LEYTE – Ein ungewöhnlicher Polizeieinsatz in Albuera auf Leyte beschäftigt inzwischen sowohl die Philippine National Police (PNP) als auch das National Bureau of Investigation (NBI). – klajoo.com – Ausgangspunkt ist ein Video vom 2. September, das bewaffnete Personen in Zivil gemeinsam mit Polizisten an einem Kontrollpunkt in Barangay Benulho zeigt.
Als unmittelbare Reaktion wurden der Leiter der Polizeistation von Albuera, Major Franklin Romeo Parangan Jr., und neun weitere Polizisten von ihren Posten abgelöst. Lt. Jefrey Banquilay übernahm kommissarisch die Leitung der Station. Die Ablösung ist eine administrative Maßnahme während der Untersuchung und noch keine Feststellung persönlichen Fehlverhaltens.
Nach Darstellung der Polizeiführung handelte es sich grundsätzlich um eine legitime Grenz- beziehungsweise Sicherheitskontrolle. Eine zusammengesetzte Einheit aus lokalen Nachrichtendienstkräften und uniformierten Polizisten soll nach Informationen über eine mögliche Bedrohung gegen Bürgermeister Rolan „Kerwin“ Espinosa eingesetzt worden sein. Untersucht wird insbesondere, warum ein bewaffneter Zivilist beziehungsweise kommunaler Mitarbeiter an der Polizeioperation beteiligt war.
Das NBI untersucht den Vorgang unabhängig von der internen PNP-Prüfung. NBI-Regionaldirektor Jeremy Lotoc bezeichnete die Beteiligung bewaffneter Zivilisten an Fahrzeugkontrollen als sehr alarmierend. Ein NBI-Team untersuchte den Ort am 4. September gemeinsam mit Angehörigen der Coast Guard und der Armee. Nach Angaben Lotocs bestätigten die Ermittler, dass Fahrzeuge geöffnet und durchsucht worden waren.
Die zentralen Fragen gehen deshalb über den Besitz einer Waffe hinaus: Wer ordnete den Kontrollpunkt an? Wer autorisierte die Durchsuchungen? Unter wessen Verantwortung handelten die bewaffneten Zivilisten? Und welche Behörden oder kommunalen Stellen waren tatsächlich beteiligt? Das NBI hat nach eigener Darstellung Namen möglicher Beteiligter und Zeugenaussagen gesammelt und prüft Unterlagen.
Bürgermeister Espinosa bestätigte, dass mindestens einer der bewaffneten Zivilisten zu seinem Sicherheitsdienst gehörte. Nach seiner Darstellung trug der Mann eine lizenzierte Waffe und habe lediglich seine Aufgabe erfüllt. Espinosa erklärte außerdem, ein auffälliges Fahrzeug habe den Einsatz ausgelöst. Der Wagen sei später wieder freigegeben worden, weil nichts Illegales gefunden worden sei.
Noch ungewöhnlicher ist eine weitere Darstellung Espinosas: Er behauptete gegenüber dem Inquirer, die Personen in dem gestoppten Fahrzeug seien selbst Angehörige des PNP-Nachrichtendienstes gewesen. Warum diese angeblichen Polizeikräfte beobachtet oder kontrolliert wurden, erklärte er nicht. Diese Behauptung ist bislang nicht unabhängig bestätigt und gehört gerade zu den Punkten, die das NBI klären muss.
Der Fall ist deshalb mehr als eine Frage falscher Checkpoint-Protokolle. Er berührt die Trennung zwischen staatlicher Polizeigewalt, kommunalen Sicherheitsstrukturen und privaten beziehungsweise zivilen Sicherheitskräften. Solange die Ermittlungen laufen, lässt sich jedoch weder eine illegale Operation noch eine persönliche Verantwortung des Bürgermeisters oder einzelner Beamter als erwiesen darstellen.
Für Albuera ist der Vorgang zusätzlich sensibel, weil Kerwin Espinosa seit Jahren im Mittelpunkt politischer und sicherheitsbezogener Auseinandersetzungen steht. Gerade deshalb ist entscheidend, dass PNP und NBI die Rollen der beteiligten Personen nachvollziehbar und getrennt untersuchen – und nicht aus der politischen Vorgeschichte auf den aktuellen Vorfall schließen. – RM
Quellen:
- Philippine News Agency
- Philippine Daily Inquirer / Inquirer Visayas
- The Philippine Star
- The Vanguard







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