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Manila

Digitaler Betrug: 603 Milliarden Peso sind eine Risikoschätzung – keine gemessenen Verluste

MANILA – Ein neues Whitepaper von IDfy Philippines und CIBI Information Inc. warnt vor erheblichen wirtschaftlichen Risiken durch digitale Betrugsnetzwerke auf den Philippinen. – klajoo.com – Die darin genannte Summe von bis zu 603 Milliarden Peso pro Jahr ist jedoch keine behördlich festgestellte Schadenssumme, sondern eine modellierte Risikoschätzung. Gerade diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Zahl fast drei Prozent des philippinischen Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Die Autoren werteten unter anderem Daten der Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) zu PESONet und InstaPay aus. Für 2025 wird ein kombiniertes Transaktionsvolumen von 24,74 Billionen Peso genannt. Davon seien nach dem verwendeten Modell rund 1,088 Billionen Peso einem erhöhten Risiko durch digitalen Betrug ausgesetzt gewesen. Rund 55,4 Prozent dieses Risikobereichs ordnet das Whitepaper sogenannten Authorized-Push-Payment-Betrugsfällen und Kontoübernahmen zu, bei denen häufig sogenannte Mule Accounts zum Weiterleiten gestohlener Gelder eingesetzt werden.

Mule Accounts sind Bank- oder E-Wallet-Konten, die für den Empfang, die Weiterleitung oder Auszahlung von Erlösen aus Straftaten genutzt werden. Das philippinische Gesetz gegen Finanzkonto-Betrug, der Anti-Financial Account Scamming Act (Republic Act No. 12010), erfasst ausdrücklich auch das Kaufen, Verkaufen, Vermieten, Verleihen oder Bereitstellen solcher Konten sowie die Anwerbung von Personen dafür.

Das Whitepaper behauptet außerdem, dass 60 bis 70 Prozent der untersuchten Mule Accounts auf freiwillige Teilnehmer zurückgingen, die verifizierte Bank- oder E-Wallet-Konten für 500 bis 5.000 Peso verkaufen oder vermieten. Diese Größenordnung stammt aus dem Branchenbericht und ist nicht mit einer amtlichen Statistik der BSP oder einer gerichtlich festgestellten Fallzahl gleichzusetzen.

Die Regierung und die Zentralbank haben die rechtlichen und technischen Instrumente gegen solche Betrugswege in den vergangenen Jahren erweitert. Die BSP kann nach den Umsetzungsregeln des Anti-Financial Account Scamming Act unter bestimmten Voraussetzungen Finanzkonten untersuchen lassen und bei strittigen Transaktionen koordinierte Prüf- und Sicherungsverfahren anstoßen.

Die große offene Frage ist deshalb weniger, ob Mule Accounts ein reales Problem sind, sondern wie hoch der tatsächlich entstandene Schaden ist. Das Whitepaper beschreibt eine mögliche wirtschaftliche Gefährdung auf Grundlage von Annahmen und Transaktionsdaten. Für eine belastbare Schadensbilanz wären dagegen konsistente Zahlen von BSP, Anti-Money Laundering Council, Polizei und Justiz über bestätigte Betrugsfälle und tatsächlich verlorene beziehungsweise zurückgeholte Gelder erforderlich. – RM

Quellen:

  • Daily Tribune – Digital fraud threatens P603B in annual losses – report
  • Bangko Sentral ng Pilipinas – Republic Act No. 12010, Anti-Financial Account Scamming Act
  • Bangko Sentral ng Pilipinas – Circular No. 1215, Temporary Holding of Funds and Coordinated Verification Process

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