularität gewinnt. – klajoo.com – Dort ist Ube inzwischen nicht mehr nur in philippinischen Restaurants zu finden, sondern auch bei großen Caféketten und in zahlreichen Süßspeisen und Getränken.

Das philippinische Bureau of Plant Industry hatte die Beschränkung bereits Mitte August verhängt. Betroffen sind frische Ube-Knollen und vermehrungsfähiges Pflanzmaterial, unabhängig davon, ob sie zum Verzehr, zur Anpflanzung oder für Forschungszwecke ausgeführt werden sollen. Verarbeitete Produkte wie Pulver, Halaya, Marmelade oder Paste bleiben dagegen ein möglicher Exportweg; auch gefrorener verarbeiteter Ube ist weiterhin am Markt verfügbar.

Der Grund für den Schritt ist ungewöhnlich: Nicht fehlende Auslandsnachfrage, sondern zu wenig Pflanzmaterial im eigenen Land begrenzt die Produktion. Landwirtschaftsminister Francisco Tiu Laurel Jr. erklärte, die Philippinen wollten zunächst ihre eigene Produktionsbasis stärken. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass philippinische Sorten im Ausland vermehrt werden und später in Konkurrenz zu den Produzenten auf den Philippinen treten.

Diese Schutzstrategie kollidiert mit dem gerade wachsenden Exportinteresse. In Großbritannien ist Ube inzwischen unter anderem in Latte-Getränken, Eis, Gebäck und Desserts angekommen. Der Guardian berichtet, dass auch große Ketten wie Pret A Manger, Starbucks und Costa Coffee auf den Trend aufgesprungen sind. Britische Gastronomen rechnen deshalb bei anhaltender Knappheit mit höheren Einkaufspreisen.

Die Philippinen stehen damit vor einem klassischen Wachstumsproblem: Internationale Nachfrage ist vorhanden, aber die landwirtschaftliche Basis kann sie noch nicht zuverlässig bedienen. Für 2027 hat die Regierung 300 Millionen PHP, rund 4,2 Millionen EUR, für die Entwicklung der Ube-Branche vorgesehen. Parallel sollen Gewebekultur, lokale Baumschulen und andere Vermehrungsmethoden mehr qualitativ hochwertiges Pflanzmaterial schaffen.

Der Exportstopp ist daher weniger eine Abkehr vom Auslandsgeschäft als ein Versuch, einen Engpass vor dem nächsten Wachstumsschritt zu beseitigen. Ob das gelingt, hängt davon ab, wie schnell die Produktion ausgeweitet werden kann, ohne Sortenvielfalt und Versorgung im Inland zu gefährden. – RM

Quellen:

  • Department of Agriculture – DA indefinitely suspends raw ube exports to secure planting materials
  • The Guardian – Purple reins: Philippine export ban casts shadow over UK’s love of ube

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