Startseite » Chinesische Schiffe stoppen erneut philippinische Nachschubfahrt zum Ayungin Shoal
Palawan

Chinesische Schiffe stoppen erneut philippinische Nachschubfahrt zum Ayungin Shoal

PALAWAN – Eine philippinische Rotation-and-Resupply-Mission zur BRP Sierra Madre am Ayungin Shoal im West Philippine Sea ist am Donnerstagabend, 24. September 2026, vorzeitig abgebrochen worden. – klajoo.com – Nach Angaben der Armed Forces of the Philippines (AFP) behinderten drei Schiffe der chinesischen Marine und fünf Schiffe der China Coast Guard die philippinische Formation.

Die philippinische Versorgungseinheit M/V Lapu-Lapu war gemeinsam mit drei Unterstützungsfahrzeugen von Marine und Küstenwache unterwegs. Nach Darstellung der AFP kam es zwischen etwa 20:35 Uhr und 23:00 Uhr zu anhaltenden Funkrufen und Annäherungen chinesischer Schiffe. Die philippinische Formation befand sich dabei noch rund 60 Seemeilen vom Ayungin Shoal entfernt. Wegen des Eskalationsrisikos wurde die Mission vorübergehend ausgesetzt. Eine Kollision oder Verletzte wurden nicht gemeldet.

Der Vorgang ist vor allem deshalb bedeutend, weil er nach philippinischer Darstellung die erste abgebrochene Nachschubmission seit der im Juli 2024 zwischen Manila und Peking vereinbarten “provisional understanding” ist. Das Department of Foreign Affairs (DFA) hatte Anfang August erklärt, dass seit Inkrafttreten dieser Verständigung 15 Nachschubmissionen ohne Zwischenfall durchgeführt worden seien.

Die Verständigung sollte das Risiko gefährlicher Konfrontationen bei der Versorgung der auf der gestrandeten BRP Sierra Madre stationierten philippinischen Soldaten reduzieren. Über ihren genauen Inhalt bestehen jedoch weiterhin unterschiedliche Darstellungen. Das DFA betont, die Philippinen müssten weder eine Genehmigung Chinas einholen noch Inspektionen ihrer Schiffe zulassen. China erklärte dagegen im Juli, eine humanitäre Versorgung sei möglich, wenn Peking vorher informiert werde und eine Kontrolle vor Ort stattfinden könne.

Die jetzige Unterbrechung zeigt damit weniger das Ende der Verständigung als vielmehr ihre Grenze: Sie kann Zwischenfälle nur verhindern, solange beide Seiten dieselben Handlungen noch unter den vereinbarten Rahmen fassen. Gerade bei der Frage, was reine Versorgung und was aus chinesischer Sicht eine Veränderung oder Verstärkung der BRP Sierra Madre darstellt, bleiben die Positionen weit auseinander.

Verteidigungsminister Gilberto Teodoro erklärte am Samstag, der Zwischenfall werde die Philippinen nicht von weiteren Nachschubmissionen abhalten. Eine aktuelle chinesische Stellungnahme zu dem Vorfall lag in den zunächst verfügbaren Berichten nicht vor; Reuters berichtete am Freitag, die chinesische Botschaft in Manila habe auf eine Anfrage zunächst nicht reagiert.

Der Ayungin Shoal liegt innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone der Philippinen. Das Schiedsgericht im Verfahren Philippinen gegen China stellte 2016 fest, dass es sich um eine bei Flut unter Wasser liegende Erhebung handelt, die keine eigene maritime Zone erzeugt. China erkennt den Schiedsspruch nicht an und hält an seinem eigenen Souveränitätsanspruch fest. – RM

Quellen:

  • National Task Force for the West Philippine Sea: Statement on the 24 September 2026 RORE mission
  • Philippine News Agency: AFP reports Chinese interference in resupply mission in Ayungin Shoal
  • Philippine News Agency: DND: Chinese interference will not deter Ayungin RORE
  • Philippine News Agency: DFA: Ayungin provisional deal worked; allowed 15 incident-free ROREs
  • Ministry of Foreign Affairs of China: Regular Press Conference, 21 July 2026
  • Reuters: Philippines accuses China of obstructing resupply mission in South China Sea

Add Comment

Click here to post a comment