LUZON – Chinesische Streitkräfte haben erneut Leucht- beziehungsweise Signalraketen, sogenannte Flares, in Richtung eines unbewaffneten Flugzeugs der Philippine Coast Guard (PCG) abgefeuert. – klajoo.com – Nach Angaben der Küstenwache ereigneten sich die Zwischenfälle bereits am 7. September während eines regulären Aufklärungsflugs über der Kalayaan Island Group im West Philippine Sea, wurden aber erst am 10. September öffentlich gemacht.
Vor der Landung auf Pag-asa Island sei das PCG-Flugzeug zunächst von chinesischen Kräften auf Zamora Reef, international Subi Reef, per Funk aufgefordert worden das Gebiet zu verlassen. Anschließend seien von dort Flares in Richtung des Flugzeugs abgegeben worden. Dasselbe habe sich bei Panganiban Reef, international Mischief Reef, wiederholt. Wie nah die Flares dem Flugzeug tatsächlich kamen, teilte die PCG nicht mit. Eine konkrete Gefährdungsdistanz lässt sich deshalb aus der aktuellen Meldung nicht ableiten.
PCG-Kommandant Admiral Ronnie Gil Gavan erklärte, das Abfeuern von Flares gegen ein Flugzeug im Flug gefährde die Flugsicherheit. Die Küstenwache verwies außerdem auf die Verpflichtung zu gegenseitiger Rücksichtnahme im internationalen Luftverkehr. Eine spezifische chinesische Stellungnahme zu diesem Zwischenfall war bis zum Redaktionsstand nicht auffindbar. China weist den Schiedsspruch zum Südchinesischen Meer von 2016 weiterhin zurück und wirft den Philippinen seinerseits Provokationen vor.
Der Vorgang ist allerdings kein isolierter Zwischenfall. Bereits am 9. April 2026 dokumentierte ein Reporter von GMA News an Bord eines PCG-Flugzeugs den Einsatz chinesischer Flares bei einem Flug nahe Subi und Mischief Reef. PCG-Sprecher Jay Tarriela sagte damals, China setze solche Flares regelmäßig ein. Die philippinische Marine bezeichnete das Vorgehen anschließend als rechtswidrig, unprofessionell und die Flugsicherheit gefährdend.
Damit verschiebt sich die Einordnung der neuen Meldung. Entscheidend ist weniger, dass China erstmals Flares gegen ein philippinisches Flugzeug eingesetzt hätte. Vielmehr deutet die Wiederholung darauf hin, dass sich dieses Mittel als Bestandteil der chinesischen Reaktion auf philippinische Aufklärungsflüge etabliert. Es bleibt unterhalb des Einsatzes klassischer Waffen, kann aber Druck erzeugen und Flugbesatzungen zu erhöhter Vorsicht oder Ausweichreaktionen zwingen. Wie groß die unmittelbare Gefahr im konkreten September-Fall war, lässt sich ohne Angaben zu Distanz und Flugbahn der Flares nicht beurteilen.
Subi und Mischief Reef gehören zu den von China massiv ausgebauten Stützpunkten in den Spratly Islands. Der Schiedsspruch von 2016 stellte unter anderem fest, dass Mischief Reef eine Niedrigwassererhebung ist und innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone und des Festlandsockels der Philippinen liegt. Das Tribunal entschied dabei nicht über territoriale Souveränität, stellte aber fest, dass Chinas Bau künstlicher Inseln und Anlagen dort philippinische souveräne Rechte verletzt hatte.
Während des aktuellen Flugs beobachtete die PCG nach eigenen Angaben außerdem zahlreiche Schiffe der chinesischen maritimen Miliz in den Lagunen beider Riffe. Personal und Anlagen seien auf den Decks nicht sichtbar gewesen; auch Fahrzeugbewegungen auf den künstlichen Inseln habe die Besatzung nicht festgestellt. Die Küstenwache kündigte an, ihre Aufklärungsflüge im West Philippine Sea fortzusetzen. – RM
Quellen:
- Philippine Coast Guard / Philippine Information Agency – „PLA fires flares at unarmed PCG aircraft during maritime domain awareness flight over Kalayaan Island Group“, 10.09.2026
- GMA News – „FIRST PERSON: Chinese flares fired as Philippine Coast Guard plane passes WPS“, 09.04.2026
- GMA News – „Chinese flare use vs aircraft over WPS ‘illegal, dangerous’ — PH Navy“, 10.04.2026
- Ministry of Foreign Affairs of the People’s Republic of China – Regular P







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