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Philippinen rücken Familienvorsorge bei Erdbeben stärker in den Mittelpunkt

MANILA – Zum Start des National Disaster Resilience Month 2026 haben philippinische Regierungsstellen und private Partner die Bevölkerung aufgefordert, eigene Notfallpläne auf Haushaltsebene zu erstellen. – klajoo.com – Der Schwerpunkt liegt dabei besonders auf der Vorbereitung auf schwere Erdbeben.

Nach Angaben der Philippine Information Agency wurde bei einer Veranstaltung in Pasay City betont, dass die ersten 24 bis 72 Stunden nach einem katastrophalen Erdbeben entscheidend sein können. In dieser Zeit könnten Rettungskräfte und staatliche Hilfsstrukturen vielerorts noch nicht vollständig einsatzfähig sein. Haushalte müssten deshalb in der Lage sein, sich zunächst selbst zu orientieren, Angehörige zu erreichen und grundlegende Versorgung sicherzustellen.

Das Office of Civil Defense stellte den Zusammenhang mit einem nationalen Notfallplan für ein schweres Erdbeben entlang der West Valley Fault her. Diese Verwerfung wird häufig mit dem Szenario eines Bebens der Stärke 7,2 verbunden. Ein solches Ereignis wird auf den Philippinen oft als „The Big One“ bezeichnet.

Die Behörden betonen, dass Katastrophenvorsorge nicht erst bei Institutionen, Einsatzkräften oder lokalen Verwaltungen beginnen dürfe. Familien sollen wissen, was im Ernstfall zu tun ist: Wo trifft man sich, wenn man getrennt wird? Wer kümmert sich um Kinder, ältere Angehörige oder Menschen mit Behinderung? Welche Wege sind sicher? Welche Nummern, Dokumente, Medikamente und Vorräte müssen griffbereit sein?

Auch das Department of Social Welfare and Development bindet Katastrophenvorsorge stärker in Programme für Familien und besonders verletzliche Gruppen ein. Eltern sollen mit Kindern vor einem Notfall besprechen, wie sie sich bei Erdbeben, Evakuierungen oder unterbrochener Kommunikation verhalten sollen. Gerade Kinder, ältere Menschen und Personen mit Unterstützungsbedarf sind in Katastrophen besonders gefährdet, wenn es keine klaren Absprachen gibt.

Zur praktischen Familienvorsorge gehören ein kleiner Notfallvorrat, Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, Taschenlampe, Powerbank, Radio, Erste-Hilfe-Material, wichtige Medikamente, Kopien wichtiger Dokumente, etwas Bargeld und eine Liste wichtiger Kontakte. Ebenso wichtig sind feste Treffpunkte innerhalb und außerhalb des Wohnumfelds.

Für Haushalte in Hochhäusern, dicht besiedelten Stadtteilen oder Küstenregionen kommen zusätzliche Fragen hinzu. Nach einem starken Erdbeben können Aufzüge ausfallen, Straßen blockiert sein, Strom und Mobilfunk unterbrochen werden oder Tsunami-Warnungen nötig sein. Familien sollten deshalb nicht nur einen Plan für die Wohnung, sondern auch für Schule, Arbeit, Pendelwege und mögliche Evakuierungsorte haben.

Die Regierung verweist außerdem auf vorbereitete Hilfsgüter. Das DSWD hat nach eigenen Angaben fast fünf Millionen Family Food Packs an strategischen Standorten im Land vorpositioniert. Diese sollen im Katastrophenfall über koordinierte Strukturen verteilt werden, damit Hilfe nicht nur an leicht erreichbaren Orten ankommt.

Auch Unternehmen sollen stärker eingebunden werden. Private Partner arbeiten nach Behördenangaben an Vereinbarungen, um Handels- und Versorgungsnetze nach schweren Katastrophen für die schnelle Verteilung von Lebensmitteln und Wasser zu nutzen. Dadurch sollen bestehende Logistikstrukturen schneller in die Katastrophenhilfe eingebunden werden können.

Das Office of Civil Defense will die nationalen Erdbebenübungen und gemeindebasierten Trainings weiter ausbauen. Langfristig sollen Übungen nicht nur in Behörden, Schulen oder Betrieben stattfinden, sondern stärker in normale Haushalte und Nachbarschaften hineinwirken.Für die Philippinen ist dieser Ansatz besonders wichtig. Das Land liegt in einer seismisch aktiven Region und ist regelmäßig von Erdbeben, Taifunen, Überschwemmungen, Erdrutschen und Vulkangefahren betroffen. Eine funktionierende Familienvorsorge kann staatliche Hilfe nicht ersetzen, aber sie kann in den ersten Stunden und Tagen nach einer Katastrophe entscheidend sein.

Konkrete Hilfen zur Vorbereitung bieten unter anderem HazardHunterPH zur Prüfung standortbezogener Risiken, PHIVOLCS mit Erdbebeninformationen und Karten zu aktiven Verwerfungen sowie UNICEF Philippines mit leicht verständlichen Familien-Checklisten und einer Go-Bag-Liste. Haushalte sollten damit prüfen, welche Gefahren am eigenen Wohnort bestehen, feste Treffpunkte vereinbaren, Notfallkontakte notieren, eine 72-Stunden-Grundversorgung vorbereiten und das Verhalten bei Erdbeben regelmäßig üben.

Hier ein paar Links, die bei der Vorbereitung helfen:

https://hazardhunter.georisk.gov.ph/
https://www.phivolcs.dost.gov.ph/information-tools/the-phivolcs-faultfinder/
https://www.phivolcs.dost.gov.ph/earthquake-hazard-maps/
https://www.phivolcs.dost.gov.ph/earthquake-preparedness/
https://www.unicef.org/philippines/ready-ba-ang-pamilya-case-emergencies-and-disasters
https://www.unicef.org/philippines/emergency-go-bag-checklist
https://pia.gov.ph/news/families-urged-to-prepare-for-earthquakes-through-regular-drills/
https://www.ready.gov/

Quelle: Pia, Office of Civil Defense/RM

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