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Philippinische Agrarproduktion kehrt im zweiten Quartal auf Wachstumskurs zurück

MANILA – Die Landwirtschaft und Fischerei auf den Philippinen haben sich im zweiten Quartal 2026 von dem leichten Rückgang zu Jahresbeginn erholt. – klajoo.com – Nach Angaben der Philippine Statistics Authority stieg der reale Produktionswert gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 2,9 Prozent auf 452,22 Milliarden Peso. Alle vier großen Bereiche trugen zum Wachstum bei.

Die Statistik verwendet konstante Preise des Jahres 2018. Dadurch sollen Preisveränderungen herausgerechnet und die Entwicklung der produzierten Menge und Zusammensetzung besser sichtbar gemacht werden. Die 452,22 Milliarden Peso sind deshalb nicht mit den tatsächlich im zweiten Quartal erzielten Einnahmen zu aktuellen Marktpreisen gleichzusetzen.

Im ersten Quartal 2026 war der reale Produktionswert von Landwirtschaft und Fischerei noch um 0,3 Prozent auf 437,52 Milliarden Peso zurückgegangen. Das zweite Quartal markiert damit eine Rückkehr zum Wachstum. Von einem außergewöhnlichen Boom kann bei 2,9 Prozent jedoch nicht gesprochen werden. Aussagekräftiger ist, dass die Erholung nicht nur von einem einzelnen Sektor getragen wurde.

Geflügel wächst am stärksten

Den höchsten Zuwachs verzeichnete die Geflügelproduktion. Ihr realer Produktionswert stieg im Jahresvergleich um 6,3 Prozent auf 79,84 Milliarden Peso. Geflügel erreichte damit einen Anteil von 17,7 Prozent an der gesamten Agrar- und Fischereiproduktion.

Die Viehproduktion wuchs um 3,6 Prozent auf 61,83 Milliarden Peso und stellte 13,7 Prozent des Gesamtwertes. Innerhalb dieses Bereichs nahm die Schweineproduktion um 5,6 Prozent zu. Das ist besonders relevant, weil die Schweinehaltung in den vergangenen Jahren wiederholt durch die Afrikanische Schweinepest, Bestandsverluste und hohe Produktionskosten belastet wurde. Die neue Zahl zeigt eine Erholung des Produktionswertes, sagt allein aber noch nichts über die regionale Verteilung oder die dauerhafte Stabilität der Bestände aus.

Die Fischerei erreichte 61,64 Milliarden Peso und legte um 2,7 Prozent zu. Ihr Anteil am Gesamtwert betrug 13,6 Prozent. In diesem Bereich können einzelne Untergruppen sehr unterschiedlich verlaufen: Aquakultur, kommunale Fischerei und kommerzielle Fischerei reagieren nicht in gleicher Weise auf Wetter, Treibstoffkosten, Fangbeschränkungen, Küstenzustand und Marktpreise. Die veröffentlichte Hauptmeldung der Statistikbehörde weist zunächst nur den zusammengefassten Zuwachs aus.

Pflanzenbau bleibt mit Abstand größter Bereich

Der Pflanzenbau wuchs um 1,6 Prozent auf 248,90 Milliarden Peso. Mit einem Anteil von 55 Prozent bleibt er der größte Teil der philippinischen Landwirtschaft. Der reale Produktionswert von Palay, also ungeschältem Reis, nahm um 5,7 Prozent zu. Mais verzeichnete einen deutlich kleineren Anstieg von 0,8 Prozent.

Der Zuwachs bei Reis ist für die Versorgungslage besonders wichtig, weil Reis einen großen Teil der Haushaltsausgaben ärmerer Familien ausmacht und die Philippinen weiterhin erhebliche Mengen importieren. Eine bessere inländische Ernte kann die Importabhängigkeit mindern oder zumindest verhindern, dass sie weiter steigt. Ob dies tatsächlich geschieht, hängt jedoch von Verbrauch, Lagerbeständen, Importentscheidungen und den Ernteergebnissen der folgenden Quartale ab.

Mehr Produktion bedeutet nicht automatisch niedrigere Preise

Die Statistik darf nicht mit einer Aussage über Verbraucherpreise verwechselt werden. Ein realer Produktionszuwachs kann auftreten, während Lebensmittel im Handel weiterhin teurer werden. Zwischen Bauernhof oder Fischereibetrieb und Endverbrauchern liegen Transport, Lagerung, Verarbeitung, Großhandel, Einzelhandel und Verluste. Hinzu kommen importierte Betriebsmittel, Dünger, Futtermittel, Treibstoff, Strom und Finanzierungskosten.

Auch für Erzeuger ist ein höherer realer Produktionswert nicht automatisch gleichbedeutend mit höheren Einkommen. Wenn die Erzeugerpreise fallen oder die Kosten stärker steigen als die Produktion, kann sich die wirtschaftliche Lage einzelner Betriebe trotz größerer Mengen verschlechtern. Umgekehrt können hohe Marktpreise bei knapper Produktion den nominalen Wert erhöhen, ohne dass mehr Lebensmittel verfügbar sind. Gerade deshalb veröffentlicht die Statistikbehörde die reale Produktionsentwicklung zu konstanten Preisen getrennt von Preisindizes.

Breitere Erholung, aber weiterhin strukturelle Risiken

Das Ergebnis des zweiten Quartals ist positiv, weil Pflanzenbau, Viehhaltung, Geflügel und Fischerei gleichzeitig zulegten. Es verringert die Abhängigkeit des Gesamtergebnisses von einer einzigen guten Ernte oder einem einzelnen Tierhaltungsbereich. Für eine dauerhafte Trendwende reichen drei Monate jedoch nicht aus.

Die philippinische Agrarproduktion bleibt anfällig für Taifune, Überschwemmungen, Dürren, Tierseuchen, Fischsterben, hohe Betriebsmittelpreise und unterbrochene Transportwege. Hinzu kommen geringe Betriebsgrößen, fehlende Kühlketten, Verluste nach der Ernte und die Umwandlung landwirtschaftlicher Flächen. Ein starkes Quartal kann durch ein einzelnes extremes Wetterereignis rasch wieder aufgezehrt werden.

Für die weitere Beurteilung sind deshalb die Produktionsmengen der wichtigsten Güter, regionale Daten, Erzeugerpreise, Importe und die Entwicklung der Lebensmittelpreise gemeinsam zu betrachten. Das zweite Quartal 2026 liefert dafür ein solides positives Signal: Die Agrar- und Fischereiproduktion ist wieder gewachsen, und die Verbesserung war breit abgestützt. Sie ist aber noch kein Beleg dafür, dass Versorgungsprobleme, niedrige Einkommen der Erzeuger oder hohe Preise für Verbraucher bereits überwunden sind.

Quellen: Philippine Statistics Authority, „Value of Production in Philippine Agriculture and Fisheries Posts 2.9 Percent Growth in the Second Quarter of 2026“, 6. August 2026; Philippine Statistics Authority, Bericht zum ersten Quartal 2026, 6. Mai 2026. RM

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