LUZON – In Imus City in der Provinz Cavite ist ein neues Hochwasserrückhaltesystem offiziell an die philippinischen Behörden übergeben worden. – klajoo.com – Das rund 2,4 Milliarden Peso teure Projekt – ungefähr rund 33,2 Millionen Euro – wurde mit japanischer Entwicklungsfinanzierung über die Japan International Cooperation Agency (JICA) umgesetzt.
Kern des Projekts sind zwei sogenannte Retarding Basins. Diese Rückhaltebecken sollen bei starkem Regen einen Teil des Hochwassers vorübergehend aufnehmen und das Wasser anschließend kontrolliert in den Imus River abgeben. Dadurch soll die Hochwasserspitze flussabwärts reduziert werden.
Das Prinzip ist vergleichsweise einfach: Statt die gesamte Wassermenge sofort durch Flüsse und Kanäle weiterzuleiten, wird ein Teil zwischengespeichert. Gerade in dicht besiedelten Gebieten kann dadurch Zeit gewonnen und verhindert werden, dass Abflusswege innerhalb kurzer Zeit überlastet werden.
Im derzeitigen philippinischen Hochwasserschutzkomplex ist das Projekt bemerkenswert, weil es sich nicht um eine bloße Planung, Ausschreibung oder angekündigte Budgetposition handelt. Die Anlage ist gebaut und übergeben. Damit lässt sich ihre tatsächliche Wirkung bei den nächsten großen Niederschlagsereignissen überprüfen.
Genau dieser Punkt ist wichtig: Die Übergabe allein beweist noch nicht, dass die Anlage die erwartete Schutzwirkung erreicht. Entscheidend werden künftige Pegelstände, überflutete Flächen, Wartung und die Frage sein, ob die Rückhaltebecken im Ernstfall rechtzeitig und vollständig zur Verfügung stehen.
JICA unterstützt seit Jahren Hochwasserschutzmaßnahmen in mehreren philippinischen Flussgebieten. Beim Imus River ist das Ziel nicht nur der Schutz von Wohngebieten, sondern auch die Verringerung von Schäden an Infrastruktur, Landwirtschaft und wirtschaftlichen Aktivitäten in Cavite.
Für eine spätere Bilanz wäre deshalb ein Vergleich besonders wertvoll: Wie entwickeln sich Überflutungstiefe und -dauer in den bislang besonders betroffenen Gebieten von Imus bei ähnlich starken Regenereignissen nach der Inbetriebnahme? Erst dann lässt sich beurteilen, ob die 2,4 Milliarden Peso tatsächlich den erwarteten Nutzen bringen. – RM
Quellen:
- Philippine News Agency – New flood control basin seen to ease Imus City’s flooding woes
- Japan International Cooperation Agency – Flood Risk Management Project for Cagayan, Tagoloan and Imus Rivers







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