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NBI plant Ermittler an philippinischen Auslandsvertretungen – Cyberbetrug gegen OFW im Fokus

MANILA – Das National Bureau of Investigation (NBI) bereitet erstmals die Stationierung eigener Ermittler an philippinischen Botschaften und Konsulaten vor. – klajoo.com – Die Behörde will damit vor allem Overseas Filipino Workers (OFW) schneller unterstützen, die im Ausland Opfer von Cyberbetrug und grenzüberschreitender Kriminalität werden.

NBI-Direktor Melvin Matibag erklärte bei den Haushaltsberatungen des Senats, zunächst würden Staaten mit großen philippinischen Gemeinschaften geprüft. Als Regionen nannte er den Nahen Osten, Europa, Südamerika und Teile Asiens. Konkrete Länder, die Zahl der geplanten Stellen und ein endgültiger Starttermin stehen noch nicht fest. Die Behörde arbeitet nach eigenen Angaben bereits mit dem Department of Foreign Affairs an einem Umsetzungsrahmen und hält einen Beginn 2027 für möglich, sofern ausreichende Mittel bereitgestellt werden.

Rechtlich ist eine solche Auslandspräsenz nicht neu. Der National Bureau of Investigation Reorganization and Modernization Act von 2016 erlaubt dem NBI-Direktor ausdrücklich, Mitarbeiter für Missionen im Ausland einzusetzen und sie in Abstimmung mit dem Außenministerium an Botschaften, Konsulaten oder anderen diplomatischen Vertretungen anzusiedeln. Das Gesetz sieht außerdem vor, dass NBI und Außenministerium Regeln für solche Einsätze erarbeiten. Nach Angaben Matibags wurde diese Möglichkeit bisher vor allem aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt.

Der praktische Nutzen könnte über die unmittelbare Hilfe für einzelne Betrugsopfer hinausgehen. Cyberbetrug wird häufig über mehrere Staaten hinweg organisiert; Konten, Kommunikationsplattformen, Täter und Opfer befinden sich dabei nicht zwangsläufig im selben Land. Eigene NBI-Verbindungsbeamte könnten deshalb die Zusammenarbeit mit ausländischen Polizeibehörden beschleunigen und Beweise oder Ansprechpartner schneller sichern.

Noch handelt es sich jedoch um einen Aufbauplan, nicht um ein bestehendes weltweites Netz. Entscheidend werden der Haushalt 2027, die Auswahl der ersten Standorte und die Aufgabenverteilung mit Botschaften, Migrant Workers Offices und ausländischen Ermittlungsbehörden sein. Erst wenn diese Punkte feststehen, lässt sich beurteilen, wie viel zusätzliche Hilfe OFW tatsächlich vor Ort erhalten. – RM

Quellen:

  • Philippine News Agency – NBI eyes overseas attachés to aid OFWs victimized by cyberfraud
  • GMA News Online – NBI eyes opening attache offices worldwide by 2027
  • Supreme Court E-Library – Republic Act No. 10867

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