BOHOL – Auf Bohol sollen innerhalb der kommenden zehn Jahre bis zu eine Million Kakaobäume gepflanzt werden. – klajoo.com – Das langfristige Programm verbindet private Schokoladenhersteller, Kommunen, Bauern, Genossenschaften und lokale Organisationen.
Ein zentraler Partner ist die Bohol Chocolate Farm, die nach Angaben der Philippine Information Agency die erste vom Bureau of Plant Industry anerkannte Kakaobaumschule der Provinz betreibt.
Die Gemeinde Catigbian will für das Programm unter anderem eine rund 200 Hektar große kommunale Fläche bereitstellen. Ungenutzte und öffentliche Flächen sollen schrittweise in produktive Kakaoplantagen umgewandelt werden.
Die Bohol Chocolate Farm will Setzlinge, technische Beratung und Unterstützung beim Farmmanagement anbieten. Zusätzlich wird den teilnehmenden Bauern ein Abnehmer für geerntete Kakaobohnen zugesagt.
Ein verlässlicher Käufer ist für den Aufbau einer neuen Produktion besonders wichtig. Kakaobäume benötigen mehrere Jahre, bevor sie nennenswerte Ernten liefern. Landwirte müssen daher bereits in Pflege, Schattenbäume, Düngung und Pflanzenschutz investieren, bevor regelmäßige Einnahmen entstehen.
Zum Auftakt des sogenannten Seed to Bean Project wurden 1.000 Kakaosetzlinge an die Nueva Vida Sur Women’s Association in Carmen übergeben. Das Teilprojekt soll gemeinschaftlichen Kakaoanbau und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für Frauen fördern.
Die Initiative soll nicht nur mehr Rohkakao erzeugen. Ziel ist eine regionale Wertschöpfungskette vom Setzling über Anbau, Ernte, Fermentation und Trocknung bis zur Herstellung lokaler Schokolade.
Die Qualität des fertigen Kakaos hängt stark von der Verarbeitung nach der Ernte ab. Frische Bohnen müssen kontrolliert fermentiert und anschließend richtig getrocknet werden. Fehler in diesen Schritten können Geschmack und Marktwert erheblich mindern.
Nach Angaben der Bohol Chocolate Farm könnten eine Million voll tragende Bäume langfristig etwa 800 Tonnen fermentierte und getrocknete Kakaobohnen pro Jahr liefern.
Diese Zahl ist eine Prognose. Ob sie erreicht wird, hängt von der tatsächlich bepflanzten Fläche, der Überlebensrate der Bäume, Krankheiten, Wetter, Pflege und der Beteiligung der Landwirte ab.
Bohol bezieht derzeit einen Teil der für seine Schokoladenhersteller benötigten Bohnen aus anderen Provinzen. Eine größere eigene Produktion könnte diese Abhängigkeit verringern und gleichzeitig neue Produkte für Tourismus und regionale Vermarktung schaffen.
Der Kakaoanbau passt gut zu Agroforstsystemen, in denen Kakaobäume gemeinsam mit größeren Schattenbäumen oder anderen Nutzpflanzen wachsen. Ein solches System kann Bauern mehrere Produkte liefern. Es erfordert aber fachliche Planung, damit Licht, Wasser und Nährstoffe ausreichen.
Die Zielmarke von einer Million Bäumen ist ambitioniert. Im Durchschnitt müssten über zehn Jahre rund 100.000 Bäume jährlich gepflanzt und anschließend erfolgreich gepflegt werden.
Das Programm ist deshalb vor allem ein langfristiger Aufbauplan. Erst regelmäßige Angaben zu Pflanzflächen, überlebenden Bäumen, Erntemengen und Einkommen werden zeigen, ob daraus eine tragfähige Kakaoindustrie entsteht. – Quelle: Philippine Information Agency / Bohol Chocolate Farm / LGU Catigbian / RM







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