Startseite » Jagd auf NPA-Rebellen – Unterricht und Tourismus in Licuan-Baay eingeschränkt
Luzon

Jagd auf NPA-Rebellen – Unterricht und Tourismus in Licuan-Baay eingeschränkt

LUZON – Die Gemeinde Licuan-Baay in der Provinz Abra hat nach neuen Gefechten zwischen Soldaten und mutmaßlichen Mitgliedern der New People’s Army den Präsenzunterricht in Barangay Bonglo ausgesetzt. – klajoo.com – Auch mehrere touristisch genutzte Gebiete und Bergregionen dürfen vorübergehend nicht betreten werden.

Die Maßnahmen gelten nicht für die gesamte Provinz Abra und auch nicht für alle Schulen der Gemeinde. Sie konzentrieren sich auf Ortschaften, die von den laufenden Verfolgungs- und Räumungsoperationen des Militärs unmittelbar betroffen sind.

Präsenzunterricht in Bonglo bis auf Weiteres ausgesetzt

Bürgermeister Darwin Domingo ordnete mit Executive Order No. 45 an, alle Präsenzklassen und schulischen Aktivitäten in Barangay Bonglo bis auf Weiteres auszusetzen.

Betroffen sind alle Klassenstufen. Die Anordnung dient nach Angaben der Gemeinde dem Schutz von Schülern, Lehrkräften und Schulpersonal, solange Soldaten in den umliegenden Gebieten operieren.
Aus der Verfügung geht nicht hervor, dass der Unterricht vollständig entfällt. Schulen können abhängig von ihren Möglichkeiten auf alternative Unterrichtsformen und die Ausgabe von Lernmaterialien ausweichen. Die konkrete Umsetzung liegt bei den zuständigen Schulen und der Bildungsbehörde.

Wälder in sieben Barangays vorläufig gesperrt

Mit einem zusätzlichen Memorandum wies die Gemeindeverwaltung die Verantwortlichen in sieben Barangays an, Bewohner und Jäger vom Betreten der umliegenden Wald- und Berggebiete abzuhalten.

Betroffen sind:

  • Bonglo,
  • Lenneng,
  • Bulbulala,
  • Mapisla,
  • Tumalip,
  • Nalbuan und
  • Subagan.

Das vorläufige Jagd- und Betretungsverbot soll verhindern, dass Zivilpersonen in laufende Militäroperationen geraten oder irrtümlich für bewaffnete Kämpfer gehalten werden. Es bezieht sich vor allem auf abgelegene Waldgebiete und bedeutet nicht, dass die gesamten Barangays evakuiert oder vollständig abgeriegelt wurden.

Tourismusziele bei Bonglo und Lenneng geschlossen

Auch touristische Aktivitäten in der Umgebung von Bonglo und Lenneng wurden vorübergehend eingestellt. Welche einzelnen Wasserfälle, Wanderwege oder anderen Ziele von der Anordnung erfasst werden, wurde in den veröffentlichten Angaben nicht vollständig aufgelistet.

Reisende sollten derzeit keine Touren in die betroffenen Bergregionen planen und sich vor Fahrten nach Licuan-Baay direkt bei der Gemeindeverwaltung oder den örtlichen Tourismusstellen über die Sicherheitslage informieren.

Die Sperren gelten, bis die Sicherheitskräfte die betroffenen Gebiete wieder für gefahrlos erklären. Ein konkretes Enddatum wurde nicht genannt.

Drei mutmaßliche Rebellen bei Gefecht getötet

Der unmittelbare Anlass war ein Gefecht am 4. August 2026 in Barangay Bonglo. Nach Angaben der Sicherheitskräfte trafen Soldaten gegen 11.10 Uhr auf eine Gruppe von schätzungsweise zehn bewaffneten Personen.

An der Operation waren Einheiten des 50. und des 98. Infanteriebataillons der Philippine Army beteiligt. Das Militär ordnete die bewaffnete Gruppe dem Ilocos-Cordillera Regional Committee der kommunistischen New People’s Army zu.

Drei mutmaßliche Mitglieder der Gruppe wurden nach Darstellung des Militärs getötet. Soldaten stellten am Ort des Gefechts zwei M16-Gewehre und ein M14-Gewehr sicher. Eine unabhängige Bestätigung der Identität der Getöteten und der genauen Umstände des Gefechts lag zunächst nicht vor.

Die Auseinandersetzung setzte eine Operation fort, die nach einem ersten bewaffneten Kontakt am 2. August begonnen hatte. Die Streitkräfte führen in dem schwer zugänglichen Gelände weiterhin Such- und Räumungsmaßnahmen durch.

Mehr als 300 Familien betroffen

Nach Angaben aus Licuan-Baay wirken sich die Militäroperationen auf mehr als 300 Familien aus. Die örtlichen Katastrophenschutz- und Sozialbehörden leisten Unterstützung.

„Betroffen“ bedeutet dabei nicht automatisch, dass sämtliche Familien ihre Häuser verlassen mussten. Die veröffentlichten Berichte unterscheiden nicht eindeutig zwischen evakuierten Haushalten, Familien mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit und Bewohnern, deren Schulen, Arbeitswege oder landwirtschaftliche Tätigkeiten beeinträchtigt sind.

Eine genaue Zahl der tatsächlich evakuierten Personen wurde bislang nicht veröffentlicht.

Menschenrechtsgruppe erinnert an Schutz der Zivilbevölkerung

Die Menschenrechtsorganisation Cordillera Human Rights Alliance forderte sowohl die staatlichen Sicherheitskräfte als auch die bewaffneten Rebellen zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts auf.

Dazu gehört insbesondere, Zivilpersonen, Schulen und andere zivile Einrichtungen nicht in Kämpfe einzubeziehen. Die Gruppe rief außerdem dazu auf, Bewohner rechtzeitig und verständlich über Gefahrenbereiche, Sperren und die Dauer der Operationen zu informieren.

Update zum früheren Gefecht in Abra

klajoo hatte bereits über ein Gefecht in der Gemeinde Tineg berichtet, bei dem ein neu eingestellter Soldat getötet wurde. Die neuen Auseinandersetzungen in Licuan-Baay ereigneten sich etwa zwei Wochen später, betreffen jedoch einen anderen Ort und andere Militäreinheiten.

Die erneuten Gefechte bestätigen die damalige Einordnung: Die Bezeichnung Abras als „aufstandsfreie“ Provinz bedeutet nicht, dass sich dort keine einzelnen bewaffneten Gruppen mehr bewegen können. Gemeint ist vor allem, dass nach Einschätzung der Regierung keine dauerhaft handlungsfähige Guerillafront mehr besteht.

Die aktuellen Einschränkungen zeigen, dass auch kleinere bewaffnete Gruppen weiterhin erhebliche Auswirkungen auf Schulen, Tourismus, Landwirtschaft und den Alltag abgelegener Gemeinden haben können.

Quellen: Gemeindeverwaltung Licuan-Baay; Philippine Army; Daily Tribune; Philippine Daily Inquirer; Northern Dispatch. RM

Add Comment

Click here to post a comment