CEBU – Der Strompreis für Haushalte im Versorgungsgebiet von Visayan Electric in Metro Cebu sinkt im September nur minimal. – klajoo.com – Der eigentliche Nachrichtenwert liegt jedoch nicht in der kleinen Entlastung, sondern darin, dass regulatorische Eingriffe einen wesentlich stärkeren Preissprung verhindert haben.
Nach Angaben von SunStar sinkt der Haushaltsstrompreis von 14,96 auf 14,89 PHP je Kilowattstunde. Das sind lediglich 0,07 PHP weniger. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 200 Kilowattstunden spart dadurch nur rund 14 PHP im Monat, also knapp 0,20 EUR.
Ohne die inzwischen eingeführten Maßnahmen hätte die Entwicklung deutlich anders ausfallen können. Visayan Electric und regionale Medien verweisen darauf, dass der Tarif unter den angespannten Marktbedingungen bis auf etwa 21,24 PHP je Kilowattstunde hätte steigen können. Bei 200 Kilowattstunden wären das rund 1.270 PHP oder etwa 18 EUR mehr als beim nun veröffentlichten Tarif.
Die Energy Regulatory Commission (ERC) hatte am 10. September angeordnet, den sogenannten Secondary Price Cap regional für die Visayas und Mindanao anzuwenden und die Regel rückwirkend auf den Abrechnungsmonat August auszudehnen. Der Mechanismus begrenzt extreme Preisspitzen am Stromgroßhandelsmarkt, wenn hohe Spotmarktpreise über einen bestimmten Zeitraum auftreten. Zuvor konnte die landesweite Berechnung dazu führen, dass extreme Preise in einer einzelnen Region nicht früh genug begrenzt wurden.
Visayan Electric nennt zusätzlich Verhandlungen mit dem Independent Electricity Market Operator of the Philippines über die zeitliche Verschiebung bestimmter Belastungen. Genau hier liegt eine wichtige Einschränkung: Ein Preisdeckel senkt kurzfristig den Betrag, der an Verbraucher weitergegeben wird. Eine Verschiebung von Kosten kann ebenfalls die aktuelle Rechnung reduzieren. Beides schafft aber keine zusätzliche Kraftwerksleistung und beseitigt keine ausgefallenen Erzeugungsanlagen.
Bei der veröffentlichten Tarifzahl gibt es zudem eine auffällige Unstimmigkeit. Visayan Electric selbst schreibt in seiner Mitteilung gleichzeitig von einer Senkung um 0,07 PHP und einem neuen Tarif von 14,80 PHP nach zuvor 14,96 PHP. Rechnerisch ergäbe eine Senkung um 0,07 PHP jedoch 14,89 PHP. SunStar nennt ebenfalls 14,89 PHP. Für die Berichterstattung ist deshalb 14,89 PHP der nachvollziehbare Wert; die 14,80 PHP in der Unternehmensmitteilung wirken wie ein Tippfehler.
Der Eingriff der ERC zeigt damit zweierlei. Kurzfristig schützt der regionale Preisdeckel Haushalte und Unternehmen vor den extremsten Folgen der knappen Stromversorgung. Gleichzeitig macht gerade die Differenz zwischen dem tatsächlichen Tarif und einem möglichen Tarif von mehr als 21 PHP sichtbar, wie stark die grundlegende Versorgungslage den Großhandelspreis belastet.
Die strukturelle Ursache bleibt bestehen. In den Visayas fielen in den vergangenen Monaten wiederholt zahlreiche Kraftwerksblöcke vollständig oder teilweise aus. Gelbe und rote Netzwarnungen traten ungewöhnlich häufig auf. Zusätzliche Batteriespeicher, bessere Übertragungsverbindungen und die Rückkehr ausgefallener Kraftwerke können die Lage stabilisieren, ersetzen aber nicht dauerhaft fehlende verlässliche Erzeugungskapazität.
Für Cebu ist der Septembertarif deshalb eher eine abgefederte Krise als eine echte Entspannung. Ob die Strompreise nachhaltig sinken, wird weniger vom Preisdeckel als davon abhängen, ob im Visayas-Netz wieder genügend Reserve vorhanden ist und die Zahl ungeplanter Kraftwerksausfälle dauerhaft zurückgeht. – RM
Quellen:
- SunStar Cebu: Cebu power rate dips
- Visayan Electric: Rate reduction for September and ERC intervention measures
- Energy Regulatory Commission: Regional implementation of the Secondary Price Cap for Visayas and Mindanao
- Energy Regulatory Commission: Advisory on implementation of the regional Secondary Price Cap







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