LUZON – In Bulan in der Provinz Sorsogon entsteht eine neue Eisfabrik, die Fischern, Händlern und Verarbeitungsbetrieben eine zuverlässigere Kühlung ermöglichen soll. – klajoo.com – Die Philippine Fisheries Development Authority investiert rund 96,7 Millionen Peso in die Anlage.
Sie soll helfen, mehr Fang frisch zu halten, Lebensmittelverluste zu reduzieren und die Einkommen in den Fischereigemeinden der Bicol-Region zu verbessern.
Das Projekt reagiert auf ein grundlegendes Problem der philippinischen Fischerei: Die Versorgungskette endet nicht mit dem Fang. Fisch muss unmittelbar nach dem Einholen gekühlt, sauber gelagert und möglichst schnell zum Markt oder zur Verarbeitung transportiert werden.
Ohne ausreichend Eis beginnt die Qualität bei tropischen Temperaturen innerhalb kurzer Zeit zu sinken. Bakterien vermehren sich, das Fleisch verliert Festigkeit und Geruch sowie Geschmack verändern sich.
Fischer müssen solche Ware schnell und oft zu niedrigen Preisen verkaufen. Ein Teil kann überhaupt nicht mehr vermarktet werden.
Das Problem trat in Bulan besonders deutlich während der Karwoche 2026 auf. Große Mengen der lokal als Lawlaw bezeichneten kleinen Fische konnten nicht rechtzeitig verarbeitet oder verkauft werden.
Mehrere Verarbeitungsbetriebe waren wegen der Feiertage geschlossen. Gleichzeitig landeten Fischer ungewöhnlich große Fangmengen an.
Die Kombination aus Überangebot, geschlossenen Betrieben, begrenzten Kühlmöglichkeiten und unzureichenden Lagerkapazitäten führte dazu, dass Fisch verdarb oder entsorgt werden musste.
Der Fall zeigte, dass Produktionssteigerungen allein die Versorgung nicht verbessern. Ohne Eis, Kühlhäuser, Verarbeitungsbetriebe und funktionierenden Transport kann ein großer Fang sogar zu Verlusten führen.
Eine Eisfabrik stabilisiert zunächst den ersten Abschnitt der Kühlkette. Fischer können den Fang bereits am Hafen oder an einer Anlandestelle herunterkühlen.
Dadurch bleibt mehr Zeit, Käufer zu finden, den Fisch zu sortieren oder ihn zu weiter entfernten Märkten zu transportieren.
Die Anlage kann auch verhindern, dass Händler in Spitzenzeiten extrem hohe Eispreise verlangen oder Fischer Eis aus anderen Orten heranschaffen müssen.
Entscheidend ist jedoch nicht nur die Produktionskapazität der Maschine. Auch zuverlässige Stromversorgung, sauberes Wasser, Wartung, Ersatzteile und ein funktionierendes Verteilungssystem sind notwendig.
Eine Eisfabrik hilft wenig, wenn Fischer das Eis nicht bezahlen können oder es nicht rechtzeitig zu kleineren Anlandestellen gelangt.
Deshalb müssen Preisgestaltung und Zugang transparent geregelt werden. Kleine Küstenfischer dürfen gegenüber größeren Händlern und kommerziellen Betrieben nicht benachteiligt werden.
Auch isolierte Behälter, Kühlfahrzeuge und Lagerräume werden benötigt. Eis allein kann eine unterbrochene Kühlkette nicht vollständig ersetzen.
Auf den Philippinen entstehen Verluste häufig an mehreren Stellen. Manche Boote verfügen über unzureichende Kühlboxen. Anlandestellen besitzen keine hygienischen Sortier- und Waschbereiche.
Straßen sind teilweise schlecht, Fähren unregelmäßig und Kühltransporte teuer. Verarbeitungsbetriebe können bei einem plötzlichen Überangebot nicht immer zusätzliche Mengen aufnehmen.
Hinzu kommen starke saisonale Schwankungen. Wetter, Monsun, Fischwanderungen und zeitweilige Fangverbote beeinflussen Angebot und Preise.
Während eines Überangebots fallen die Erzeugerpreise. In anderen Monaten kann schlechtes Wetter die Versorgung verknappen und Verbraucherpreise erhöhen.
Bessere Kühl- und Lagerkapazitäten können diese Schwankungen abmildern. Fisch kann länger frisch gehalten, eingefroren, getrocknet oder zu anderen Produkten verarbeitet werden.
Dafür sind jedoch Qualitäts- und Hygienestandards notwendig. Unsachgemäß eingefrorener oder mehrfach aufgetauter Fisch kann gesundheitliche Risiken verursachen.
Die Eisfabrik ist deshalb Teil einer größeren Aufgabe: Häfen, Anlandestellen, Verarbeitung, Transport und Vermarktung müssen als zusammenhängende Lieferkette geplant werden.
Gelingt dies, können Fischer einen größeren Anteil ihres Fangs verkaufen und bessere Preise erzielen. Gleichzeitig können mehr Produkte regionale Märkte erreichen, statt in einzelnen Küstenorten zu verderben. – Quelle: Department of Agriculture; Philippine Fisheries Development Authority; Bureau of Fisheries and Aquatic Resources / RM







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