Startseite » Überlebende des Fährunglücks vor Basilan decken weitere Verstöße auf
Allgemein

Überlebende des Fährunglücks vor Basilan decken weitere Verstöße auf

Manila – Am Donnerstag wurden weitere Verstöße gegen die Passagiersicherheitsgesetze bekannt, als Mitglieder des Repräsentantenhauses und des Senats ihre jeweiligen Untersuchungen zum Untergang der MV Trisha Kerstin 3 am 26. Januar vor Basilan fortsetzten. – klajoo.com – Bei dem Unglück kamen 53 Menschen ums Leben und weitere 26 werden noch vermisst.

Bei einer Anhörung des Verkehrsausschusses des Repräsentantenhauses sagten Überlebende des Untergangs aus, dass die Rettungswesten auf der dreistöckigen Fähre in Schränken eingeschlossen waren und viele davon beschädigt waren, keine Pfeife hatten oder fest verknotet waren.

Weitere Überlebende, die vor dem Senat aussagten, berichteten, dass sie die Besatzung darüber informiert hatten, dass die RoRo-Fähre auf dem Weg nach Jolo (Sulu) bereits Schlagseite hatte, während in Zamboanga City noch Passagiere und Fahrzeuge an Bord kamen.

Der Eigentümer des Schiffes, Aleson Shipping Lines, wurde bereits suspendiert, und das Department of transportation (DOTr) erklärte, dass es wahrscheinlich straf- und verwaltungsrechtliche Schritte wegen der Sicherheitsverstöße einleiten werde, die in den Anhörungen des Kongresses immer wieder ans Licht kommen.

Der Vize-Gouverneur von Sulu, Abdusakur Tan, der der Anhörung im Repräsentantenhaus beiwohnte, forderte das DOTr auf, der Reederei aufgrund ihrer Verwicklung in Schiffsunglücke die Betriebserlaubnis zu entziehen.

Tan beklagte, dass das Unternehmen selbstgefällig geworden sei, weil es in der Vergangenheit der Haftung entgangen war.

“Wir werden Aleson diesmal nicht ungeschoren davonkommen lassen”, sagte er.

Der amtierende Verkehrsminister Giovanni Lopez hatte zuvor darauf hingewiesen, dass Aleson vor dem Untergang am 26. Januar seit 2019 insgesamt 32 Seeunfälle verzeichnet hatte.

In der Anhörung vor dem Repräsentantenhaus sagte die Überlebende Fatima Sweenee Sajili aus, dass die Rettungswesten entgegen den Seefahrtsvorschriften in Schränken eingeschlossen waren und die Passagiere diese mit Gewalt öffnen mussten.

“Der Schrank für die Rettungswesten war verschlossen, deshalb mussten wir ihn gewaltsam öffnen”, sagte die Mitüberlebende Muzaheeda Ismi.

Selbst nach dem Öffnen der Schränke, so Ismi, seien die Rettungswesten so fest doppelt verknotet gewesen, dass sie nicht sofort benutzt werden konnten.

“Als wir die Rettungsweste öffneten, war sie kaputt und es gab keine Warnsignale”, fügte sie hinzu.

Der stellvertretende DOTr-Chef, Villamor Ventura Plan, bestätigte, dass das Wegschließen von Rettungsausrüstung einen klaren Verstoß gegen die Richtlinien der Schifffahrtsbehörde darstellt, die vorschreiben, dass diese Ausrüstung jederzeit zugänglich sein muss.

Zoe Goco, Anwältin der Reederei Aleson Shipping Lines, räumte ein, dass die Standardbetriebsverfahren das Wegschließen von Rettungswestenschränken verbieten, die Schiffsbesatzung jedoch auf operativer Ebene dafür verantwortlich sei, die Zugänglichkeit der Ausrüstung zu gewährleisten.

Aleson wurde 1976 gegründet, dass Unternehmen fbetreibt eine Flotte von mindestens 36 Schiffen und ist der größte Schifffahrtsbetreiber in Westhern Mindanao.

In der Senatsanhörung sagte Sajili aus, dass besorgte Passagiere die Besatzung über die Schieflage des Schiffes informiert hätten, ihnen aber mitgeteilt worden sei, der Kapitän sei nicht besorgt.

“Alle Überlebenden hatten eine gemeinsame Beobachtung. Das Wetter war ruhig, aber das Schiff war überladen und lag in Schieflage”, sagte Sajili.
“Wir möchten klarstellen, dass das Schiff bereits in Schieflage war, als es noch im Hafen lag”, fügte sie hinzu.

Jul-anni Ismula Warik, ein weiterer Überlebender, berichtete, er habe am 25. Januar gegen 22:20 Uhr im Hafen von Zamboanga bemerkt, dass das Schiff Schlagseite hatte.

Die “Trisha Kerstin 3” setzte am 26. Januar, gegen 1:50 Uhr, vor Baluk-Baluk Island in Hadji Muhtamad, Basilan, einen Notruf ab.

Lopez erklärte am Mittwoch, Überladung und das Fehlen einer Sicherheitsprüfung vor der Abfahrt seien mögliche Ursachen für den Untergang der Fähre.

Laut Lopez könnte das Gesamtgewicht der Passagiere und der Ladung die zulässige Kapazität des Schiffes überschritten haben, was zu einer Ladungsverschiebung geführt haben könnte.

Die Behörden erfuhren außerdem, dass die rollenden Ladungen – darunter Fahrzeuge wie Lastwagen und Motorräder – die Hafenwaage nicht passiert hatten.

Sechs Angehörige der Philippine Coast Guard (PCG) und acht Mitarbeiter der Maritime Industry Authority , die in den Untergang verwickelt waren, wurden von ihren Posten suspendiert.

Gegen einige von ihnen wurden zudem Disziplinarverfahren eingeleitet. – KFR

Add Comment

Click here to post a comment